- Jane Austens Welt
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Aufgewachsen ist Jane Austen in einer Pfarrersfamilie mit mehreren Geschwistern. Im Gegensatz zu ihren Romanfiguren gehörte sie selbst nicht dem Landadel an, hatte jedoch Verwandtschaft und Freunde in diesen Kreisen, zu denen sie zeitlebens regen Kontakt pflegte. Da sie auch nie heiratete, war ihre finanzielle Stellung nie ganz gesichert. Erst in den letzten Jahren vor ihrem Tod mit nur 41 Jahren, stellte sich ein schriftstellerischer Erfolg ein, der ihr eine gewisse materielle Unabhängigkeit bescherte. Die kleine Welt zwischen Southhampton, Bath und London ist dieselbe Welt, in die sie ihre Romanfiguren platziert. Die Heldinnen in ihren Hauptwerken stammen meist aus ähnlichen finanziellen Verhältnissen wie sie selbst. Trotzdem spielt sich die Welt der Mädchen wie Janes zwischen Stickereiarbeiten, Dinnerparties, Bällen und Spaziergängen ab.
- Gesellschaft im England Ende des 18. Jahrhunderts
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Den größten Teil der Bevölkerung lässt Jane Austen in ihren Büchern außen vor. Zimmermädchen, Küchenmägde und Knechte tauchen höchstens in Plaudereien der Damen vor. Eine gut situierte verheiratete Frau musste zwar nicht selbst in der Küche stehen aber den gesamten Haushalt koordinieren. Hauslehrerinnen, Ladeninhaber und Soldaten sind die einzigen Berufsgruppen, die in ihren Geschichten behandelt werden. Selten haben wir es mit Bauern zu tun, wie in „Emma“. In der Regel jedoch sind ihre Charaktere „Gentlemen“. Dieser Teil der Gesellschaft, von denen viele auch Kontakte zum englischen Königshof pflegten, war natürlich eine Minderheit. Klassenübergreifend waren Kontakte so gut wie unmöglich. Das Hauptproblem vieler Eltern mit begrenzten Mitteln, war es ihre Töchter möglichst gut zu verheiraten, das heißt an einen Mann zu bringen, der sowohl über Land, Güter und Geld verfügte. Umgekehrt haben viele Junggesellen versucht, sich Frauen aus reichem Hause zu angeln, um so ein angenehmes Leben zu führen.
- Das vorherrschende Frauenbild
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Für Frauen aus dem Umfeld von Jane Austen, gab es kaum Möglichkeiten sich persönlich zu entfalten. Ab einem gewissen Alter drehte sich alles darum, eine gute Partie zu machen. Als eine alte Jungfer zu enden, bedeutete nicht nur finanzielle Probleme, sondern auch Vorurteile und Außenseitertum. Wer mit 25 nicht unter der Haube war, galt fast schon als unvermittelbar. Um erfolgreich am gesellschaftlichen Leben teil zu haben waren eine Reihe von „Accomplishments“ unverzichtbar. Vor allem mit den schönen Künsten sollten sie sich beschäftigen. Klavierspielen, Singen und Französisch sprechen. Natürlich vertraut sein mit der englischen Literatur, Geographie und vor allem Geschick in der Handarbeit. Alles andere galt als überflüssig. Jane Austen selbst schrieb einmal, dass eine Frau die das Unglück hat intelligent zu sein, dies so gut wie möglich verheimlichen sollte. Sie selbst litt somit unter einem großen „Unglück“ als Schriftstellerin. Als Frau zu schreiben und sogar zu veröffentlichen galt als unschicklich, weshalb auf ihrem erstmal erscheinenden Roman nur steht „by a lady“. Viele Autorinnen veröffentlichten ihre Werke unter einem Pseudonym, wie George Eliot, die im wirklichen Leben Mary Ann Evans hieß.
- Jane Austens Heldinnen
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Bezeichnend für die weiblichen Hauptfiguren in den Geschichten Austens sind Charaktereigenschaften, die aus dem Frauenbild ihrer Zeit in irgendeiner Weise ausbrechen. Elisabeth Bennet aus "Stolz und Vorurteil" ist eine selbstbewusste junge Frau, sie ist schlagfertig und hat immer eine freche Antwort für die Ladies und Gentlemen, die sich zuviel auf ihre gesellschaftliche Stellung einbilden. Dennoch, „Lizzy“ ist sich bewusst, dass ihre Familienverhältnisse nicht die vorteilhaftesten sind. Ihre kindischen Schwestern und ihre impertinente Mutter bringen sie immer wieder in peinliche Situationen. In „Verstand und Gefühl“ steht der Titel gleichzeitig für die beiden Hauptcharaktere, Elinor und Marianne Dashwood. Obwohl Elinor ein Schicksalsschlag nach dem anderen ereilt, bewahrt sie stets die Fassung. Das alles trotz Trauer nach dem Tod des Vaters und der offenen Selbstsucht ihrer Verwandtschaft. Marianne dagegen handelt ausschließlich nach ihrem Gefühl. Gesellschaftliche Etikette bedeutet ihr nichts. Durch ihre Emotionen und ihr Schicksal kritisiert Austen erneut die Grausamkeiten und die Geldgier die innerhalb der feinen Gesellschaft herrschen. In einem ihrer bekannteste Romane „Emma“, ist es die Protagonistin, die im Laufe der Geschichte lernt, von ihrem hohen Ross herunter zu steigen. Sie lernt die Gefühle anderer ernst zu nehmen und zu achten. Vor allem aber wird sie menschlicher, indem sie auch mit Menschen, die nicht ihrem Stand entsprechen, Kontakt pflegt.
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