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Bayerischer Rundfunk

09.02.2010


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Einstimmiges Votum Stadtrat Herrieden für Outlet-Center-Ausbau

Der Stadtrat des mittelfränkischen Herrieden hat sich am Mittwochabend (07.10.09) einstimmig für den Bau eines Factory-Outlet-Centers am Rande der Stadt ausgesprochen. Laut eines Gutachtens seien die Auswirkungen für Einzelhändler im Umkreis minimal. Aus den Nachbarstädten hagelt es dennoch Kritik.

Stand: 08.10.2009

Rathaus von Herrieden

Die Erweiterung des bestehenden Fabrikverkaufs am Stadtrand von Herrieden hätte nur geringe Auswirkungen auf den Handel in den umliegenden Städten. Zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten, das im Auftrag der Stadt von einem Münchner Forschungsinstitut erstellt worden ist.

Im Gutachten sei so vorsichtig wie möglich gerechnet worden, sagte Herriedens Bürgermeister Alfons Brandl am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. Beispielsweise würde derzeit in der Kernstadt Ansbach durch Sportartikel und Textilhandel ein Jahresumsatz von 23,89 Millionen Euro erwirtschaftet. Durch das Factory Outlet-Center sei laut dem Gutachten eine Umsatzumverlagerung von 4,7 Prozent zu erwarten.

Einzelhändler: Innenstädte könnten "ausbluten"

"Die umliegenden Städte brauchen sich also keine Sorgen machen", resümiert Brandl. Die Städte Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg würden ohnehin viel Kaufkraft aus dem jeweiligen Umland beziehen. Das sehen die Händler aus diesen westmittelfränkischen Städten anders: Sie befürchten, dass die Innenstädte "ausbluten" könnten und protestieren energisch gegen den Bau des Outlet-Centers. In vielen Läden hängen Plakate mit der Aufschrift "Nein zum Factory-Outlet-Center". In Dinkelsbühl haben einige Geschäfte am vergangenen Wochenende ihre Schaufenster mit schwarzen Tüchern verhängt. Damit wollten sie zeigen, wie die Innenstadt aussehen könnte, wenn das Outlet-Center gebaut würde.

Herrieden spekuliert auf neue Jobs

Nach der Vorstellung des Gutachtens hat sich der Stadtrat von Herrieden am Mittwochabend einstimmig für eine Fortführung des Projektes ausgesprochen. Die Ergebnisse werden in Kürze dem Wirtschaftsministerium vorgelegt. Das Ministerium hat die letzte Entscheidungsgewalt, ob das Factory-Outlet-Center in Herrieden gebaut werden darf oder nicht.

Der einst unter dem Namen "Nägelein oHG" bekannte Bekleidungshersteller "Carlo Colucci" will seinen bestehenden Fabrikverkauf auf über 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Der Schwerpunkt der Läden soll auf Designer-Mode liegen. Die Stadt Herrieden rechnet mit mehreren hundert neuen Arbeitsplätzen und Investitionen in Millionenhöhe.

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