10.02.2010
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Die Basketball-Bundesliga (BBL) ist nach Angaben der Liga nicht von Spielmanipulationen betroffen. Zwar wurde der BBL von der ermittelnden Staatsanwaltschaft Bochum bisher keine Akteneinsicht gewährt. Die Information stamme aber aus "gesicherten Quellen", so BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.
Stand: 18.12.2009
"Die BBL ist somit vom Verdacht der Spielmanipulation nicht betroffen. Dies ist eine Erleichterung", sagte Pommer. Es lägen seines Wissens keinerlei Erkenntnisse darüber vor, dass der Versuch unternommen wurde, eine Partie durch Spieler, einen Schiedsrichter oder durch Dritte zu manipulieren. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte vor Wochen geschrieben, der Redaktion liegen Informationen vor, dass auch im Umfeld der BBL ermittelt werde. Angeblich sei im Juni 2009 versucht worden, ein Spiel der Play-offs zu kaufen.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum erstrecken sich nach den bisher bekannten Angaben der Behörde auf 32 Fußballspiele, die auf Manipulationen hin untersucht werden. Das ARD-Magazin "FAKT" hatte berichtet, seit dem Hoyzer-Skandal im Jahr 2005 sollen von der 2. Bundesliga abwärts sogar mehr als 60 Fußballspiele manipuliert worden sein. "Das waren fünf Zweitligaspiele und dann ging es abwärts bis zur Oberliga. Zu circa 80 Prozent waren die Manipulationen erfolgreich, es ist so eingetroffen wie wir es auch haben wollten", wird ein Insider aus dem illegalen Wettgeschäft zitiert, der nach eigener Aussage jahrelang ein Gehilfe des vermeintlichen Drahtziehers Ante Sapina war.
Drittligist SV Sandhausen hat am Montag den ehemaligen Osnabrücker Marcel Schuon fristlos entlassen. Schuon hatte am Vortag bei der Bochumer Staatsanwaltschaft ausgesagt und eingeräumt, dass in der vergangenen Saison beim Spiel Osnabrück gegen Augsburg "die Abrede zur Spielmanipulation erfolgt ist, eine Manipulation aber nicht stattgefunden hat", wie sein Rechtsanwalt Siegfried Kauder dem kicker bestätigte. Nach Angaben des Anwalts wurden Schuon dafür frühere Wettschulden erlassen.
Zuletzt hatte der Europäische Fußballverband UEFA mitgeteilt, dass unabhängig von der im Wettskandal ermittelnden Bochumer Staatsanwaltschaft 40 verdächtige Spiele untersucht wurden. Nach UEFA-Angaben sind davon sieben Partien unter Verdacht. Betroffen sind Spiele der fünf verdächtigen Klubs KF Tirana, KS Vilaznia (beide Albanien), FC Dinaburg (Lettland), NK Ljubljana (Slowenien) und Honved Budapest (Ungarn).
Ob die Verdachtsfälle Auswirkungen auf den laufenden Wettbewerb haben, ist noch unklar. Die Bochumer Staatsanwaltschaft hatte bisher lediglich von drei Champions- und zwölf Europa-League-Partien gesprochen, die von der UEFA genannten Partien standen offenbar nicht im Fokus der Bochumer Ermittler.
Unklar bleibt weiter, inwiefern weitere bayerische Klubs und Spieler in den neuen Wettskandal verwickelt sind. Ein Spieler der Würzburger Kickers sitzt in Untersuchungshaft, weil er in seiner Zeit beim FC Schweinfurt 05 in eine Spielmanipulation verwickelt sein soll. Partien von Augsburg und Nürnberg sollen angeblich vom Gegner Osnabrück verschoben worden sein. Eine gemeinsame Task Force von Deutschem Fußball-Bund DFB und Deutscher Fußball-Liga DFL unter der Leitung von DFB-Chefjustitiar Jörg Englisch soll die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen unterstützen und sich mit den Auswirkungen der Affäre auseinandersetzen.
Zuletzt hatte es um die Zweitligapartie Rot-Weiß Oberhausen gegen den TSV 1860 München (0:1) am 6. Dezember Spekulationen gegeben. Nachdem das Frühwarnsystem "Betradar" vor diesem Spiel erhöhte Wetteinsätze gemeldet hatte, hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beide Mannschaften unmittelbar vor dem Spiel darüber in Kenntnis gesetzt. Die Indizien, dass es bei der Partie zu Absprachen gekommen sein könnte, haben sich aber nicht erhärtet. Der DFB gab schließlich bekannt, es habe in dem Spiel keine Auffälligkeiten gegeben. Er sehe daher keine Anhaltspunkte mehr für eine Spielmanipulation.
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