10.02.2010
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Uli Hoeneß ist neuer Präsident des FC Bayern München. Er folgt auf Franz Beckenbauer, der zum Ehrenpräsident gekürt wurde. Der Vorstand konnte zuvor blendende Finanzen präsentieren. Die durchwachsene sportliche Situation wurde überraschend gelassen von den Mitgliedern kommentiert.
Stand: 28.11.2009
Klar und deutlich wurde Uli Hoeneß als neuer Präsident gewählt. 4.458 Stimmen gab's für den ehemaligen Manager von den 4.490 anwesenden FC Bayern-Mitgliedern in der Messe München. Es gab 20 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen. Uli Hoeneß wurde im Team mit seinen beiden Vizepräsidenten Fritz Scherer und Bernd Rauch gewählt. Ein Antrag auf Einzelwahl der Präsidiumsmitglieder war klar abgelehnt worden. Der ehemalige Präsident Franz Beckenbauer wurde im Rahmen der Versammlung zum Ehrenspielführer des FC Bayern ernannt und am Ende von Uli Hoeneß zum Ehrenpräsidenten gekürt.
Bildunterschrift: Viel Zustimmung, kaum Protest: Seelenbalsam beim Stabwechsel des Unternehmens FC Bayern
Angesichts der angespannten sportlichen Situation war vor allem die Rede des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge mit Spannung von den Mitgliedern erwartet worden. Der blickte zunächst auf die vergangene Saison mit dem gescheiterten Klinsmann-Experiment zurück. Für den Ex-Trainer hatten die Anwesenden in der Münchner Messehalle wenig Sympathie übrig. Applaus gibt's da schon eher für Nothelfer Heynckes, der fünf Spiele übernommen hatte, und auch Neu-Trainer van Gaal wurde überwiegend positiv mit Applaus - und nur wenigen Pfiffen - begrüßt.
Rummenigge versuchte in seinen Worten die in der Öffentlichkeit zuletzt heftig kritisierte Transferpolitik zu rechtfertigen. "Ich denke, dass wir die individuell beste Mannschaft der Liga sind - wenn alle fit sind", sagte Rummenigge. Man müsse sich auch von populären, älteren Spielern wie Lucio und Zé Roberto trennen, um jüngeren wie Müller und Badstuber eine Chance zu geben. "Ich sage Ihnen: Ohne Perspektive, zu spielen, kann man solche Spieler nicht halten", wandte sich Rummenige an die Anwesenden.
Angesichts der heiklen sportlichen Situation appellierte Rummenige eindringlich, auch in schwächeren Phasen hinter dem FC Bayern zu stehen. "Wir sollten das Wort Geduld nicht nur strapazieren, sondern auch leben", forderte Rummenigge: "Ich bin überzeugt, wenn Robben und Ribéry zurückkommen, werden wir eine andere Mannschaft sehen." Auch Neu-Präsident Hoeneß mahnte zu mehr Ruhe und Gelassenheit und griff noch einmal die angegriffene Transferpolitik auf: "Wir haben sicherlich den einen oder anderen Fehler gemacht in der Transferpolitik", sagte Hoeneß, aber: "Menschen sind keine Maschinen, die man ein- und ausschalten kann. Sie wissen nie, wie das funktioniert. Trotzdem werden wir darauf achten, dass wir die Quote bei Transfers besser machen."
Während der gesamten Veranstaltungen überwog der Applaus die Pfiffe, lediglich bei der Nennung der Neuzugänge wurde es richtig laut. Braafheid, Görlitz, Pranjic und Timoschtschuk ernteten laute Pfiffe, gejubelt wurde bei den Namen von Müller, Badstuber, Robben, Gomez und Olic. Von der Mannschaft waren neben Trainer Louis van Gaal die drei Kapitäne Mark van Bommel, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger anwesend.
Bildunterschrift: Ex-Präsident und Ex-Manager mit Spürsinn für Profit: Franz Beckenbauer (li.) und Uli Hoeneß
Zum Abschluss ihrer Amtszeit haben sich Ex-Präsident Beckenbauer und Ex-Manager Hoeneß mit einer hervorragenden wirtschaftlichen Bilanz verabschiedet. Die FC Bayern München AG hat im vergangenen Jahr zwar keinen neuen Rekord beim Umsatz aufgestellt - er beträgt 268,7 Millionen Euro (18,1 Millionen weniger als im Vorjahr). Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch nochmals um rund 400.000 Euro auf 2,5 Millionen Euro gesteigert worden. Die Bayern München AG verfügte zum 30. Juni über ein Eigenkapital von 177,5 Millionen Euro und 33,7 Millionen an freier Liquidität. Der Verein hatte am Tag der Hauptversammlung 151.299 Mitglieder.
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