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21.11.2009


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Louis van Gaal Erklärung ohne Not

FC Bayern-Coach Louis van Gaal ist endgültig in München angekommen. Nach dem 2:1-Sieg gegen Frankfurt muss er dem kritischen Umfeld sogar erklären, wieso er einen kopfballstarken Spieler ins Sturmzentrum stellt - und der dann prompt seinen Auftrag erfüllt und trifft.

Von Bernd Eberwein
Stand: 25.10.2009

Louis van Gaal

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff war FC Bayern-Coach Louis van Gaal schon wieder ganz der alte. Leicht säuerlich reagierte er auf die Reporterfrage nach einem "glücklichen" Sieg. Da dozierte van Gaal munter darauf los, dass er 14 Chancen gezählt habe, die sein Team "kreiert", wie er es nennt, hat. Wenn van Gaal Sportjournalisten und vermeintlichen Fußballkennern das Spiel erklären muss, wirkt er meist recht genervt angesichts der - aus seiner Sicht - fehlenden Fachkenntnis.

Zeit für Erklärungen

O-Ton

"Die Medien sind nicht wichtig, wichtig sind meine Spieler."

Louis van Gaal

"Sehr zufrieden", sei er mit dem Sieg, dozierte er weiter, und schob nach, dass er mit seinen teilweise unerwarteten Spielerwechseln alles richtig gemacht habe. Zwar mag er es nicht, wenn er Außenstehenden eigentlich simple Zusammenhänge klarmachen muss, Journalisten erteilt er dann gerne einen Rüffel. Doch in Zeiten der vermeintlichen Bayern-Krise nimmt sich van Gaal gerne die Zeit des Erklärers. Denn ohne seine ausführlichen Worte scheint ihn in und um München derzeit wohl so niemand zu verstehen - oder verstehen zu wollen.

Die Buyten-Situation

O-Ton

"Der Fußball-Gott war auf unserer Seite"

Siegtorschütze Daniel van Buyten

Van Gaal hatte am Samstag in der 85. Minute ein gellendes Pfeifkonzert in der Münchner Arena heraufbeschworen. Publikumsliebling Luca Toni, seines Zeichens Stürmer, musste den Platz verlassen. Der Argentinier Martin Dermichelis, Innenverteidiger, betrat nach langer Verletzung erstmals wieder den Platz. Was im Pfeifkonzert unterging: Gleichzeitig beorderte van Gaal den Kopfballgewaltigen Daniel van Buyten in den Sturm. Nur drei Minuten später traf der zum 2:1-Sieg. Pfiffe weg, Jubel da, alle glücklich?

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt

Bild vergrößern Bildunterschrift: Freundlich-distanziert

"Wenn ich denke, dass ich durch solch einen Wechsel ein Spiel gewinnen kann, dann mache ich das. Das ist meine Stärke, aber auch meine Schwäche", sagt van Gaal sachlich. Doch mittlerweile weiß er, dass seine Entscheidungen im gestrengen Münchner Umfeld von Verein, Journaille und Fans wohl immer zuerst zerrissen werden - bevor man sich ernsthaft mit Sinn und Zweck der Entscheidungen auseinandersetzt. Der Trainer van Gaal, der lieber mit seinen Spielern als mit Journalisten kommuniziert, ist peu à peu in München angekommen und hat gelernt, dass an der Isar viel Erklärungsbedarf in Sachen Fußball herrscht.

Lernen mit Louis

Vielleicht hätte er vor seiner Van Buyten-Maßnahme via Anzeigetafel im Stadion zeigen sollen, wieso er den Belgier in der Schlussphase nach vorne beordert hat. "Achtung! Ein kopfballstarker Spieler kommt jetzt ins Sturmzentrum. Schon vier Saisontore, gegen Nürnberg das entscheidende 2:1 in der Schlussphase erzielt", wäre dort zu lesen gewesen. Statt Pfiffen aus den Fanblocks wäre wohl zustimmender Applaus aufgebrandet.

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Louis van Gaal: "Ich mache alles, um ein Spiel zu gewinnen"Der FC Bayern-Trainer nach dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt