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13.03.2010


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Impfen Interview: Die individuelle Impfentscheidung

Stand: 24.01.2007

Isolierte Allergene (Birkenpollen) im Labor

Die Entscheidung, welche Impfungen ein Kind, wann erhalten soll, ist für Eltern alles andere als einfach. Auf der einen Seite steht die Angst vor schweren Infektions-Krankheiten, die durch Impfungen verhindert werden können. Auf der anderen Seite beunruhigen Berichte über mögliche Nebenwirkungen und Schäden durch Impfungen. Dazu kommt, dass sich auch die Ärzte in der Impffrage uneins sind. Die Positionen reichen vom Durchimpfen aller von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen bis hin zum generellen Impfverzicht.

Wir sprachen mit dem Münchner Kinderarzt Martin Hirte. Der Impfexperte und Buchautor nimmt eine impfkritische Haltung ein, rät nicht generell vom Impfen ab und empfiehlt eine individuelle Impfentscheidung.

Interview mit Dr. Martin Hirte über Nutzen und Risiken

Dr. Hirte: Eine objektive Information ist nicht möglich, da es keine industrieunabhängige Impfforschung gibt. Sogar die Ständige Impfkommission (STIKO) steht in enger Verbindung zur Impfindustrie. Glauben wir den Verlautbarungen der STIKO, so haben Impfungen keine relevanten Nebenwirkungen. Andererseits werden die Komplikationen der jeweiligen Krankheiten nach oben gerechnet und damit teilweise irrationale Ängste geschürt. Das ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sich Deutschland gegenüber der WHO zu bestimmten Zielen verpflichtet hat, zum Beispiel zur Ausrottung der Masern oder zur kompletten Durchimpfung gegen Hepatitis B. Hepatitis B ist in Deutschland aber eine Niedrigrisiko-Erkrankung und es besteht damit kein ausreichender Grund, alle Säuglinge zu impfen.

Dazu kommt, dass viele Ärzte sich den Empfehlungen der STIKO anschließen, um auf der sicheren Seite zu sein, und keine Impfdiskussion mit den Eltern führen wollen. Denn bei Prozessen um Schadensersatz bei Impf- oder Krankheitsfolgen gelten die öffentlichen Impfempfehlungen als medizinischer Standard. Wenn geimpft wurde, haftet in aller Regel der Staat. Wurde nicht geimpft, ist der Arzt unter Umständen lebenslangen Schadensersatzforderungen ausgesetzt.

Wird über Nebenwirkungen ausreichend geforscht?

Dr. Hirte: Nein - die Studien, die gemacht werden, umfassen Nebenwirkungen in einem Zeitraum von einer bis zu gelegentlich auch mal vier Wochen nach der Impfung. Es fehlen Langzeituntersuchungen und der Vergleich mit ungeimpften Kindern. Es könnte ja sein, dass alle die chronischen Probleme, die bei Kindern in letzter Zeit vermehrt auftreten wie ADHS, Neurodermitis oder Diabetes, irgendeine Beziehung zu den frühkindlichen Impfungen haben. Das wird nicht systematisch untersucht.

Wer führt die Studien über mögliche Nebenwirkungen durch?

Dr. Hirte: Bis zur Zulassung eines neuen Impfstoffes liegt alles in der Hand der Pharmaindustrie. Bis dahin werden beispielsweise 2.000 Kinder untersucht. Nach der Zulassung ist die Erfassung von Nebenwirkungen eine öffentliche Aufgabe, das heißt erfasst wird nur, was von Ärzten gemeldet wird. Dazu muss man wissen, dass das ganze Meldewesen brach liegt und es extrem wenig Meldungen von Impfkomplikationen gibt. Bis heute haben zum Beispiel überhaupt nur vier Prozent aller Ärzte eine Medikamenten-Nebenwirkung gemeldet. Auch werden nur Nebenwirkungen in einem Zeitfenster von fünf bis sieben Tagen nach der Impfung anerkannt, alle anderen braucht man gar nicht zu melden, denn sie würden ohnehin nicht akzeptiert.

Weiter mit: Impfkritische Bedenken (Interview Teil 2)
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