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22.03.2010


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Brustkrebs Brustkrebsdiagnose per Mammographie

Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Das Mammografie-Screening - regelmäßige Röntgenuntersuchungen für Frauen ab 50 - ist die gängige Form der Früherkennung, unumstritten ist sie jedoch nicht.

Stand: 25.02.2010

weibliche Brust, Mammografie

Seit Anfang 2004 haben alle Frauen ab 50 bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres alle zwei Jahre Anspruch auf ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening, eine Röntgenuntersuchung der Brüste. Zum Untersuchungstermin werden die anspruchsberechtigten Frauen schriftlich eingeladen. In der Einladung sind die Adressen aller qualifizierten Ärzte in der näheren Umgebung aufgelistet, damit jede Frau ihren Arzt selbst wählen kann. Die flächendeckende Umsetzung dieses Programms soll 2007 abgeschlossen sein.

Wie läuft eine Mammographie ab?

Mammographie-Untersuchung

Bildunterschrift: Die Untersuchung ist nicht ganz schmerzfrei.

Bei dieser Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt und kurz zusammengedrückt. Das kann mitunter schmerzhaft sein, doch der Druck ist notwendig, um mit möglichst geringer Strahlenbelastung möglichst scharfe Bilder zu erhalten. Um einen hohen Qualitätsstandard zu garantieren, wird jeder Befund von zwei unabhängigen Ärzten beurteilt, die beide viel Erfahrung mit der Untersuchung haben. Deshalb dauert es etwa zwei Wochen, bis man das Ergebnis bekommt. Ist der Befund in Ordnung, werden Sie erst in zwei Jahren wieder eingeladen.

Ist der Befund auffällig, werden Sie zu einem Gespräch und zu weiteren Untersuchungen zur Diagnosestellung eingeladen.

Hintergrund

Nur 54 Prozent der Frauen nehmen teil

An dem bundesweiten Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 nehmen derzeit nur rund 54 Prozent teil - trotz persönlichem Einladungsschreiben. 1,4 Millionen Frauen sind bereits zu den Vorsorge-Röntgenuntersuchungen gegangen. Das Amt für Strahlenschutz hat das Screening-Projekt begleitet. Die Strahlendosis bei einer Mammografie entspräche in etwa der Dosis von drei Monaten der natürlichen Strahlung, der jeder Mensch ausgesetzt ist.

Was spricht für eine Mammographie?

  • Früherkennung der Krankheit, höhere Heilungschancen (WHO: durch moderne Reihenuntersuchungen können 35 Prozent der Todesfälle durch Brustkrebs verhindert werden).
  • Die Chancen der Früherkennung überwiegen die schädlichen Folgen bei weitem: Das Brustkrebsrisiko liegt bei Frauen nach der Menopause bei zehn Prozent und wird durch die Strahlenbelastung nur um 0,036 Prozent erhöht. (Radiologin Margrit Reichel, Modellprojekt Mammographie-Screening in Wiesbaden).

Was spricht dagegen?

  • Bei etwa 10-20 Prozent der Mammographien werden Tumoren übersehen. Deshalb sollte eine Mammographie nur in Kombination mit Selbstuntersuchung und Tastuntersuchung des Arztes zur Früherkennung eingesetzt werden.
  • Bei rund 10 Prozent der Untersuchungen wird fälschlicherweise ein Tumor diagnostiziert. Bis zur Entwarnung leiden die betroffenen Frauen unnötig. Zwischen den Mammographie-Untersuchungen liegen zwei Jahre. In dieser Zeit können gefährliche Tumore wachsen.
Kernspintomografie statt Mammographie

Forscher der Universität Bonn plädieren dafür, die sogenannte Magnetresonanz-Tomographie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, wesentlich häufiger als bisher zur Früherkennung von Brustkrebs einzusetzen. In einer Anfang 2010 veröffentlichten Studie wurden mit der MRT-Untersuchung über 90 Prozent der Brustkrebs-Vorstufen korrekt diagnostiziert, beim Ultraschall bzw. der Mammographie lag der Wert hingegen jeweils bei unter 40 Prozent. Ferner würde sich bei einer MRT-Diagnose eine Mammographie oder Ultraschalluntersuchung erübrigen, da die Erkennungsrate nicht verbessert würde, so die Wissenschaftler. Bislang wird die rund 450 Euro teure MRT ausschließlich zusätzlich zu Mammographie (ca. 110 Euro) oder Sonographie eingesetzt.

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