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Bayerischer Rundfunk

06.09.2010


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Hunderte Verletzte Wetter sorgt für Unfälle in Serie

Schnee, Eis und Nebel haben in der Früh in weiten Teilen Bayerns zu Unfallserien geführt. Auf der A 8 bei Augsburg krachten Dutzende Fahrzeuge ineinander. Knapp 80 Menschen wurden dabei verletzt, 19 von ihnen schwer. Erst am späten Nachmittag rollte der Verkehr in Richtung München wieder an.

Stand: 12.03.2010

Massenkarambolage auf der Autobahn A8 bei Augsburg | picture-alliance/dpa

Bei der Massenkarambolage auf der A 8 zwischen Augsburg und der Ausfahrt Dasing wurden nach Polizeiangaben knapp 80 Menschen verletzt. 19 von ihnen kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. In Lebensgefahr schwebt jedoch niemand.

"Viele Schutzengel"

"Wir hatten ein Riesenglück, dass nicht mehr passiert ist", sagte der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes dem Bayerischen Rundfunk. Ein Unfallbeteiligter drückte es so aus: "Es waren viele Schutzengel unterwegs."

Der Polizei zufolge waren gegen 7.00 Uhr 21 Lkw und 37 Pkw aufeinandergekracht. Glätte war demnach dabei nicht das Hauptproblem. Vielmehr lag die Sichtweite wegen Nebels bei unter 50 Metern. Dadurch waren die Autofahrer aber glücklicherweise relativ langsam unterwegs und prallten nicht mit voller Wucht aufeinander. Die Unfallstelle erstreckte sich über einen Kilometer Länge, dazwischen steckten 170 Fahrzeuge fest. 

Unterschiedliche Zahlen

Jede Person, die nach einem Unfall behandelt wird (auch wenn nur ein kleines Pflaster ausreicht), kann als "Verletzter" bezeichnet werden - oder auch noch nicht. Insofern können die Angaben je nach Quelle (Polizei, Rotes Kreuz etc.) zum Teil weit auseinander klaffen. "Schwer verletzt" aus Sicht der Polizei ist jemand, der mindestens einen Tag, d.h. über Nacht im Krankenhaus bleiben muss.

Ein Großaufgebot von rund 110 Feuerwehrmännern, 60 Sanitätern und zahlreichen Polizisten war stundenlang im Einsatz, die Autobahn in Richtung München war komplett gesperrt. In einem Notzelt wurden die Verletzten versorgt, Dutzende BRK-Helfer teilten bei beißender Kälte heiße Getränke und Essen an die rund 90 unverletzten Autofahrer aus. Erst am späten Nachmittag wurden zwei Fahrspuren wieder freigegeben. Auf der dritten musste zunächst noch mit Diesel verseuchtes Erdreich abgebaggert werden. Auch die Umleitungsstrecken waren zeitweise überlastet.

Serienunfälle auch andernorts

In Niederbayern krachten auf einer Kreisstraße bei Hermannsdorf auf eisglatter Straße auf einer Strecke von 300 Metern 41 Autos und drei Lastwagen ineinander. Sechs Personen wurden schwer, acht weitere leicht verletzt. Auslöser war laut Polizei ein Laster, der zum Abbiegen stehengeblieben war. Die Straße bei der Donaubrücke Bogen war insgesamt fünf Stunden gesperrt.

Nach Unfall totgefahren

Alles in allem zählte die Polizei bei winterlichen Straßenverhältnissen in Niederbayern und in der Oberpfalz von Donnerstagabend bis Freitagmorgen etwa 100 Unfälle mit Dutzenden Verletzten. In der Nähe von Falkenstein kam am Donnerstagabend ein 24-jähriger Mann ums Leben. Er war auf schneeglatter Fahrbahn in einen Graben gerutscht. Als er aus dem Unfallauto ausstieg, wurde er von einem 45-jährigen Autofahrer erfasst und so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb.

Kind reanimiert

Die Unfallstelle bei Furth | Bild: fib/sobo

Bildunterschrift: Die Unfallstelle bei Furth

Bei Furth im Landkreis Landshut wurde am späten Vormittag ein kleines Kind schwer verletzt. Die Mutter war mit ihren beiden Kindern im Auto auf glatter Straße ins Schleudern geraten und gegen einen Baum gerpallt. Ein Kind musste nach dem Zusammenprall reanimiert werden. Die Mutter und das andere Kind wurden leicht verletzt.

Auf der B 11 zwischen Landshut und Eching wurden mehrere Menschen verletzt, nachdem eine 32-Jährige mit ihrem Kleinwagen auf der glatten Straße ins Schleudern geriet. Die Unfallverursacherin prallte mit ihrem Auto schließlich frontal in einen entgegenkommenden Wagen und wurde dabei eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt.

Auffahrunfälle in Schwaben

Aus Schwaben meldete die Polizei zahlreiche Auffahrunfälle auf der Staatsstraße 1060 zwischen Benzenzimmern und Wallerstein an der Grenze zu Baden-Württemberg. Drei Personen wurden dabei auf baden-württembergischer Seite schwer verletzt. Auslöser war ein Unfall auf der bayerischen Seite, wo ein 23-jähriger Autofahrer auf spiegelglatter Fahrbahn ins Schleudern geriet und in einen Graben rutschte. Ein erster nachfahrender Lkw konnte noch anhalten, ein zweiter nicht mehr. Er rutschte in den Pkw. Wegen der Unfälle bildete sich auf der Gegenseite dann ein Rückstau. Nebel und die glatte Fahrbahn führten zu weiteren Auffahrunfällen.

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