So schnell dreht sich diese Welt, dass einem leicht schwindelig wird: Was heute die Schlagzeilen bestimmt, ist morgen schon wieder vergessen. Der ZÜNDFUNK Generator setzt sich dieser Entwicklung entgegen. Er nimmt sich Zeit und geht in mehrteiligen Reihen den Dingen auf den Grund. Egal ob es um die weltweite Finanzkrise geht, um neuen Feminismus oder um die Liebe.
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Radiosendung:
Bayern 2 - ZÜNDFUNK - Generator |
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Sendezeit im Radio:
jeden Sonntag um 22.05 Uhr
Podcast-Aktualisierung:
jeden Sonntag
| Über Geräusche die Welt deuten: Soundscape Forschung zwischen Wissenschaft, Kunst und Aktivismus - 05.09.2010 | ||
| Begründet wurde die Soundscape-Forschung Ende der 1960er Jahre vom World Soundscape Project, einer Forschungsgruppe von Murray Schafer und Barry Truax in Kanada. Schafer und Truax zogen mit Kassettenrekordern und Spezialmikrophonen los und fingen die verschiedenen Lärm- und Geräuschquellen von Vancouver ein. Im Sommer 2010 versammelten sich über 100 Wissenschaftler aus aller Welt zu einer Konferenz auf dem finnischen Berg Koli. | ||
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Datum: 05.09.2010Länge: 00:53:19 Größe: 48.81 MB |
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| I am the original. Die Rückkehr des Poeten Gil Scott-Heron - 18.07.2010 | ||
| Nicht nur ein Gedicht von Gil Scott-Heron ist in den Kanon amerikanischer Literatur und Popkultur eingeflossen, aber The revolution will not be televised ist sein berühmtestes. 1970 hat er es auf Schallplatte veröffentlich und es wurde zur Blaupause für die Reime zukünftiger Rapper. "Ich aber bin das Original", sagte Gil Scott-Heron 1988 in einem Interview mit dem Zündfunk selbstbewusst. "Ich war schon lange vorher ein Public Enemy." Von 1970 bis 1994 gab es nahezu kein brisantes Thema, dass Gil Scott-Heron nicht in seinen Poems und Songs kritisch beleuchtete und kommentierte: die Apartheid in Südafrika; die Aufrüstung der Welt mit Atomwaffen; die Gefahren der Klimaerwärmung. Anfang der 70er Jahre zog er nach Washington D.C., um als künstlerischer Oppositioneller ganz nah am Zentrum der Macht zu sein. "Man nennt mich den Minister of Information", erzählte er stolz. "Während die Regierung das ganze Land regiert, machen wir hier Musik für alle Menschen in den USA." Gil Scott-Heron war auch einer der ersten, der Musikgenres wie Blues, Jazz, Latingrooves, Soul oder Funk fusionierte und zusammen mit seiner Poetry entstand daraus Pop. Kein Mainstream-Pop, sondern Conscious-Pop. Der Mann war ein Pionier auf vielen Ebenen, vor allem aber war er immer Humanist: "Er hat die Geschichte unseres Strebens nach Selbstbestimmung erzählt, besonders ging es natürlich um die Selbstbestimmung der schwarzen Amerikaner. Aber letztendlich überwindet so ein Anliegen alle sprachlichen, ethnischen oder religiösen Unterschiede", sagte kürzlich Cynthia McKinney, die 2008 Präsidentschaftskandidatin für die US-amerikanischen Grünen war. Und wie so viele, zeigte sich McKinney überrascht, aber hocherfreut über das kürzliche Comeback von Gil Scott-Heron, der nach 16 Jahren wieder ein Studioalbum veröffentlicht hat. I'm new here heißt die Platte. Im Zündfunk-Generator deshalb eine Geschichte über das Leben und die Kunst dieses Gil Scott-Heron, der inzwischen glaubt, dass vor kurzer Zeit tatsächlich eine Revolution stattgefunden hat. | ||
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Datum: 18.07.2010Länge: 00:35:42 Größe: 32.73 MB |
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| Talking about your Generation - wie das Geburtsjahr den Politikstil prägt - 11.07.2010 | ||
| 1929 - 1959 - 1979 - 2010 - Der ZÜNDFUNK wagt den Generationenvergleich, denn: Kein andere Generation hat die Politik der Nachkriegszeit bis heute so geprägt wie der Jahrgang 1929: Hineingeboren in die Weltwirtschaftskrise, aufgewachsen im Zweiten Weltkrieg, erwachsen geworden zwischen Schuld und dem unbedingten Willen nach Frieden haben die "Depression Babies" das politische Profil Deutschlands über Jahrzehnte geschärft. Ein scharfes Profil, das ist bei Ablehnung oder Einverständnis mit der Politik der letzten Jahrzehnte, definitiv ein Ausdruck, den man mit der in den 50er Jahren geborenen Politikergeneration heute nicht mehr in Verbindung bringt. Entweder die Politiker treten konservativ und knickohrig ab - wie Roland Koch und Jürgen Rüttgers, werden präsidial weggelobt wie Christian Wulff oder die Schärfe, die sie einst durch Studentenproteste, den Generationenkonflikt, die Frauenbewegung, Tschernobyl und das Waldsterben ausgezeichnet hat, ist milde geworden mit den Jahren - wie eine alte Peperoni- siehe Joschka Fischer , der heute mit lukrativen Beraterverträgen aus der Wirtschaft sein Bäuchlein pflegt. Dann wären da noch die späten Erben der Generation 1929, die, die jetzt die globalen Herausforderungen wuppen sollen. Die, die von ihren Großeltern zwar die Häuser erben, aber nicht das Gefühl des Mangels, die die über Bildungschancen meckern, die denen der "Atomkraft nein Danke"- Aufkleber auf Muttis Auto zwar irgendwie einleuchtete aber auch peinlich war. Die, die sich mehr oder weniger politisch engagieren und jetzt das Ruder übernehmen sollen. 1929, 1959, 1979. Prägt das Geburtsjahr den Politikstil und welche historischen Ereignisse haben die Politiker der Nachkriegszeit sozialisiert? | ||
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Datum: 11.07.2010Länge: 00:38:16 Größe: 35.08 MB |
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| Zwölf Sterne müsst ihr sein. Ein Streifzug über das Spielfeld der Unionsbürgerschaf - 04.07.2010 | ||
| Am 1. Juli endete die EU-Präsidentschaft des Königreichs Spanien und das Königreich Belgien ist nun Kapitän unter dem Firmament der zwölf Sterne. Zu Beginn seiner Präsidentschaft kündigte Spanien an, sich besonders den Bürgerrechten in der Union zu widmen, zum Beispiel der Europäischen Bürgerinitiative, einer Art europaweitem Volksbegehren, das der Lissaboner Vertrag vorschreibt. Seitdem scheint es jedoch weniger um Europa, sondern mehr um Euros und sogenannte PIGS zu gehen: die südlichen Staaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien, die nach Auffassung des Nordens ihre Euros falsch ausgeben. Ein Zündfunk-Generator über Bürgerrechte in Europa und zum Unterschied von Stockholder Value und Stakeholder-Prinzip. | ||
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Datum: 04.07.2010Länge: 00:38:23 Größe: 35.18 MB |
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| Ein Raumschiff mitten in Budapest: die Central European University - 27.06.2010 | ||
| Kaum eine andere Universität in Europa hat einen so zukunftsweisenden Modellcharakter wie die Central European University (CEU) in Budapest. 1991 gründete der nach dem Zweiten Weltkrieg nach England emigrierte, heutige US-Bürger und Multimilliardär George Soros die CEU in seiner Heimatstadt, weil er eine Vision hatte: Die CEU sollte ein weiter Baustein in seinem Projekt sein, den demokratischen Transformationsprozess in Osteuropa zu fördern. Den theoretischen Überbau dafür bildete Karl Poppers Philosophie von der "Offenen Gesellschaft". In den 19 Jahren seit ihrer Gründung hat sich die Privatuniversität CEU zu einer internationalen Institution entwickelt. Zurzeit sind über 1500 Master-Studenten oder Doktoranden, aus 100 Ländern kommend, eingeschrieben. Sie werden von 130 ständigen Professoren unterrichtet und betreut. Man spricht Englisch; Studienschwerpunktfächer sind Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften; die Abschlüsse sind in den USA und Europa anerkannt. Judith Schnaubelt hat diese moderne Uni besucht und mit ihren Machern, Denkern und Studenten gesprochen. | ||
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Datum: 27.06.2010Länge: 00:52:29 Größe: 48.11 MB |
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| Burn after eating. Kann uns vegetarische Ernährung noch retten? - 20.06.2010 | ||
| Dass Vegetarier die besseren Menschen sein sollen, ist nichts Neues. Denn abgesehen von moralischen Fragen bedeutet Viehzucht Massentierhaltung, Wasserverschmutzung, die Abholzung von Regenwald für Weideflächen oder Klimawandel. Eine aktuelle Studie behauptet sogar, dass Fleischproduktion für über die Hälfte der klimaschädlichen Gase verantwortlich ist. Lange als geschmacksverirrte Moralapostel verschrien, erleben die Vegetarier gerade wieder einen gesellschaftlichen Aufschwung: So feiert etwa Jonathan Safran Foer mit seinem neuen Buch "Eating Animals" - einem Plädoyer für Vegetarismus - einen großen Erfolg. Aber was kann vegetarische Ernährung wirklich bewirken? Was wäre, wenn wir alle auf Fleisch verzichten? Würde niemand mehr hungern und die Erde sich nicht mehr erwärmen? Der Zündfunk imaginiert eine vegetarische Welt - gemeinsam mit Ernährungsexperten, dem Autor Jonathan Safran Foer und dem ehemaligen UN-Sonderberichterstatter für Nahrung, Jean Ziegler. | ||
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Datum: 20.06.2010Länge: 00:39:15 Größe: 35.98 MB |
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| Androiden lieben lernen. Die wundersame Welt des Universalgelehrten Alan N. Shapiro 13.06.2010 - 13.06.2010 | ||
| Der Amerikaner Alan N. Shapiro ist Technologe und Zukunftsforscher auf den Grundlagen von Philosophie und Soziologie. Als Programmierer fordert er eine neue soziologische und ästhetische Bewertung von Software, um die Menschheit auf phantastische Weise weiterzubringen: Software sollte lernfähig und autonom sein. Autos zum Beispiel sind für Shapiro schon intelligent und haben ein Bewusstsein, aber könnten mit neuen Technologien wie sprachliche Konversation und Animation auf ein neues Level gehoben werden. Dabei lässt er sich von der TV- und Kinofilmserie "Star Trek" inspirieren, über die er sein Hauptwerk geschrieben hat: "Star Trek: Technologien des Verschwindens" | ||
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Datum: 13.06.2010Länge: 00:37:57 Größe: 34.80 MB |
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| We Were Promised Jetpacks - Vergangene Zukünft - 06.06.2010 | ||
| Die Science Fiction leidet einerseits an einem eklatanten Mangel an Zukunft und an Zukunftsgläubigkeit, andrerseits reflektiert auch sie spätestens mit dem Cyberpunk das vernetzte, nicht-lineare und posthistorische Weltbild des Millenium-Denkens. So hat sich ein merkwürdiges Retro-Phänomen gebildet: Die Rückkehr in eine Welt, in der die Zukunft noch möglich war. Der Lieblingsort dieses Rückzugs ist natürlich die Zeit, in der sich mit der Industrialisierung auch das Genre selbst herausbildete, die Zeit von Jules Verne bis H.G. Wells, die Zeit in der das Aufstieg und erste Krise des "positivistischen Bürgertums". Eine Zeitreise zurück in die Zukunft: Welche Art von Zukunft war 1880, 1910, 1940 ... 2000 vorzustellen, zu erhoffen oder zu fürchten? Und wie rekonstruieren sich in Seitenwegen der phantastischen Literatur, des Spiels und des phantastischen Films Zukunftsvorstellungen? Sind Parallelwelten und Möglichkeitserzählungen viel aktueller als Utopien und Dystopien? Und wie ist das Durcheinanderwirbeln der Zeiten als Story und Bild mit anderen Retro-Phänomenen in der Mode oder in der Pop-Musik verbunden? | ||
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Datum: 06.06.2010Länge: 00:45:24 Größe: 41.61 MB |
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| Die Praxis der Utopisten - 30.05.2010 | ||
| "Wir brauchen einen Systemwechsel", sagt Eric Bihl, der Initiator des Vereins Equilibrismus aus München. Die Equilibristen wollen eine Alternative zu dem scheinbar unvermeidlichen Dualismus zwischen Kapitalismus und Sozialismus sein. Bereits 2004 hat Bihl, zusammen mit seinem Co-Autoren Volker Freystedt, das theoretische Konzept des "Equilibrismus" vorgelegt. Im Jahr 2008 hat dann der Schriftsteller Dirk C. Fleck mit seinem Öko-Thriller "Das Tahiti-Projekt" den Equilibrismus als fiktionale Utopie auferstehen lassen. Jetzt beginnen die Equilibristen das Tahiti-Projekt als Modellversuch in die Praxis umzusetzen. Unter dem Slogan "From Concept, Through Fiction, to Reality" soll auf Moorea, einer kleinen Insel des tahitianischen Archipels, ein Schulungsdorf entstehen und als Keimzelle der Utopie dienen. Wie kann Utopie gelebt werden? Gibt es wirklich eine Praxis der Utopisten oder ist er erste Schritt zur Realisierung einer Utopie nicht bereits ihr Tod? | ||
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Datum: 30.05.2010Länge: 00:46:10 Größe: 42.32 MB |
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| Teile und herrsche! Die Nischenkultur der Gegenwar - 16.05.2010 | ||
| "Blühende Nischen" - ist das Thema der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "testcard", ein zweimal jährlich erscheinender Reader, der sich der Popkultur von der intellektuellen Seite her annähert. Die These kurz und knapp: Die Gegenwartskultur besteht aus Nischen, ist also fragmentiert wie nie zuvor. Wer das Schöne und Wahre will, kann es finden, muss aber gut suchen. Ein ZÜNDFUNK-Suchlauf nach dem Schönen und Wahren in Nischenform. | ||
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Datum: 16.05.2010Länge: 00:32:42 Größe: 29.98 MB |
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| Wie der Beat nach Deutschland kam. Die Anfänge der Popliteratur in der Bundesrepubli - 09.05.2010 | ||
| Im Amerika der 60er Jahre explodierte geradezu eine neue Literatur: in nur wenigen Jahren erschienen die Hauptwerke von Kerouac, Ginsberg und Burroughs. In Deutschland erfuhr man nur wenig davon. 1966 machte sich ein Student mit einem Fulbrightstipendium auf, seine Heroen kennen zu lernen. Er traf Burroughs, Ginsberg, Leute aus der Factory-Entourage und nannte sich Carl Weissner, damit seine Geldgeber nicht erfuhren, was er wirklich anstellte anstatt zu studieren. Heimgekehrt übersetzte er die Beatniks (und später Bukowski) hierzulande heimisch, denn nun sprachen sie kein Kathederdeutsch mehr, er zerschnitt Texte - die legendären cut ups - und gab die erste Tonbandzeitschrift heraus. Was ist übrig geblieben vom Beat? Und wo finden sich heute noch in der deutschen Literatur Spuren der Geschlagenen? | ||
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Datum: 09.05.2010Länge: 00:48:55 Größe: 44.84 MB |
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| Wie Konversion das Leben verändert - 08.05.2010 | ||
| Der Zündfunk portraitiert fünf Menschen und ihre ganz unterschiedlichen Wege zu einer neuen Religiosität. Warum konvertieren Menschen in Deutschland, was finden sie in der neuen Welt und inwieweit wechseln sie möglicherweise ihre Identität, Kultur und ihre vertrauten Wertesysteme? | ||
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Datum: 08.05.2010Länge: 00:44:38 Größe: 40.91 MB |
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| Stand by me - wann wir uns Gott ins Leben holen - 02.05.2010 | ||
| Die eigene Hochzeit, der Tod des Vaters, die Taufe des Patenkindes. In den Biografien der 20-40-Jährigen sind das die Lebenspunkte, in denen sich die Gedanken zu Gott Bahn brechen, an denen keiner mehr drum herum kommt,sich mit seiner familiären religiösen Prägung und der eigenen Biografie auseinanderzusetzen. Der Generator macht Station an Punkten des Lebens, an denen wir uns - trotz Entfremdung - einer göttlichen, ja sogar kirchlichen Instanz öffnen. | ||
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Datum: 02.05.2010Länge: 00:49:46 Größe: 45.61 MB |
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| Alles echt passiert. Die irakische Band Acrassicauda zwischen Authentizität und Folklore - 25.04.2010 | ||
| Wenn bei Pop von "Authentizität" die Rede ist, ist Vorsicht angesagt: Die Sex Pistols - ein Modegag. Die brutalsten Metalbands sind oft weiße Middleclass-Kids aus reichen Industrienationen. Das macht die Musik nicht schlechter - es zeigt nur, dass Pop ein Netz aus Zitaten und Uneigentlichkeit ist. Das Motto: Man muss keinen Krieg erlebt haben, um gegen den Krieg zu singen. Kluge Inszenierungsbands wie Lady Gaga und Die Antwoord haben das Prinzip der 'Authentizität' mal wieder tief in der Mottenkiste vergraben. Artifizialität ist Trumpf im Popjahr 2010. Das ist die eine Seite. Die Metalband Acrassicauda ist die andere Seite - sie singt von Terror und Todesangst. Die vier Musiker kommen aus Bagdad, viel von dem Schrecken, den sie besingen, haben sie selbst erlebt. Was für andere Metalbands Folklore ist, ist für Acrassicauda Realität: Ihr Übungsraum wurde zerbombt, ohne Waffe ging die Band nicht mehr zur Probe. Und im Irak ist Metal'"Teufelszeug des Westens'', ein Grund, verfolgt zu werden. Nachdem ein westliches Filmteam eine Dokumentation über die Band veröffentlicht hat, waren die Musiker zu bekannt für ihre Heimat: Sie mussten aus dem Irak fliehen. Seit einem Jahr lebt die Band in den USA - nach einer vierjährigen Odyssee durch Flüchtlingscamps im Jemen und der Türkei. Als wohl erste anerkannte Heavy Metal-Flüchtlinge der Welt - finanziell unterstützt von Tausenden Metalfans im Internet, die die Geschichte der verfolgten Band berührt hat. Denn ihre Songs sind irgendwie "real". Das kommt an. Gerade ist ihre erste EP "Only The Dead See The End Of The War" erschienen. Promotext: "Every note and every riff of these songs is born from pain, agony, and strife and that can only stem from the experiences that they themselves lived. It's as real as it comes". Der Zündfunk Generator zeichnet die Geschichte einer Band nach, die für ein bisschen Popkultur aus ihrer Heimat geflohen ist. Und über allem steht die Frage: Wie wichtig ist eigentlich für eine Band im Jahr 2010 "real" zu sein - und geht das überhaupt? | ||
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Datum: 25.04.2010Länge: 00:48:20 Größe: 44.30 MB |
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| Road to Afghanistan - was soll die Bundeswehr im Ausland? - 18.04.2010 | ||
| 2007 kritisierte Bundespräsident Köhler, dass das Verhältnis der Deutschen zur Bundeswehr von "freundlichem Desinteresse" geprägt sei. Dabei haben die Deutschen Streitkräfte heute ganz andere Aufgaben als noch vor 20 Jahren. Spätestens nach der Tanklaster-Bombardierung im Herbst in Kunduz wurde klar: Deutschland befindet sich in einem Krieg. Aus dem Staatsbürger in Uniform, der ausschließlich das Land verteidigen sollte, ist ein Kämpfer "out of Area" geworden. Dabei lehnen große Teile der Bevölkerung das Militär zur Durchsetzung sicherheits- und außenpolitischer Ziele weiterhin ab. Doch die Bundeswehr ist schon lange Teil der Außenpolitik, nur wurde eine klare, langfristige Strategie nie formuliert. Stattdessen wollten die Bundesregierungen lieber flexibel bleiben, die Einsätze wurden meist als Hilfseinsätze deklariert. Aber nicht erst seit der Diskussion um den Afghanistan-Einsatz stellt sich die Frage, ob eine Armee für die Aufbauhilfe überhaupt geeignet ist. | ||
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Datum: 18.04.2010Länge: 00:40:39 Größe: 37.27 MB |
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| Gottesdienstkritik - Zündfunkautoren gehen (mal wieder) in die Kirche - 17.04.2010 | ||
| Grau. Ausgerechnet eine Haarfarbe ist es, die die deutschen Gemeinden eint. Grau steht für überaltert, fahl, für jemanden, der die besten Ideen seines Lebens schon gehabt hat. Der Gottesdienst fungiert in Deutschland als Rückzugsraum für die Alten - und in besonders engagierten Gemeinden - ist er es manchmal auch noch ein Platz für Kinder. Wer fehlt - selbst bei den 6 Prozent der Bevölkerung die in die Kirche gehen - sind die 14 - 49 Jährigen. Die werberelevante Zielgruppe im werbefreien Raum. Bei ihnen taugt ein Besuch der Osternacht für mindestens fünf Jahre als Partygesprächsnachweis für religiöse Tiefgründigkeit. Und wer doch über ein zartes, inneres, meistens von Kindheitsreminiszenzen durchsetztes Band zur Kirche verfügt, der bewahrt es im jährlichen Weihnachtsgottesdienst oder über musikalisches Engagement vor dem vollständigen Seelenabriss. Kaum einer kommt auf die Idee jeden Sonntag in die Kirche zu gehen. Das Ergebnis: gegenseitige, verächtliche Entfremdung. Der Landpfarrer verteufelt die urbane, Anzug und Turnschuhe tragende Traugemeinde weil keiner mehr die Liturgie mitsprechen kann und der Bräutigam krallt die Zehen in den steinernen Kirchenboden weil nicht einmal er sich die Predigt zu seiner Hochzeit so weltfremd und platitüdenbesoffen vorgestellt hat. Vier Zündfunkautoren gehen in dieser Sendung mal wieder in die Kirche. Sie nähern sich kritisch an, nicht hämisch, nicht gut gläubig aber manche mit einer leisen Ahnung: Berührt uns ein Kirchenbesuch - vielleicht und ganz heimlich - mehr als wir uns das in unserem pragmatischen Alltagszynismus vorstellen können? | ||
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Datum: 17.04.2010Länge: 00:46:12 Größe: 42.35 MB |
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| Migration und Feminismus: Grenzen und Gemeinsamkeite - 11.04.2010 | ||
| Als im Februar 2005 die 23-jährige Kurdin Hatun Sürücü in Berlin von ihrem Bruder ermordet wurde, begann in Deutschland eine breite Diskussion über die Unterdrückung von Frauen im Islam. Seitdem bestätigen auch Publikationen der Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek über Zwangsverheiratung, öffentliche Auftritte der Frauenrechts-Anwältin Seyran Ates, Veröffentlichungen der Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali und Äußerungen der Kopftuchgegnerin Alice Schwarzer immer wieder das Bild der "durch Patriarchat und Religion unterdrückten und unemanzipierten Muslimin". In der deutschen Öffentlichkeit wird seit 2008 unter dem Label "neuer Feminismus"- angekurbelt durch Publikationen wie die "Alphamädchen", Charlotte Roches "Feuchtgebiete" oder Jana Hensel und Elisabeth Raethers "Neue deutsche Mädchen" - wieder verstärkt über Gleichberechtigung diskutiert. Doch Migrantinnen tauchen in dieser Debatte bis heute nur selten auf. Sie scheinen sich eher als Munition für antiislamische Ressentiments zu eignen und der Migrations- und Integrationsdebatte immer wieder neues Futter zu geben. Denn über Migrantinnen - und nur ganz selten mit ihnen - wird in Talkshows und auf Podiumsdiskussionen nur unter der Überschrift "Integrationsdebatte" geredet. Feminismus spielt dabei selten eine Rolle. | ||
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Datum: 11.04.2010Länge: 00:42:47 Größe: 39.22 MB |
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| Angst oder Argumente, Wissen oder Vermutung - Was prägt unser Bild vom Islam - 28.03.2010 | ||
| Am 16. März hat der ZÜNDFUNK ins Café der Münchner Muffathalle zur Podiumsdiskussion geladen um über Ängste und Ressentiment zu diskutieren, die das Bild und die aktuelle Diskussion um den Islam prägen. Woher kommt das Unbehagen vor dem Islam? Wie ernst muss man die Angst vor muslimischen Parallelgesellschaften nehmen? Keine Religion in der Welt hat derzeit offenbar einen so schlechten Ruf wie der Islam: Wenn in der Öffentlichkeit von Muslimen die Rede ist, dann fallen häufig Begriffe wie "Frauenfeindlichkeit", "Hassprediger", "Minarett-Verbot", "Selbstmord-Attentäter" und "Al-Quaida". Die Angst vor Minaretten, Moscheen und Moslems und einer schleichenden Islamisierung jedoch ist gerade dort besonders hoch wo der muslimische Anteil der Einwohner besonders niedrig ist - das zeigt , wie wichtig und notwendig der Dialog zwischen deutscher Mehrheitsgesellschaft und der zweitgrößten Religionsgemeinschaft in diesem Land ist. Doch wie kann und soll eine Diskussion aussehen, die den Dialog fördert anstatt ihn zu beenden, die Ängste ernst nimmt anstatt sie zu schüren und Feindbilder abbaut anstatt neue aufzubauen? Auf dem Podium: Yasemin Shooman arbeitet an der TU Berlin am Zentrum für Antisemitismus-Forschung. Und schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit über islam- und muslimfeindliche Diskurse in Deutschland. Der Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe hat sich intensiv mit arabischem und muslimischem Recht beschäftigt. Michael Kiefer, Islamwissenschaftler aus Düsseldorf, forscht und lehrt an der Universität Erfurt, vor allem über den islamischen Religionsunterricht. Als Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin und Chefvermittlerin in Sachen Liberaler Islam jettet Rabeya Müller mit Rollkoffer und einem Stapel Broschüren deutschlandweit von Lehrerfortbildung zu Religionsunterricht. | ||
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Datum: 28.03.2010Länge: 00:55:08 Größe: 50.53 MB |
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| Zwischen Kritik und Ressentiment? - 21.03.2010 | ||
| Welche Klischees und Vorurteile prägen unser Bild vom Islam? Und wie wirkt sich dieses auf den deutschen Alltag von Muslimen und Nicht-Muslimen aus? Bei öffentlichen Moscheeführungen in der Gemeinde Penzberg beispielsweise wird immer wieder deutlich, dass das Bild von der Religion häufig von der Meinung über einzelne Muslime bestimmt wird. Der Imam von Penzberg wünscht sich einen offenen vorurteilsfreien Dialog, sieht diesen aber unter anderem von einigen Staatsbeamten erschwert, die nicht vom Bild eines potentiell gefährlichen Islam abweichen wollen. Auf der einen Seite gilt vielen die Islamische Gemeinde Penzberg als Vorbild für gelungene Integration - gleichzeitig steht sie aber im Verfassungsschutzbericht, weil Mitgliedern Kontakte zur Milli Görüs-Bewegung vorgeworfen werden, die als demokratiefeindlich eingestuft wird. Eines der gängigsten Klischees über den Islam ist bis heute, dass muslimische Frauen per se unterdrückt werden, als augenscheinliches Symbol dieser Unterdrückung gilt das Kopftuch. Längst hat die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor die Diskussion um das Kopftuch deshalb zur "K-Frage" erklärt, eine Frage, zu der sie in ihrem Alltag immer wieder Stellung beziehen muss. Lamya Kaddor berichtet aber auch, wie selbst muslimische Jugendliche von Klischees über Ehre und Geschlechterrollen geprägt werden. Kolja Mensing hat für sein Theaterstück "Moschee DE" Interviews mit den realen Protagonisten eines Streits um eine Moschee am Rande Berlins geführt und in seinem Stück verdeutlicht, welche Menschen - und Interessen - sich hinter dem vermeintlichen Kampf der Kulturen verbergen. | ||
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Datum: 21.03.2010Länge: 00:37:22 Größe: 34.26 MB |
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| Von der Kritik zum Ressentiment? Zur aktuellen Diskussion um den Islam - 14.03.2010 | ||
| Seit dem 11. September 2001 erfahren Muslime eine wachsende Ablehnung in den westlichen Gesellschaften, werden zunehmend unter Generalverdacht gestellt. Typisch für Rassismus jeder Art: Die Ablehnung ist dort am größten wo es am wenigsten Muslime gibt. In Ungarn beispielsweise gehört nur ein Prozent der Bevölkerung dem Islam an. Knapp 60 % sind aber der Meinung es gäbe zu viele Muslime im Land. In Deutschland glauben 46 %, dass es zu viele Muslime gibt, dabei sind gerade einmal 5 % der Einwohner Moslems. Ressentiments gegenüber Muslimen und dem Islam sind also kein Randphänomen, sondern in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt. Und die Ausprägungen dieser Islamophobie sind komplex: Angst vor dem Islam und Islamfeindlichkeit zeigen sich heute nicht in klassischen Formen von Rassismus, sondern in seinen modernen Spielarten: So werden Muslime nicht etwa wegen ihres äußerlicher biologischer Merkmale wie Haut- und Augenfarbe attackiert, sondern weil sie Repräsentanten einer Religion sind, die als bedrohlich gilt. Doch Islamophobie ist auch ein Kampfbegriff: Seit den Turbulenzen um die Mohammed-Karikaturen im Jahr 2006 versuchen islamische Staaten auf internationaler Ebene Kritik am Islam als rassistisch zu brandmarken. Auf ihre Initiativen hin verabschiedet der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen jedes Jahr eine Resolution, wonach die Diffamierung von Religionen als Menschenrechtsverletzung gilt. Gegen diese Resolution formierte sich 2009 eine Initiative aus 180 NGOs, die darin die Meinungsfreiheit gefährdet sahen. Wie in den hiesigen Feuilletons wird also auch international diskutiert: Doch wie kann und soll so eine Diskussion aussehen, die den Dialog fördert anstatt ihn zu beenden und Feindbilder abbaut anstatt neue aufzubauen? | ||
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Datum: 14.03.2010Länge: 00:41:22 Größe: 37.93 MB |
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| Sei was du scheinen möchtest. Alice in Wunderländern - 07.03.2010 | ||
| Mit Tim Burtons Film "Alice im Wunderland" blockbustert gerade die jüngste Version einer Geschichte weltweit durch die Kinos, die der britische Schriftsteller und Mathematiker Lewis Carroll 1865 veröffentlichte. Mit Johnny Depp als rebellischem Hutmacher "Mad Hatter" prominent besetzt, bei einem Budget von 250 Millionen Dollar phantastisch ausgestattet, mit opulenter Computergrafik und natürlich in 3D: "Es ist ein so großer Teil unserer Kultur", wird Regisseur Tim Burton zitiert. Womit er recht hat. Ein Stoff, der viel mehr ist als nur ein "Kinderbuch-Klassiker": die Geschichte von Alice im Wunderland hat seit ihrer Veröffentlichung unzählige Autoren, Musiker und Filmemacher inspiriert. Der ZÜNDFUNK-Generator nimmt die Originalgeschichte und ihre Entstehung unter die Lupe und läßt nicht nur die vielen Variationen, Illustrationen und Interpretationen dieses Stoffes Revue passiern - von Walt Disney über Claude Chabrol bis Tim Burton, von Christian Enzensberger bis Gilles Deleuze -, sondern verfolgt auch die Spuren, die "Alice" durch das Land Pop zieht - von Jefferson Airplanes "White Rabbit" bis zum letzten Album von Snoop Dogg: "Malice N Wonderland". Ein Streifzug mit Alice durchs Wunderland, betrachtet durch die Augen von Künstlern, Philosophen und Naturwissenschaftlern, nicht als bunten Kindertraum, sondern als frühen Blick in den Abgrund. | ||
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Datum: 07.03.2010Länge: 00:42:58 Größe: 39.38 MB |
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| Alles bestens? Die Künstler Florian Meisenberg und Mai Thu-Perret und ihr Umgang mit dem, was war, ist und sich auch in Zukunft wiederholen wird - 28.02.2010 | ||
| Der zeitgenössische Künstler bedient mehr oder minder zynisch den Markt. Er glaubt nicht mehr an das Originalgenie, zitiert und samplet lustvoll und rein intuitiv und hat kein Problem damit zuzugeben, dass sein letztes Ziel Erfolg ist. Zerknirschung und Selbstzerfleischung war gestern. Leben und sich inszenieren ist heute. Geschult vom und im Kunstbetrieb, findet sich derzeit kaum noch ein Künstler, der seinen Ansatz nicht in ein paar griffigen Formulierungen vorstellen könnte. Keine Bewerbung für Stipendien, Wettbewerbe, Festivals und Ausstellungen ohne Statement und die Kompetenz, das Phänomen "Künstler" zu bedienen. Wie jedes Kind seiner Zeit agiert auch der zeitgenössische Künstler nicht im luftleeren Raum. Irgendwie war ja schon mal alles da, an Ideen, Epochen und Ansätzen. Eine weitere Avantgarde auszurufen, sich völlig neu zu positionieren in der Kunstgeschichte, ist nicht möglich. Die Vergangenheit wird zwar nicht gelebt, aber entkommen können wir ihr nicht. Florian Meisenberg und Mai-Thu Perret verfolgen gegensätzliche Ansätze, mit diesem Wissen umzugehen, und genau das macht sie interessant: Ein Maler, der sich gegen das Maler-Image wehrt, obwohl gerade dieses Image seinen Erfolg ausmacht und eine Autorin von Geschichte und Geschichten, die in ihren Arbeiten konsequent das eigene "Ich" vermeidet. | ||
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Datum: 28.02.2010Länge: 00:49:03 Größe: 44.95 MB |
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| Von Clownsarmeen und rosa Hasen: Die Geschichte der Globalisierungskritik und ihrer Protestformen - 21.02.2010 | ||
| Sambagruppen, Straßentheater-Aktivisten, in pink und silber gekleidete Feen und Cheerleader und Clownsarmeen: Die Proteste der Globalisierungskritiker sehen oft eher nach Stadtfest aus als nach Demo. Lustig, spielerisch, kreativ will man gegen die Mächtigen der Welt protestieren. Aber auch Straßenschlachten und Auseinandersetzungen mit der Polizei prägen bis heute unser Bild von der globalisierungskritischen Bewegung. Anfang der 2000er Jahre erfreute sich vor allem Attac, das Netzwerk aus Organisationen und Einzelmitgliedern, wachsender Mitgliederzahlen. Doch der anfangs innovative Ansatz, eine Plattform für andere Organisationen zu sein, scheint bereits nach 10 Jahren überholt: Während sich attac im Moment schwer tut, von der aktuellen Wirtschaftskrise zu profitieren, sind kleine Organisationen sehr erfolgreich, die ihren Protest vor allem durch das Internet organisieren. Dort können Leute mit minimalem Zeiteinsatz und ohne sich mit einer großen Organsation herumschlagen zu müssen, punktuell aktiv werden. Während attac noch "Mitglieder" hat, brauchen Initiativen wie campact.de nur noch Aktivisten. | ||
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Datum: 21.02.2010Länge: 00:47:12 Größe: 43.25 MB |
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| Freizeit nach Feierabend? Über die Zukunft von Arbeit, Freizeit und die graue Zone dazwische - 14.02.2010 | ||
| Was vor einigen Jahren als idealisierte Arbeitsweise der sogenannten Digitalen Bohème galt, ist längst Alltag geworden: "Arbeit" ist oft eine Mischung aus freiwilliger Selbstausbeutung, ökonomischer Intelligenz und finanzieller Instabilität. Die Zeit der arbeitsfreien Freizeit ist vorbei. Nicht nur Autoren oder Designer leben in einer Grauzone aus Arbeit, Freizeit und ständiger Verfügbarkeit. Für immer mehr Menschen gilt: Das Handy bleibt am Wochenende an - und der Chef hat die Nummer. Die Aus- und Weiterbildung zahlt man selbst und absolviert sie nach Feierabend. So ist Freizeit zu einer Art Tafelsilber geworden, das man in schlechten Zeiten eben verkaufen muss: Und weil die Zeiten schlecht sind, boomt der Markt. Der Onlineversand Amazon etwa betreibt einen Marktplatz für ausbeuterisch bezahlte Mikroarbeit. Dort kann jeder für ein paar Dollar pro Tag digitale Fließbandarbeit verrichten. Denn mal ehrlich: Ist die Zeit beim Telefonieren oder zwischen zwei Terminen nicht eigentlich zu kostbar, um nicht ein paar Cents dazu zu verdienen? Wer profitiert davon, wenn Freizeit und Arbeit verschwimmen, Zeitarbeit zur Jederzeitarbeit wird, und welche Kritik an diesem Konzept sollte man beachten? | ||
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Datum: 14.02.2010Länge: 00:43:04 Größe: 39.47 MB |
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| Die Quersumme von 42. Ein Ausblick auf die Ausblicksindustrie - 07.02.2010 | ||
| In der klassischen Physik ist die Anzahl der zukünftigen Möglichkeiten stets gleich oder höher als in der Vergangenheit. Das klingt beruhigend. Glauben wir jedoch politischen Auguren, so scheint es immer nur eine einzige Zukunft zu geben, und die lässt sich natürlich am besten mit der jeweils selbstofferierten Lösung erreichen oder vermeiden. Denkfabriken und professionelle Trendberatungen überbieten sich mit Wissen über unsere Zukunft, obwohl der größte gemeinsame Nenner die Widersprüchlichkeit ihrer Prognosen bleibt. Es scheint, als habe sich selbst die Zukunft in einen Marktplatz aus Angebot und Nachfrage verwandelt. Am Anfang dieser Ausblicksindustrie stand einst die Zukunftsforschung. Vor mehr als einem halben Jahrhundert wollte sie die Demokratie stärken und technokratischer Planung entgegentreten. Was sind die Ziele heutiger Zukunftsproduktion? Wie beantwortet sie die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest? Wie sieht die Zukunft der Zukunftserforschung aus? | ||
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Datum: 07.02.2010Länge: 00:34:10 Größe: 31.33 MB |
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| Von Demokratie zur Postdemokratie - 31.01.2010 | ||
| Die Krise ist noch lange nicht überstanden. So ehrlich dies nicht zu verschweigen, sind unsere Politiker immerhin. Das betrifft nicht nur die Finanz- und Wirtschaftskrise. Gemeint ist auch eine Krise in der sozialen Balance und in der politischen Kultur. Freiheit und Demokratie, an beide haben wir uns alle mittlerweile so sehr gewöhnt, dass wir sie als selbstverständlich ansehen, beginnen einander zunehmend ins Gehege zu kommen. Immer mehr Bürger nehmen sich die Freiheit, den demokratischen Staat und seine Organe zu ignorieren: diesem Staat möglichst wenig von sich zu sagen, auch nicht mit dem Medium des Wahlzettels, und sich von diesem Staat möglichst wenig sagen zu lassen, auch nicht mit dem Mittel der Rechtsstaatlichkeit. Zugleich fühlt sich der demokratische Staat bemüßigt, immer stärker in die Bürger- und Menschenrechte einzugreifen, voller Misstrauen Daten zu sammeln, potentiellen Aufruhr im Keim zu ersticken, Überwachung und Strafe zu forcieren oder Maßnahmen gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, da diese Maßnahmen angeblich "alternativlos" oder "systemrelevant" sind. Etwas ist faul im demokratischen Staat, etwas das auch in den sorgfältig inszenierten Auftritten im Dauerwahlkampf und in den Endlosschleifen des Infotainments nicht verschwinden will. Wie also sieht sie aus, die Zukunft eines politischen Systems, das immer als das fortschrittlichste gegolten hat? | ||
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Datum: 31.01.2010Länge: 00:39:59 Größe: 27.50 MB |
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| Hauptsache "echt"? Politiker zwischen sachlichen Argumenten und dem Zwang zur Authentizität - 24.01.2010 | ||
| Zwar ist die Regierungszeit des "Brioni-Kanzlers" längst vorbei, doch erst durch Gerhard Schröder ist es in Deutschland ein vieldiskutiertes Thema geworden, wie Politiker an ihrem Image arbeiten. Inzwischen hat England einen "Teflon-Tony" Blair hervorgebracht, Italien einen "Cavaliere" Berlusconi und Frankreich den "président bling-bling" Sarkozy. Dabei stellen sich die mediengewandten Politiker doch nur auf die Bedürfnisse des Publikums ein: Das wählt gerne "authentische" Politiker, und wünscht sich eine Persönlichkeit, die eigentlich nicht Politiker ist, sondern ganz "normaler", sympathischer Mensch von nebenan. Diesem Bedürfnis kommt der Politikbetrieb nach, indem er diese Authentizität inszeniert, natürlich mit allen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit. Doch die meisten politischen Fragen lassen sich nicht durch "basta" oder inszenierte Führungsstärke lösen. Sachentscheidungen und politische Teilnahme an einem demokratischen Prozess sind üblicherweise langwierig und anstrengend. Was wird passieren, wenn niemand mehr darüber spricht, ob die "authentischen Überzeugungen" von Politikern überhaupt richtig sind? Und: Ist diese Entwicklung zwangsläufig "negativ" für eine demokratische Gesellschaft? Viele sehen in der inszenierten Authentizität von Politik den Niedergang einer bürgerlichen Öffentlichkeit, die traditionell in einem politischen Diskurs wichtige Fragen der Gesellschaft geklärt und die verschiedenen Interessen austariert hat. Allerdings stellen Soziologen dieses habermas'sche Ideal der bürgerlichen Öffentlichkeit neuerdings in Frage und behaupten: Diese Öffentlichkeit hat es auch früher so nie gegeben. | ||
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Datum: 24.01.2010Länge: 00:43:04 Größe: 29.62 MB |
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| Wohlfahrtsstaat oder Wohltätigkeitsstaat? Wie die neue Freiwilligkeit unsere Gesellschaft verändert - 17.01.2010 | ||
| In der Diskussion um die Zukunft der Wehrpflicht geht es vor allem um eines: Um die Zukunft des Zivildienstes. Der ist für unser Sozialsystem mittlerweile so wichtig geworden, dass mancher Politiker sogar ein soziales Pflichtjahr für alle fordert, um ihn zu ersetzen. Meist wird jedoch an die Solidarität der Bürger appelliert: Das Ehrenamt muss gestärkt werden, wohlhabende Bürger sollen mehr spenden, junge Menschen öfter ein Freiwilliges Soziales Jahr antreten. Doch an der neuen Kultur der Freiwilligkeit gibt es auch Kritik: Statt auf einklagbare staatliche Ansprüche müssen sich Bedürftige zunehmend auf den privaten Idealismus der Bürger verlassen. Statt wohlhabende Bürger zu besteuern, baut der Staat lieber auf deren Solidarität in Form von Spenden. Ist die neue Freiwilligkeit also die Kehrseite eines Sozialstaats, der immer weiter abgebaut wird, oder ein Zeichen für den starken Zusammenhalt in Krisenzeiten? | ||
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Datum: 17.01.2010Länge: 00:32:47 Größe: 22.56 MB |
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| Apocalypse später. Die indigenen Völker und das Desaster von Kopenhagen - 10.01.2010 | ||
| Der Erde ist das Klima herzlich egal. Wenn auf dem Klimagipfel in Kopenhagen etwas gerettet werden sollte, dann die Spezies Mensch. Welche brutalen sozialen Folgen der Klimawandel für den Menschen hat, das hat der Sozialpsychologe Harald Welzer in seinem Buch "Klimakriege" herausgearbeitet. Kriege um Land, Wasser und Ressourcen werden die Welt überziehen. Auch die Festung Europa wird heftig geschliffen werden, wenn Armeen von Klimaflüchtlingen Einlass begehren. Denn der globale Süden wird am heftigsten unter der Erwärmung zu leiden haben. Vor allem die Indigenas, die Ureinwohner der Erde, sind in ihrer Existenz bedroht. Darum haben sie mit am lautesten protestiert in Kopenhagen: für ihr Recht auf das Leben, das sie seit jeher führen. Sie lehnen das System ab, das für den Klimawandel verantwortlich ist. Auf dem alternativen Kopenhagener Klimagipfel haben sie versucht darzulegen, wie der reiche Norden von den indigenen Völkern lernen kann, gerade angesichts der Krise. Doch dafür ist ein Reset der westlichen Denkart vonnöten. | ||
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Datum: 10.01.2010Länge: 00:47:13 Größe: 32.47 MB |
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| Die Vermessung der Google-Welt - 10.01.2010 | ||
| Google ist der bewunderte und gefürchtete Star der IT-Welt. Doch das Unternehmen steht in der Kritik wegen Zensur- und Datenschutzvorwürfen und seiner Monopolstellung. Was will Google eigentlich von uns? Was wollen wir von Google - und was nicht? | ||
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Datum: 10.01.2010Länge: 00:56:25 Größe: 38.79 MB |
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| Die ersten Zehn. Über die Literatur der Nullerjahre - 20.12.2009 | ||
| Was war noch mal das Fräuleinwunder? Oder die neue Ernsthaftigkeit? Welche Bücher, außer Houellebecqs "Möglichkeit einer Insel" würden wir heute mit auf dieselbige nehmen, und zwar nicht nur, weil sie dünn genug sind um schnell ins Kindle eingespeist zu werden? Gibt es nach der Fusionswelle in der Verlagsbranche nun weniger gute Bücher? Und sind Kleinverlage Garant für hohes Niveau? Ist Lyrik die neue Prosa? Und steht der Untergang des Abendlands bevor, weil mit Elfriede Jelinek, Doris Lessing und Herta Müller nun schon drei Frauen innerhalb eines Jahrzehnts den Nobelpreis bekommen haben? Zehn Jahre nach der Jahrtausendwende betreibt der ZÜNDFUNK Literatur-Inventur, und zwar voller Nostalgie, Euphorie und Gnadenlosigkeit: Welche Bücher, Phänomene und Trends haben Bestand, weil sie auch beim Wechsel zum nächsten Jahrtausend noch erhellende Erkenntnisse liefern werden und was hätten wir am besten schon bei seinem Erscheinen ignoriert? | ||
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Datum: 20.12.2009Länge: 00:39:20 Größe: 27.06 MB |
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| Aufstand gegen Big Brother - 14.12.2009 | ||
| Sie protestieren mit kreativen Kampagnen gegen Internetzensur. Sie ziehen für den Datenschutz auf die Straße und vor Gericht. Und sie werden immer mehr. Auf den Spuren der digitalen Freiheitsbewegung. | ||
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Datum: 14.12.2009Länge: 00:49:05 Größe: 33.75 MB |
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| Wo ist vorne? Wie die Hipster die Welt eroberten - 13.12.2009 | ||
| Hipster erkennt man sofort. In jeder größeren Stadt gibt es ein Viertel, in dem man sie trifft. Modebewusste Mittzwanziger bis Mittdreißiger mit engen Jeans oder glitzernden Leggins, altmodischen Flanellhemden, großen Brillen und farbigen Palitüchern. Hipster wissen immer, was angesagt ist. Zwischen Kapstadt und Kopenhagen, Tokyo und London, Erlangen und Istanbul tragen sie dieselben T-Shirt-Marken, laden dieselbe Musik runter und fahren dieselben Fahrräder. Trotzdem ist es schwierig, den Hipster genauer zu definieren, denn das Wesen des Hipstertum ist es, sich ständig zu wandeln und neue Ausprägungen anzunehmen. Und vor allem: alles in sich aufzusaugen und einzuverleiben, was es an gegenkulturellen Bewegungen und Alternativen zum Mainstream je gegeben hat. Die verschiedenen, oftmals radikalen Subkultur-Ströme der letzten Jahrzehnte - Beat, Hippie, Punk, Grunge - sind zu einem großen Fluss verschmolzen. Einem Fluss, der hier und da durch einen Zufluss an ironisch umgedeuteter Trash-Kultur gespeist wird, zum Beispiel in Form von bunten Plastikbrillen oder Opahütchen, aber nie über seine Ufer tritt und auch mal richtig rebelliert, sondern immer schön in seinem gesellschaftlich akzeptierten Flussbett dahin fließt. Aber wie kam es zu diesem transatlantischen Melting-Pot der Styles, der Verhaltensformen und der Geschmacksrichtungen? Und warum gibt es zwar auf der ganzen Welt Hipster, aber warum will niemand ein Hipster sein? | ||
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Datum: 13.12.2009Länge: 00:43:12 Größe: 29.71 MB |
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| In der Mainstreaming-Falle. Der deutsche Film kann gar nicht besser sei - 06.12.2009 | ||
| Seit den Anfängen lebt das Kino von einer Dialektik zwischen Mainstream-Entertainment und Filmkunst. Die deutsche Filmpolitik will nun aber seit den Neunziger Jahren auf eine neue Mitte hinaus: Filme, die ein bisschen anspruchsvoll sind, aber gleichzeitig Mainstream-Appeal haben. Ökonomisch hat das damit zu tun, dass die Ressourcen auf einige Prestige-Projekte gebündelt werden sollen, die auch durch die entsprechenden Fördermaßnahmen begünstigt werden. Zunächst ist das eine formale Frage: Die Filme haben deutsche Themen, müssen aber handwerklich beweisen, dass sie mit internationalen und schließlich auch Hollywood-Produktionen mithalten können. Dafür gibt es einige legendäre Beispiel-Filme wie Oliver Hirschbiegels "Der Untergang", Joseph Vilsmeiers "Marlene" oder "Das Leben der Anderen" und einige Karrieren haben in die globale Bilderfabrik geführt. Aber in der deutschen Cinematografie geht dabei eine neue Schere auf: die zwischen weltläufiger Machart und ausgesprochen provinziellem Inhalt. Echtes Geld können selbst Erfolgsfilme erst in internationaler Vermarktung machen oder in der Nachverwertung durch das Fernsehen - dafür muss man in aller Regel bereits künstlerischen Eigensinn und politische Verve abgegeben haben. Der ersten Teil der ZÜNDFUNK-Generator-Reihe "Was war, was bleibt - eine kulturelle Bestandaufnahme" befasst sich mit dem Film. Es gibt zweifellos Gewinner in dieser neuen deutschen Filmpolitik und dem publizistischen Klima, das es begleitet. Die Filmkunst gehört nicht dazu. | ||
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Datum: 06.12.2009Länge: 00:38:09 Größe: 26.24 MB |
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| Der digitale Graben: Wie das Internet die Generationen spaltet - 29.11.2009 | ||
| Sie lesen eher Blogs als Zeitung, wählen Piratenpartei und beziehen ihre Musik oftmals kostenlos und illegal aus dem Netz. Auch ihre Freundschaften sind digital geprägt. "Sie" - das sind die "digital natives", die Eingeborenen des Digitalzeitalters. Die ältere Generation versteht ihre Lebensrealität kaum noch. Es klafft ein digitaler Graben zwischen ihnen und ihren Denkweisen. Daraus erwachsen ganz unterschiedliche Haltungen zur Welt. Erleben wir einen neuen Generationenkonflikt? Mitschnitt der Podiumsdiskussion vom 17.11.2009 im Café der Muffathalle. | ||
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Datum: 29.11.2009Länge: 00:47:21 Größe: 32.56 MB |
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| Jenseits der Unterhaltungshumorsuppe. Ein Satire-Menü - 22.11.2009 | ||
| "Aus Jux und Dollerei machen wir das hier nicht, wir haben ja ein Anliegen", sagt Titanic-Redakteur Thomas Hintner. Dass in den 30 Jahren ihres Bestehens manchem das Lachen im Halse stecken blieb angesichts der Publikationen und Aktionen von Deutschlands "endgültigem Satiremagazin", ist also möglicherweise ganz im Sinne ihrer Erfinder passiert. In der Satire wird der Witz schon mal zur Waffe. Und dass ein Witz nicht unbedingt eine Pointe haben muss, um lustig zu sein, hat der Erfolg der Wiener Radio-Satiriker Stermann & Grissemann gezeigt. Der Zündfunk-Generator besucht die Köche des intelligenten Humors und findet: Kein Pardon mit niemand. | ||
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Datum: 22.11.2009Länge: 00:52:40 Größe: 36.21 MB |
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| Die Amerikanisierung des Gegenwarts-Humors - 15.11.2009 | ||
| Auch wenn Loriot immer noch als der größte Humorist Deutschlands gilt, der deutsche Erfolgs-Humor hat sich deutlich verändert. Er wird geprägt von Comedy-Shows, die größtenteils im Privatfernsehen stattfinden und die völlig neue Formate durchgesetzt haben, die fast immer aus Amerika stammen. | ||
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Datum: 15.11.2009Länge: 00:40:36 Größe: 27.92 MB |
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| Ich will Spaß - Humor in der deutschsprachigen Popmusik - 08.11.2009 | ||
| Im August 1979 tauchte erstmals der Begriff "Neue Deutsche Welle" auf und mit ihm kam die Zeit der genialen Dilettanten. Und des Spaßes. Ein musikalischer Streifzug durch 30 Jahre Humor im deutschsprachigen Pop. | ||
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Datum: 08.11.2009Länge: 00:56:37 Größe: 38.92 MB |
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| Digital Natives - Die Generation Internet zwischen Mythos und Alltag - 25.10.2009 | ||
| Während die Elterngeneration noch ratlos vor ihrem Handy steht, surft die Generation ihrer Kinder, die Generation der sogenannten "Digital Natives", selbstverständlich durch die Online-Welt. Und ruft unzählige Ängste wach: Piraten, Raubkopierer, verhaltensgestörte ADS-Kids, Killerspielsüchtige. Der Zündfunk Generator hat hinter die Fassade der Medienklischees geguckt und mit zwei Digital Natives gesprochen: Mit der 19-jährigen Bloggerin Eva Schulz und dem 29-jährigen Piraten Klaus Müller. Und mit dem Juristen Urs Gasser, der mit seinem Kollegen John Plafrey das Buch "Generation Internet" geschrieben hat. | ||
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Datum: 25.10.2009Länge: 00:40:31 Größe: 27.87 MB |
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| Von Tutti Frutti zum Dschungelcamp. Privatfernsehen in Deutschland - 18.10.2009 | ||
| 25 Jahre nach der Einführung des Privatfernsehens 1984 häufen sich die kulturellen Alarmrufe: der schlechte Geschmack, die Verrohung, die Überfütterung mit absurden audiovisuellen "Trash"-Angeboten. Tatsächlich wird das Privatfernsehen nicht nur für einen beklagenswerten Verfall des Niveaus in unserer audiovisuellen Kultur verantwortlich gemacht, sondern auch für die Vertiefung des sozialen Grabens. Von den Schmuddel-Talkshows über das Dschungel-Camp bis zu den öffentlichen Demütigungen in "Deutschland sucht den Superstar" reicht die Palette eines Programms, das man "Unterschicht-Fernsehen", "Scheiß-Privatfernsehen" (Badenwürttembergs Ministerpräsident Oettinger) oder "Arbeitslosen-Fernsehen" nennt, ohne einen über solche Empörung hinausgehenden Ansatz zur Kritik zu finden. Und doch ahnen wir, dass diese Art von Fernsehen mehr ist als nur die Einübung von Geschmacklosigkeit oder die billigste Form der Drogen, die eine Gesellschaft ihren Verlierern anbietet. Der Generator beleuchtet das politische, kulturelle und wirtschaftliche System des Privatfernsehens in Deutschland, um eine Kritik zu ermöglichen, die über bloße Gesten der Empörung und Distanzierung hinausgeht. | ||
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Datum: 18.10.2009Länge: 00:39:42 Größe: 27.31 MB |
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| Die Blog-Konfrontation: Über das Verhältnis der Blogosphäre zu den klassischen Medien - 11.10.2009 | ||
| Das Verhältnis der klassischen Medien zur Blogosphäre ist kompliziert. Zwar werden Blogs durchaus als belebende Elemente in der Medienlandschaft wahrgenommen, oft werden sie aber auch misstrauisch beäugt - als unseriöse, besserwisserische und vor allem kostenlose Konkurrenz. Der Spiegel urteilte etwa im Juli 2008, die deutsche Blogger-Szene sei irrelevant, unpolitisch und unprofessionell. Dagegen wehren sich die Blogger natürlich. Was ist dran am Bild des unpolitischen, wirkungslosen deutschen Bloggers? Kratzt die Blogosphäre gar an der Position von Leitmedien wie Spiegel, FAZ und Co.? | ||
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Datum: 11.10.2009Länge: 00:39:31 Größe: 27.18 MB |
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| Endlich Kunst? Upgrade zu dem, was mal Medienkunst hieß - 04.10.2009 | ||
| Ein frisch geschlachteter Rinderkopf, ein gekippter kaputter Fernseher und ein zerpfriemeltes Tonband: So startete der Künstler Nam June Paik 1963 in Wuppertal die Medienkunst. Der Provokation folgte der Boom und wiederum die Reaktion von Künstlern, die alles, was Strom braucht, rundweg ablehnen. Dennoch kommt ein halbes Jahrhundert später keine große Ausstellung mehr ohne Video, Sound oder digitale Werkzeuge aus. Hat das Genre sich damit selbst überflüssig gemacht - oder brauchen wir die Medienkunst nicht nötiger denn je, weil die Neuen Medien so schlecht sind? | ||
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Datum: 04.10.2009Länge: 00:37:36 Größe: 25.86 MB |
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| Im digitalen Wirtshaus: Eine Wiener Facebook-Community - 27.09.2009 | ||
| Willkommen im Club: "6 aus 300 Millionen"! Wer sich Einblicke in die riesige Facebook-Gemeinde verschaffen will, muss auswählen. Wer seine Online-Freunde persönlich treffen möchte, muss auch mal verreisen. Judith Schnaubelt hat sich nach Wien aufgemacht, wo ihre interessanteste Gesichtsbuch-Posse lebt: Sechs Künstler, Journalisten und andere Entertainer, die gerne online Schmäh führen und trotzdem nicht nur zum Spaß vernetzt sind. Sie alle sind garantiert keine Avatare im Web 2.0. | ||
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Datum: 27.09.2009Länge: 00:42:41 Größe: 29.36 MB |
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| Gesellschaftsspiele im Web 2.0: Der Medienjongleur Johannes Grenzfurthner - 20.09.2009 | ||
| "Viele Leute verstehen nicht, dass das Internet für mich ein Lebensraum ist; eine Multitude von neuen Medien und Mikromedien, in der ich mich täglich aufhalte, arbeite und lebe", sagt Johannes Grenzfurthner, 34. Er ist Professor für Mediendesign in Graz, Mitbegründer der weltweit vernetzten Kunst- und Theorieneigungsgruppe Monochrom, mit Hauptsitz in Wien. Grenzfurthner hat sechs Facebook-Profile, ist begeisterter Twitterfan und schreibt auf diversen Weblogs. Er veranstaltet Symposien und Festivals für digitale Kunst und Kulturen, wie z.B. Urban Hacking - Paraflows 09, das bis 20. September in Wien stattfand. | ||
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Datum: 20.09.2009Länge: 00:44:36 Größe: 30.67 MB |
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