10.02.2010
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Endspurt auf der Wiesn: Am Tag der Deutschen Einheit und am Schlusstag gab es einen regelrechten Besucheransturm - trotz oder gerade wegen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen.
Stand: 04.10.2009
Die Zielmarke hatte Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl klar vor Augen: Sechs Millionen Besucher sollten es dieses Jahr werden.
Angesichts des fantastischen Wetters war die Wiesn heuer ein Selbstläufer und auf Rekordkurs - bis am zweiten Wiesnsonntag der Terroralarm aus dem fröhlichen Volksfest eine Hochsicherheitswiesn machte. Und der Wiesn-Chefin einen Strich durch die Rechnung machte: Nur 5,7 Millionen Besucher konnte sie vermelden. Wirtschaftskrise , aber vor allem die Angst vor den Terrordrohungen, wurden als Hauptgründe für den Besucherrückgang genannt.
Bis zum Oktoberfest-Ende blieben alle Zufahrtswege blockiert. Über 700 uniformierte Beamte kontrollierten alles und jeden auf dem Weg zur Wiesn.
In der zweiten Wiesnwoche waren die Umsätze deutlich zurückgegangen, viele Besucher haben sich abschrecken lassen - nicht nur von den Sicherheitsmaßnahmen, sondern auch von allerlei kursierenden Räuberpistolen. So sollen schon mehrere Bomben entschärft, ein geheimes Lazarett errichtet und Totalsperren geplant sein.
Als Tippgeber fungierte jeweils ein geheimnisvoller, dankbarer Araber. Alles Unsinn! Der bislang einzige Bombenalarm am Donnerstagnachmittag in der U-Bahn-Station "Poccistraße" war unbegründet. Ein herrenloser Koffer stellte sich schnell als vollkommen harmlos heraus.
In die Abteilung Panikmache gehörte der Aufmacher der "Abendzeitung" vom Donnerstag. Nach einem "Terror-Einsatz am Glockenbach", so die AZ, wurden am Mittwoch vier Personen vorübergehend festgesetzt. Nach wenigen Stunden kamen alle wieder frei: "Kein Tatverdacht", wie es hieß. Dass Polizei und Staatsanwaltschaft bei einem Verdacht auch ohne konkrete Vorwürfe nicht lange fackeln, hatten sie bereits am ersten Wiesn-Samstag bewiesen.
In einer Aktion waren zwei arabische Männer, die schon länger in München wohnen, "vorbeugend in Polizeigewahrsam" genommen worden. Ihnen wurden keine Straftaten vorgeworfen, dennoch blieben sie bis zum Ende des Oktoberfestes am 4. Oktober eingesperrt, gleich danach wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Vorwurf: Beide sollen, direkt oder indirekt, Kontakt zu dem Bonner Islamist Bekkay Harrach gehabt haben.
"Ich mache kein Hehl daraus, dass ich erleichtert bin, dass die Wiesn gut zu Ende gegangen ist," so lautete die Bialnz von Innenminister Herrmann nach dem Oktoberfestende. Zeitweise seien bis zu 1.200 Polizisten gleichzeitig im Einsatz gewesen, um die Wiesn zu sichern - dreimal so viele wie üblich. Herrmann dankte sowohl den Polizisten wie auch den Anwohnern, die unter den Kontrollen zu leiden hatten.
Auf einem in den kurz vor der Wiesn aufgetauchtem Terrorvideo drohte der Al-Kaida-Anhänger Bekkay Harrach mit einem "bösen Erwachen" in Deutschland nach der Bundestagswahl. Hintergrund der von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als "Vorsichtsmaßnahme" deklarierten Fahrverbote und Absperrungen rund um die Wiesn war auch ein weiteres Drohvideo. Darin warnte ein Islamist namens "Ajjub" vor einem "Angriff auf Deutschland". Unterlegt wurde die Drohung mit Bildern vom Oktoberfest, vom Brandenburger Tor und dem Kölner Dom.
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