
Ein Zahn steht ab, deshalb braucht Maximilian eine Spange. Eigentlich zahlt das die gesetzliche Krankenkasse. Doch der Kieferorthopäde überzeugt Maximilians Mutter von Leistungen, die sie privat bezahlen muss. Schon bald kann sie die vielen Rechnungen nicht mehr begleichen. Sie summieren sich auf etwa 7 500 Euro. Für die Alleinerziehende eine Katastrophe.
Sie ist kein Einzelfall, sagt die Verbraucherzentrale. Eine Umfrage ergibt: die Hälfte aller Eltern fühlt sich von ihrem Kieferorthopäden unter Druck gesetzt.
Teure Extras wie spezielle Drähte, Zahnversiegelungen, aufwendige Diagnoseverfahren oder durchsichtige Brackets würden den Eltern aufgenötigt. Dabei reiche für eine gute Behandlung in der Regel die Kassenleistung.
Der Berufsverband der deutschen Kieferorthopäden weist die Vorwürfe zurück. Schließlich werde niemand gezwungen, zuzuzahlen.
Die Unabhängige Patientenberatung jedoch warnt: der Patient sei heute immer mehr Kunde und der Arzt eben auch Unternehmer.
Dr. Uwe Niekusch von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland empfiehlt Eltern deshalb, von Anfang an kritisch zu sein, Fragen zu stellen und die Aussagen des Kieferorthopäden prüfen zu lassen. Denn wer private Leistungen bereits in Anspruch genommen hat, für den ist es zu spät.