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Im Interview: Prof. Kemfert (c) MiMa

Prof. Claudia Kemfert zu Solarstrom

 

Im ARD-Mittagsmagazin nahm Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, zum Thema "Erneuerbare Energien" Stellung.

Kemfert: "Sonne - Energieform der Zukunft"

Das Projekt "Desertec", Solarenergie aus der Wüste, hält die Energieökonomin Claudia Kemfert vom DIW für sehr gut - allerdings sei das ein langfristiges Projekt für die nächsten 30 bis 40 Jahre. "Das heute begonnene Projekt ist eher zur Energieversorgung für Afrika und Südeuropa." Die Abhängigkeit von Afrika sollte nicht überbewertet werden, meinte Kemfert. Schließlich profitiere Afrika durch Wohlstand und Arbeitsplätze. Und: "Anschlagsgefahr ist bei jeder Energieform vorhanden."

Für die größte Herausforderung hält die Energieökonomin den Transport der Energie über so weite Strecken. Sie rechnet eher damit, dass es bald möglich sein wird, in Deutschland selbst genügend Energie über Solartechnik zu produzieren und auch zu speichern. "Dann bräuchten wir so große, weit entfernte Projekte gar nicht mehr."

Kemfert hält die Sonne für die Energieform der Zukunft. "Die Konzerne bewegen sich in die richtige Richtung, und das finde ich wunderbar." Allerdings rechnet sie mit Zeiträumen von bis zu 70 Jahren. Bis dahin wird Deutschland auf einen breiten Energiemix angewiesen sein. "Wir beziehen 50 Prozent des Stroms aus Kohle, die müssen wir umweltfreundlicher machen. Die Atomkraft können wir noch nutzen, so lange sie sicher ist und wir werden Gas weiter nutzen - dazu erlangt die erneuerbare Energie immer größere Bedeutung."

Zur Preisentwicklung meint Kemfert: "Die Zeit der billigen Energie ist vorbei. Wir werden uns auf höhere Preise einstellen müssen."


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