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Er geht ganz nah ran
Wenn ich mir ein Sternzeichen hätte aussuchen können, wäre ich gerne Löwe geworden. Mir gefällt diese Ruhe, diese Geduld und natürlich die Kraft die sie haben. Aber weil ich am 16. Dezember Geburtstag habe, bin ich Schütze. Die haben ja scharfe Augen und sind gute Jäger. Und ein guter Jäger muss ich auch sein, wenn ich die Tiere vor meine Kamera bekommen will.
Aber ein bisschen was habe ich doch auch von einem Löwen: Denn wenn ich Tiere filme, brauche ich auch viel Geduld und Ausdauer - naja und natürlich auch Kraft. Denn manchmal müssen wir alles selbst schleppen. Einmal in Burma konnten wir unsere Ausrüstung von Elefanten tragen lassen. Klar bin ich da auch selbst auf einem Elefanten geritten. Das ist übrigens gar nicht so bequem, wie es von unten aussieht. Das hat so stark gewackelt, dass ich dann doch lieber hinter meinem Elefanten hergelaufen bin.
Meine Lieblingstiere sind Gorillas. Vermutlich weil ich einmal mit einem Gorilla-Baby eine Woche lang zusammengelebt habe. Wilderer hatten eine ganze Gorilla-Familie getötet. Nur das Gorilla-Baby hatten sie verschont. Wir haben es dann mitgenommen, um es in einem Zoo abzugeben. "Jerry" war überhaupt nicht scheu. Er wollte überall dabei sein und war schon so kräftig, dass er mir ständig am Hosenbein hochgeklettert ist. Wir haben ihm Windeln angezogen und haben ihn mit Baby-Nahrung gefüttert - und natürlich haben wir einen Film über Jerry gemacht.
Bevor ich angefangen habe Tiere zu filmen, habe ich Biologie studiert und für meine Abschlussarbeit habe ich mich mit Fledermäusen beschäftigt. Da habe ich eine Fledermaus-Kolonie im Dachstuhl einer Kirche in Au bei Bad Aibling beobachtet. Über 600 Fledermaus-Weibchen haben dort ihre Jungen zur Welt gebracht. Ihr wisst ja sicher, dass sich Fledermäuse immer mit den Füßen oben festkrallen und den Körper nach unten baumeln lassen. Aber wisst ihr auch, wie sie es anstellen, dass ihre Jungen bei der Geburt nicht runterfallen? Sie spannen ihre Flughäute wie ein Zelt auf - nur eben umgekehrt also nach oben. Da fallen die Jungen dann ganz sanft hinein. Und schon nach ganz kurzer Zeit können sie sich dann alleine festkrallen.
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