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Gentechnik – Den Mikrochip des Körpers verändern
Stand: 25.01.2012
Gene sind wie ein Mikrochip, der alle Informationen enthält, wie ein Körper gebaut wird. Pflanzen müssen zum Beispiel grün werden, sie müssen blühen, sie müssen Wurzeln ausbilden und Blätter – all das wird von Genen gemacht. Und nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern natürlich auch wir Menschen haben Gene im Körper. Unsere Gene sind eingebaut in unsere Zellen, aus denen unser ganzer Körper besteht. Und diese winzig kleinen Gene kann man sich vorstellen wie Perlen, die nebeneinander an einer Perlenkette hängen - also so wie das Modell oben im Bild. Diese Perlenkette ist noch mal verdrillt, so dass man eine dichte Schnur bekommt – wie bei einem Tau. Die Gene sind zusammengedrängt und befinden sich innerhalb jeder einzelnen Zelle im Körper im sogenannten Zellkern.
Genstränge mit Erbinformationen
Bei der Gentechnik geht es darum, diese ganzen Gene zu erforschen und um die Frage, ob man diese so wichtigen Gene irgendwie noch besser machen und nutzen kann. Viele sehen die Gentechnik kritisch. Das liegt daran, dass Gene so etwas Natürliches sind. Und wenn jemand die Natur verändern will, weiß man oft nicht, ob dabei wirklich nur Gutes herauskommt.
Angewendet wird Gentechnik schon heute. In Deutschland werden zwar keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut und als Nahrungsmittel vertrieben, aber in anderen Ländern der Welt, zum Beispiel in den USA, ist das schon weit verbreitet. Wenn eine Pflanze, zum Beispiel eine Tomate, gentechnisch verändert wurde, heißt das, dass in die Pflanze mindestens ein zusätzliches Gen eingebracht wurde. Man verändert gewisse Eigenschaften an dieser Tomate, die man haben will. Zum Beispiel, dass sie röter wird oder nicht so schnell matschig. Eine Tomate, die nicht so schnell matschig wird, klingt eigentlich ganz gut. Kritisch sehen das viele deshalb, weil Nahrungsmittel, die auf Feldern wachsen, als etwas Natürliches angesehen werden. Und deshalb hat der Mensch ein komisches Gefühl, wenn man damit herumspielt und im Labor etwas "dazugibt".
Genetischer Fingerabdruck: 25.000 Gene machen unverwechselbar
Eine Tomate hat wie ein Mensch auch etwa 25.000 verschiedene Gene. Wenn wir 25.000 Gene der Tomate sowieso immer mitessen, dann macht ein Gen mehr nichts aus, sagen Befürworter der Gentechnik. Andere warnen davor, dass man einfach noch nicht so genau abschätzen kann, ob gentechnische Eingriffe in die Natur nicht vielleicht doch ungeahnte Folgen haben.
Doch wie verändert man so eine Tomate überhaupt gentechnisch? Das läuft so ab: Man nimmt eine Tomatenpflanze und beschießt sie mit einer Art Pistole. Allerdings natürlich nicht mit einer Patronenkugel, sondern mit Goldkörnchen. Auf diesen Goldkörnchen sind die zusätzlichen Gene getropft, die später dafür sorgen sollen, dass die Tomate nicht so schnell matschig wird. Wenn die Goldkörnchen dann durch die Pflanzenzelle durchgeschossen werden, verlieren sie diese Gene und geben diese an die Pflanze ab. Danach kann man aus den Zellen dieser beschossenen Pflanze eine neue, dann gentechnisch-veränderte Pflanze anbauen.
Komplette Menschen klonen verboten
Noch schwieriger wird die Sache mit der Gentechnik, wenn es nicht nur um Pflanzen, sondern um Tiere und Menschen geht. Gentechnik-Experten forschen zum Beispiel an Schweinen. Sie nehmen deshalb Schweine, weil diese von den Genen her dem Menschen noch einmal deutlich ähnlicher sind als zum Beispiel Mäuse. Die Forscher hoffen durch ihre Gentechnik-Experimente an Schweinen am Ende Krankheiten von Menschen behandeln zu können, zum Beispiel die Zuckerkrankheit. Menschen, die diese Krankheit haben, fehlt ein Stoff im Körper zum Gesundsein. Insulin heißt dieser Stoff. Schweine produzieren diesen Stoff auch. Also ist die Idee klar: Man möchte den Stoff des Schweins dem Menschen übertragen. Doch so einfach kann man dann doch nicht etwas vom Schwein übernehmen. Die Schweinezellen müssen zuerst für die Menschenzellen sozusagen passend gemacht werden. Und das macht man mit Hilfe der Gentechnik. Verändert man die Schweine gentechnisch, kann man den erkrankten Menschen diese Schweinezellen mit dem helfenden Stoff übertragen. Den Schweinezellen wird sozusagen eine Art Tarnkappe übergezogen, so dass die menschlichen Abwehrzellen diese neuen Zellen nicht als körperfremd erkennen.
Gentechnik am Menschen wird besonders kritisch gesehen, weil es nicht zu rechtfertigen ist, tatsächlich in das Leben des Menschen einzugreifen. Bisher macht man dies höchstens in Bezug auf kleine Teile, zum Beispiel wenn in einem Organ ein bestimmter Defekt vorliegt. Aber man würde es nicht tun, um sozusagen den kompletten Menschen zu verändern.
Mischa Drautz
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