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Schwur - Mehr als ein Versprechen
Stand: 19.10.2011
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An vielen Schulen in den USA wird jeden Morgen der Treueschwur auf die US-Flagge gesprochen.
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"Ich schwör’s dir, ich hab’ vorhin Bastian Schweinsteiger im Supermarkt getroffen!" Wer sagt, dass er etwas schwört, macht das oft deshalb, weil er unbedingt will, dass man ihm glaubt. Und da bestimmt viele bezweifeln, dass man einen berühmten Fußballer zufällig beim Einkaufen getroffen hat, sagt man in diesem Fall vielleicht: "Ich schwör’s".
Ein Schwur ist mehr als ein Versprechen. Ein Versprechen ist eine Abmachung zwischen zwei Menschen, an die sich beide halten wollen. Beim Eid oder beim Schwur bezieht man irgendein höheres Wesen mit ein. Das kann ein Gott oder eine allgemeine Kraft sein, an die man glaubt. Und eigentlich sagt man mit einem Schwur: Wenn ich hier lüge, dann soll mir etwas Schlimmes passieren.
"So wahr mir Gott helfe" - oder eine Ziege?!
Es ist aber fast egal, ob tatsächlich etwas Unangenehmes geschieht, wenn das Geschworene nicht stimmt. Wer auf etwas schwört, was ihm sehr wichtig ist, wie Gott oder seine Mutter, der verpflichtet sich vor allem vor sich selbst, die Wahrheit zu sagen. Und: Einen Schwur spricht man oft nicht nur. Manche heben beim Schwören die Hand oder strecken drei Finger in die Luft, andere legen bei besonderen Anlässen auch die Hand aufs Herz, auf die Bibel oder in anderen Gesellschaften auch auf eine Ziege oder gar einen Kuhfladen.
Ein Trick, den viele kennen, um einen Schwur aufzuheben, ist das sogenannte Hexenkreuz: also wenn man beim Schwören hinter dem Rücken den Zeigefinger und den Mittelfinger übereinander legt. Ob das wirklich gilt, muss jeder selbst entscheiden.
Lügst du oder schwörst du!?
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Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Eid auf die vor ihr aufgeschlagene deutsche Verfassung.
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Schwüre gibt es schon so lange, wie Menschen miteinander sprechen. Sobald der Mensch reden kann, kann er auch lügen. Schwören ist eine Möglichkeit, eine Lüge etwas schwieriger zu machen, weil viele sich an einen Schwur halten wollen. In unserer Gesellschaft gibt es sogar recht viele solcher besonderen Versprechen: Zum Beispiel hat der britische Prinz William bei seiner Hochzeit seiner Frau Kate Treue und ewige Liebe geschworen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Eid geschworen, Deutschland so gut wie möglich zu regieren. Und ganz wichtig: Wer in einem Gerichtsprozess aussagt, muss die Wahrheit sagen. Wenn ein Zeuge schwört und später herauskommt, dass er gelogen hat, kann es sein, dass er dafür sogar ins Gefängnis muss. Im Alltag sagt man oft: "Ich schwöre", aber eigentlich ist ein Schwur nur etwas für besondere Anlässe. Meistens reicht ein ganz normales Versprechen.
Mischa Drautz
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