|
|
Tiere – Verliebt, verlobt, verheiratet?
Stand: 14.02.2011
Es ist immer wieder spannend, sich zu fragen, wie und was Tiere fühlen. Ob es im Tierreich Liebe gibt? Leider können die Tiere uns das nicht erzählen, aber man kann sie beobachten und schauen, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten. Das machen Verhaltensbiologen. Und die können da schon den einen oder anderen Hinweis vermerken.
Bloß keinen Stress!
"Weibliche Gans sucht Partner fürs Leben, mit dem sie sich wohl fühlt und mit dem sie wenig Stress hat!" So zum Beispiel könnte die Kontaktanzeige einer Graugans lauten.
 |
 |
 |
|
|
Verheiratet mit Kindern: Familie Graugans.
|
 |
 |
 |
Denn bei der Wahl ihres Liebsten entscheidet sie sich tatsächlich für den Gänsemann, genannt Ganter, mit dem sie am besten entspannen kann. Das beweisen sogar wissenschaftliche Untersuchungen! Wenn Graugänse ihre Eltern verlassen haben, fangen sie an, sich einen Lebenspartner zu suchen. Sie sind dann erst einmal mit wechselnden Partnern zusammen und probieren sich ein wenig aus.
Wenn man nun regelmäßig den Kot der Tiere untersucht, kann man irgendwann bei den weiblichen Gänsen feststellen, dass gewisse Stresshormone darin immer weniger werden. Und in dem Moment, in dem das passiert, weiß man, dass die Gans sich für den Ganter entscheiden wird, mit dem sie gerade zusammen ist, mit dem sie also am wenigsten Stress hat. In den allermeisten Fällen beschützen sich die beiden von nun an, gehen gemeinsam auf Futtersuche, sorgen für ihre Küken und teilen sich die wichtigen Aufgaben im Leben. So wie sich das eben für Ehepaare gehört!
Lebenslange Treue bei Vögeln
Bei den Vögeln ist lebenslange Treue ziemlich häufig zu beobachten. Es gibt sogar Liebesvögel. Sie werden auch "die Unzertrennlichen" genannt. Das sind kleine grünlich-bunte Papageien, die in Südafrika leben. Diese Liebesvögel sitzen ständig zusammengekuschelt, kraulen sich mit den Schnäbeln und füttern sich gegenseitig.
Wenn man so ein Paar trennt und einen dieser Papageien alleine hält, würde der vor lauter Gram und Liebeskummer zu Grunde gehen. Aber auch bei den Unzertrennlichen gilt: Nicht jeder Vogel fliegt auf jeden! Ein Partner fürs Leben wird schon sehr sorgfältig ausgesucht.
Auch bei den treuen Graugänsen kann man des Öfteren beobachten, dass sie trauern, wenn sie ihren Partner oder ihre Partnerin verlieren. Man merkt das daran, dass sie dann nicht fressen, unruhig sind und laut nach dem Partner rufen und suchen. Wenn zum Beispiel bei einer Jagd der Partner erschossen worden ist, dann sucht der andere ihn oder sie dort, wo sie sich normalerweise aufgehalten habe, und schaut, ob er da noch irgendwo ist.
Immer der Nase nach
Unsere vierbeinigen Freunde, die Hunde, sind dagegen etwas mehr von ihrer Schnüffelnase gesteuert. Aber ob sie verliebt sein können? Es gibt auf jeden Fall einiges, was darauf hindeutet. Zum Beispiel wenn es im Gebiet eine Hündin gibt, die läufig oder empfängnisbereit ist, riechen das die Rüden, also die männlichen Hunde. Das macht sie ganz verrückt, und sie möchten unbedingt zu dieser "duftenden" Hündin hinkommen. Dort sitzen sie dann manchmal sogar stundenlang vor verschlossenen Türen. Sie heulen vor Sehnsucht, um endlich zu ihrer Angebeteten zu dürfen. Wenn sie der dann endlich näherkommen dürfen, gibt es vielleicht ein paar Wochen später kleine Welpen.
Katzen dagegen sind nicht läufig, sondern rollig. Wenn sie das sind, haben sie Lust auf ein kleines Liebesabenteuer. Das signalisieren sie den Katern, indem sie sich im wahrsten Sinne des Wortes vor ihnen auf dem Boden herumrollen. Das gilt übrigens auch für ihre schnurrenden Kollegen aus der Wildnis.
Der Kampf um das Herz der großen grauen Dame
 |
 |
 |
|
|
Große Liebe: Mama Nashorn mit ihrem kleinen Nashörnchen.
|
 |
 |
 |
Bei den Nashörnern sind Liebe und Partnerwahl nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Denn die Nashornkuh hat ein ganz besonderes Auswahlverfahren: Wenn sie einem Männchen begegnet, möchte sie wissen, ob es gesund und kräftig ist und sich als Vater eignet. Um das herauszufinden, kämpft sie mit ihm. Erst wenn der Nashornbulle sich in diesem Kampf als kräftig und pfiffig erweist und sich sozusagen gut anstellt, paart sie sich mit ihm und hofft auf den bestmöglichen Nachwuchs.
Nashörner leiden allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an Liebeskummer, weil sie sich nach der Paarung sowieso gleich wieder trennen. Mama Nashorn zieht nämlich ihr Nashörnchen alleine groß.
Ursel Böhm
|
 |
|
|