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Schnäuzen – Die Sache mit dem Rotz

Stand: 20.07.2011


Haaatschiii (c) Image Source
Es war einmal eine Zeit, da wussten die Menschen noch gar nicht, was ein Taschentuch ist, weder die Reichen, noch die Armen. Vor ungefähr 1.000 Jahren, da schnäuzten sich alle mit den Fingern, beziehungsweise in die Hand. Und die haben sie sich dann an ihrer Kleidung abgewischt. Doch weil die Reichen schon immer gerne ein bisschen vornehmer als die Armen sein wollten, schnäuzten die sich bald darauf nur noch mit der linken Hand, also nicht mit der rechten, mit der auch gegessen wurde.

Als es Jahre später die ersten Stofftaschentücher gab, waren die erst einmal nur etwas für die ganz edlen Leute, also reiner Luxus! Und manchmal sogar viel zu kostbar, um da wirklich hineinzuschnäuzen. Doch auch die Stofftaschentücher wurden mit der Zeit immer gewöhnlicher. Anfang des letzten Jahrhunderts wurde dann das Papiertaschentuch erfunden.

Schnäuzen oder Hochziehen?

(Anti-)Schnäuz-Tipp:
Viele Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sagen, dass es eigentlich viel gesünder ist, den Nasenschleim hochzuziehen und dann runterzuschlucken, als ihn in ein Taschentuch zu blasen. Beim Schnäuzen entsteht nämlich sehr viel Druck und der befördert den Schleim in die Nasennebenhöhlen. Beim Hochziehen dagegen wird der Schleim mit möglichen Bakterien aus der Nase in den Mund gesogen. Und wenn wir ihn dann schlucken, werden die Viren und Bakterien von der Säure im Magen sofort zerstört. Trotzdem, wer keine Lust hat, den Schleim in der Nase immer hochzuziehen, kann sich natürlich schon auch mal schnäuzen, aber dann vorsichtig, und nicht zu oft:
Erst das eine Nasenloch -
und dann das andere!
Dass Rotz – oder Nasenschleim – nicht gerade etwas Appetitliches ist, da sind sich wohl alle einig! Aber es gibt nun mal Dinge, gegen die man etwas tun muss, zum Beispiel: laufende Nasen. Die Frage ist dann nur, wie man's am besten macht. Wenn einem die Nase läuft, dann gehört es sich in Europa, dass man sich die Nase putzt, und das meistens mit einem Taschentuch. Aber was bei uns für einigermaßen fein gehalten wird, gilt in manch anderen Ländern als äußerst unfein!

In Korea und Japan zum Beispiel ist es sehr unhöflich, wenn man sich in der Öffentlichkeit, also vor anderen Menschen, schnäuzt. Und in Indien wird es sogar lieber gesehen, beziehungsweise gehört, wenn man nach dem Essen mal rülpst, als wenn man in ein Taschentuch trompetet. In vielen asiatischen Ländern ist es viel üblicher, dass man den Nasenschleim hochzieht, als ihn in ein Taschentuch zu blasen.



Nasensekret - was ist das?
Das, was ein Arzt in der Fachsprache "Nasensekret" nennt, kennst du bestimmt als Rotz, Schnodder oder Nasenschleim. Wenn solches "Sekret" trocknet, dann findest du es als Popel in deiner Nase. Das natürliche, gesunde Nasensekret besteht hauptsächlich aus Wasser, aber auch aus Schleimstoffen, Mineralstoffen und Salzen. Es ist ganz flüssig, durchsichtig und geruchlos. Wenn du aber richtig krank bist, dann wird der Rotz dickflüssiger und schleimiger, ist grün, weiß oder gelb, manchmal sogar blutig und kann auch komisch riechen. Dann weißt du, dass sich deine Nase gegen richtige Krankheitserreger wehren muss - und nicht nur gegen die Kälte.


Nase von van Gaal (c) dpa
Wicki bekommt so die besten Ideen ... Ob es bei Fußballtrainer Luis van Gaal auch klappt?!
Popel raus - und dann?

Egal ob Schüler, Lehrer, Fußballtrainer oder Radioreporter – alle bohren ab und zu in ihrer Nase. Schließlich stört der Popel beim freien Atmen. Also muss er raus! Aber: Was ist Nasenpopel eigentlich genau?

Ein Nasenpopel besteht zum einen aus dem Schleim, der in der Nase ist. Zum anderen enthält er viele kleine Teilchen, die wir mit der Luft einatmen: Also zum Beispiel Blütenpollen oder Straßenstaub. Das kann man sogar sehen: Je nachdem, ob man lange auf einer Sommerwiese oder im Sandkasten gespielt hat, wechselt die Farbe der Nasenpopel: Mal sind die Popel vielleicht gelb, mal grün oder hellbraun.


Eklig oder eine ganz natürliche Sache?
Klick den roten Pfeil, um mehr über Nasenpopel zu erfahren!

Schnell, ein Taschentuch!

Das kennst du bestimmt: Wenn du im Winter draußen bist, dann läuft dir in Null Komma Nix die Nase, auch wenn du eigentlich kerngesund bist und gar keinen Schnupfen hast! Aber auch ohne Erkältung kann die Nase anfangen zu tropfen.

Als Eingangstor für die Luft hat die Nase drei wichtige Aufgaben. Zum einen reinigt sie die Luft, die du einatmest wie ein kleiner Filter, zum anderen befeuchtet sie sie. Und ganz wichtig: wenn es kalt ist, dann wärmt sie die eisige Luft an, bevor sie in deine Lungen kommt. In der Nase ist ein Temperaturfühler und der meldet dem Gehirn, wenn er niedrige Temperaturen misst. Die Schaltzentrale im Gehirn sendet dann einen Befehl, die Nase aufzuheizen, was dadurch passiert, dass mehr warmes Blut in die Nasenschleimhaut gepumpt wird. Das ist wichtig, weil die Lunge keine so kalte Luft verträgt.

Warme Nase, tropfende Nase

Mehr Blut in der Nasenschleimhaut heißt aber auch mehr Rotz! Deswegen fängt sie an, wie ein kaputter Wasserhahn zu tropfen. Normalerweise läuft das bisschen Feuchtigkeit einfach so von selber nach hinten in deinen Hals und tropft nicht vorne durch die Nasenlöcher. Auch wenn du die Nase hochziehst, geht der Schleim rückwärts in deinen Rachen. Aber dadurch, dass deine Nase wegen der Kälte stärker durchblutet wird, um die kalte Luft zu wärmen, schwillt sie innen ein bisschen an. Deswegen kann das flüssige Nasensekret nicht mehr nach hinten zum Hals und will vorne raus, was aber gar nicht schlimm ist… wenn du ein Taschentuch parat hast!

Super-Rotz

Dass in der Nase Rotz entsteht ist ganz natürlich und nützlich: Der Rotz schützt nämlich, reinigt die Nasenschleimhaut und macht sie schön feucht. Das ist wichtig, denn damit schützt sich die Nase vor Krankheitserregern, Keimen oder auch Staub und anderen feinen Teilchen in der Luft. Die können sich nämlich nicht festsetzen, wenn sie im Schleim eingefangen und abtransportiert werden. Der Rotz legt sich wie ein feuchter Lappen über deine Schleimhaut und hält alles fern.

Ursel Böhm, Mischa Drautz und Lucia Schober

 
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