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Trommelfell – Manchmal ausgebeult

Stand: 27.10.2009


Klick die Lupe und schau dir Ohr und Innenohr an!
Hast du dich auch schon gefragt, warum man in dem Moment, in dem man gähnt, fast überhaupt nichts mehr hören kann? Das hängt mit dem Trommelfell zusammen, einem kleinen dünnen Häutchen im Innenohr. Du findest es auf dem Bild links.

Wenn du weißt, wie das Trommelfell aussieht und funktioniert, kannst du auch die Frage am Anfang beantworten.


Und dazu basteln wir uns erstmal eine kleine Trommel:


Trommelfell basteln 1 (c) BR/Schulz
Das brauchst du für eine kleine Trommel ...
Trommelfell basteln 2 (c) BR/Schulz
Folie mit Gummiring befestigen ...
Trommelfell basteln 3 (c) BR/Schulz
... und nun kannst du lostrommeln - vorsichtig!
 
Du brauchst eine leere Klopapierrolle, Frischhaltefolie und ein paar Gummiringe. Roll ein bisschen Frischhaltefolie ab und leg sie auf den Tisch. Stell die leere Klopapierrolle drauf, mit einer der Öffnungen nach unten. Reiß die Folie großzügig ab. Jetzt nimmst du die Rolle in die eine Hand und mit der anderen streifst du die Folie so drüber, dass sie straff über der Öffnung gespannt ist. Gummiringe drüber, damit alles an seinem Platz bleibt. Wenn die Folie jetzt richtig straff über der Öffnung sitzt, hast du eine kleine Trommel. Besonders laut ist sie nicht, aber es ist ja auch nur eine kleine Trommel.

Dünn, aber dicht

Das Trommelfell in unseren Ohren ist ungefähr so wie die Folie unserer Minitrommel. Sehr dünn, sehr empfindlich und dabei wind- und wasserdicht. Das Trommelfell ist so empfindlich, dass es jeden Wind spürt, der am Ohr vorbeipfeift und somit Luft hineindrückt. Das kannst du mit der Minitrommel ausprobieren. Du musst nicht draufschlagen, um einen Ton zu erzeugen. Draufpusten reicht.

Wenn du die offene Seite der Klorolle an den Mund nimmst und vorsichtig einatmest, dann merkst du, dass die Folie nach innen gezogen wird. Wenn du jetzt drauftupfst, dann hört sich der Ton ganz anders an, als wenn die Folie nicht nach innen gesaugt wird. So geht es auch dem Trommelfell. Wenn es nicht frei schwingen kann, sondern von einer Seite angeblasen oder angesaugt wird, dann hören wir nicht mehr richtig.

Beim Tauchen drückt's

Das Trommelfell kann aus verschiedenen Gründen angeblasen oder angesaugt werden. Zum Beispiel bei Tauchern: Ein Taucher ist fünf Meter tief getaucht. Das Wasser drückt auf die Ohren und somit auf das Trommelfell. Es biegt sich durch. Der Taucher hat total belegte Ohren, hört fast nichts mehr und wenn er noch weiter taucht, tut es weh. Jetzt muss er einen sogenannten Druckausgleich machen, er hält sich die Nase zu und atmet gleichzeitig durch die Nase aus.

Dieser sogenannte Druckausgleich funktioniert, weil es eine dünne, aber wichtige Röhre gibt. Diese Röhre führt vom Trommelfell zur Nase und heißt "Eustachische Röhre" oder einfacher: "Ohrtrompete". Die Ohrtrompete ist normalerweise zu. Das muss sie auch sein, denn sonst hätten wir bei einem Schnupfen den Rotz im Ohr und nicht nur in der Nase. Sie ist zu, aber: Wenn der Taucher seinen Druckausgleich macht, dann macht die Ohrtrompete ein kleines bisschen auf und der Taucher drückt ein ganz klein wenig Luft von der Nase zum Trommelfell. Dieses bisschen Luft reicht, um das Trommelfell zu entspannen, damit es nicht nach einer Seite ausgebeult wird.

Jedes Mal, wenn wir gähnen, macht der Körper automatisch einen kleinen Druckausgleich im Ohr. So wie der Taucher, nur nicht so heftig und eben nebenbei. Quasi vorsichtshalber. Die Ohrtrompete macht ein klein wenig auf und sorgt dafür, dass das Trommelfell nicht ausgebeult wird. Und in diesem kurzen Moment hören wir einfach schlechter. Weil das Trommelfell gerade mit sich selbst beschäftigt ist. Es hat sozusagen für einen kurzen Augenblick Sendepause.


Börni Schulz


 
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