Baderegeln früher und heute

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Oh weh! Das wäre nichts gewesen von 200 Jahren. Viel zu wenig Stoff!
Vor 200 Jahren trugen Männer und Frauen Badekostüme: richtige Badekleider mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen. Denn der nackte Körper sollte auch beim Baden so gut wie ganz verhüllt sein. Sicherlich waren solche Badekleider beim Schwimmen recht hinderlich. Wahrscheinlich störte das trotzdem niemanden: Zu der Zeit wurde noch nicht richtig geschwommen, sondern eigentlich nur ins Wasser eingetaucht. Allerdings nicht zu oft, denn das galt als ungesund.

Man lief auch nicht einfach vom Strand aus ins Meer, sondern ließ sich von Badeschaluppen oder Badekarren ins Meer fahren. Das waren Umkleidekabinen aus Holz, die von Pferden oder Badedienern ins Wasser gezogen wurden. In den Kabinen zog man sich um, bevor man durch eine Luke im Boden ins Wasser stieg.

Männer und Frauen badeten außerdem strikt voneinander getrennt: Es gab einen Strand für Damen und einen für die Herren, getrennt durch einen Strandabschnitt, auf dem sich niemand aufhalten durfte. Zusätzlich warnten an manchen Stränden rote Flaggen die Männer davor, sich zu nähern, während dort die Frauen badeten.

Warum man dann nicht einfach in der Badewanne oder in der Badeanstalt badete? Weil gerade fließendes Wasser im Fluss oder im Meer als gesund galt. Die Menschen waren der Meinung, im Gegensatz zu stehendem Wasser würden so Krankheitserreger weg gespült und das fließende Wasser beseitige auch die zuweilen ekelhaften Spuren des Vorgängers.

Simone Wichert