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Meerwasser – Wie wird es salzig?

Stand: 22.03.2012


Große Welle (c) Getty Images
Wenn es regnet, platschen Wassertropfen aus den Wolken auf den Boden, versickern in der Erde und sammeln sich mit anderen Regentropfen im Grundwasser. Irgendwo sprudeln sie wieder als Quelle aus der Erde hervor und fließen in Bächen und Flüssen ins Meer. Wer bei Regen schon einmal den Mund aufgemacht hat, der weiß: So ein Regentropfen schmeckt nach nichts. Trotzdem sind darin schon winzigste Mengen von Salz enthalten.





Salze sind wasserlöslich

Wasser und Gestein (c) Getty Images
Wasser löst Salz aus dem Gestein.
Auf seinem langen Weg zum Meer fließt das Regenwasser durch Sand, Erdreich, Gestein und andere Bodenschichten. In jeder Gesteinsart kommen verschiedene Salze vor. Bäche oder Flüsse fließen, blubbern, sprudeln, wirbeln und strudeln und lösen so die Salze aus den Gesteinen heraus – ganz ähnlich wie wir Salz in einem Glas Wasser auflösen. Auf seiner Reise Richtung Meer sammeln Regentropfen so Salz ein.

Irgendwann fließen alle Regentropfen als Flüsse ins Meer und in ihrem Wasser auch die aufgelösten Salze. In den Flüssen der ganzen Welt sind das insgesamt einige hundert Millionen Tonnen Salz – zum größten Teil unser gewöhnliches Kochsalz. Für unsere Zunge aber immer noch zu wenig: Wie Regentropfen schmeckt auch Flusswasser nicht salzig.

Salz kommt auch auf einem zweiten Weg ins Meer: Tief unter Wasser auf dem Meeresboden der großen Ozeane gibt es viele Vulkane. Bei jedem Vulkanausbruch sprudelt Lava – also heißes flüssiges Gestein – ins Meer. Und auch aus der heißen Lava lösen sich Salze im Meerwasser.

Sonne lässt Wasser dampfen

Eine Meerwassersaline. Was ist das? Klick die Lupe!
Dass Meerwasser auch wirklich salzig schmeckt, hat mit der Sonne zu tun: Die heiße Sonne über den Ozeanen lässt das Meerwasser verdunsten. Es steigt als Wasserdampf nach oben, daraus bilden sich die Wolken am Himmel. Dabei wird unten im Meer das Wasser weniger. Salz kann nicht mit verdunsten. Das meiste Salz bleibt deshalb im Meer zurück. Und weil schon seit Millionen von Jahren Flüsse ins Meer fließen und Salze mit sich bringen, gleichzeitig aber immer auch Wasser verdunstet, ohne Salz wieder mitzunehmen, ist das Meerwasser im Laufe der Jahrmillionen immer salziger geworden.

Salzig, salziger, Totes Meer!
In einem Liter Meerwasser sind ungefähr 35 Gramm Salz gelöst – das sind zwei gehäufte Esslöffel voll. Im Wasser des Toten Meeres ist ungefähr zehn Mal so viel Salz wie in den Weltmeeren. Das Tote Meer ist eigentlich ein See zwischen Israel und Jordanien, in den nur ein einziger Fluss fließt: der Jordan. In der Gegend ist es extrem heiß und trocken – richtiges Wüstenklima – so dass aus dem Toten Meer besonders viel Wasser verdunstet und im Wasser verglichen mit den Ozeanen mehr Salz zurückbleibt. Gewöhnliche Fische und Meerestiere können im Toten Meer nicht überleben, sondern nur Tiere und Pflanzen, die sich an den extrem hohen Salzgehalt angepasst haben.


Simone Wichert

 
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