Raps - Gelbe Felder im Frühsommer

Der Raps ist eine der wichtigsten Pflanzen der Landwirtschaft. In Europa wird er schon seit Jahrhunderten angebaut, früher allerdings hauptsächlich zur Gewinnung von Lampen-Öl. Kerzen waren teuer, und so funzelten in den Stuben oft Öllampen. Rapsöllampen waren sogar sehr beliebt, denn sie stanken weniger als Lampen, die Hammeltalg oder Fischtran verbrannten. Zum Kochen wurde Raps aber nicht verwendet, denn die damals üblichen Sorten waren ziemlich bitter und sogar ein bisschen giftig. Noch vor hundert Jahren lies sich an Essbarem allenfalls Margarine aus Rapsöl herstellen, ansonsten wurde es zu Schmierstoffen für Fahrzeuge verarbeitet, zu Brennstoffen wie Diesel oder eben zu Lampenöl.

Das änderte sich erst vor knapp dreißig Jahren. Pflanzenforschern war es gelungen, Rapssorten zu züchten, die weder bitter waren noch giftig, sondern im Gegenteil sehr gesund und mit einem feinen Geschmack. Den Züchtern war das übrigens ganz ohne Gentechnik gelungen. Aus den Schoten der verschiedenen Rapssorten werden heute hochwertige Speiseöle gemacht, die sich besonders zum heißen Anbraten in der Pfanne eignen, außerdem Tierfutter und sogenannter Biodiesel.

Die neuen, essbaren Sorten sorgten für einen enormen Aufschwung beim Rapsanbau. Die Erntemengen stiegen von Jahr zu Jahr. Im Vergleich zu 1970 wird heute viermal mehr Raps angebaut als damals, in Bayern sind es zur Zeit mehr als 160.000 Hektar, das ist eine Fläche dreimal so groß wie der Bodensee. Damit liegt der Raps bei uns an vierter Stelle der angebauten Pflanzen, nach Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln.

Schön ist er, der Raps, er riecht gut, man kann viel aus ihm machen. Außerdem lockert er mit seinen Wurzeln den Ackerboden, was will der Landwirt mehr? Und das freut auch alle Nicht-Bauern, es ist herrlich mit dem Radl über Feldwege durch ein Meer von Gelb zu fahren.

Ach ja, übrigens: Verwandt ist der Raps mit dem Blumenkohl.