|
|
Bindi – Schmuckstück und Glücksbringer
Stand: 28.04.2009
Nicht nur in Deutschland wollen Frauen schön aussehen, auch indische Mädchen und Frauen machen sich gerne hübsch. Doch das sieht dann ein bisschen anders aus als bei uns. Sie sind prächtig geschmückt: mit Nasenringen, Ketten und Armreifen. Ein farbenfrohes sechs Meter langes Tuch wird kunstvoll um die Hüften gewickelt. Das nennt man Saree und es sieht ein bißchen aus wie ein Kleid. Jede Frau hat auch immer einen kleinen Punkt auf der Stirn, genau zwischen den Augenbrauen. In Indien wird dieses Pünktchen jeden Tag getragen. Das ist Tradition.
In Indien nennt man diesen Punkt Bindi und trägt ihn vor allem als Schmuck. Das ist ein bisschen wie ein Schönheitsfleck. Bindi ist übrigens Hindi und heißt übersetzt Punkt oder Tropfen. Denn die Form des Pünktchens erinnert ein bisschen an Wassertropfen.
Rot bringt Glück
Auch wenn das viele glauben, die Farbe des Punktes oder Bindis hat nichts damit zu tun, ob die Frau verheiratet ist oder nicht. Auch Kinder tragen in Indien einen solchen Punkt als Glückbringer. Die rote Farbe hat eine wichtige Bedeutung im Hinduismus, der Hauptreligion der Menschen in Indien. Rot soll Glück bringen. Deshalb ist der Punkt auf der Stirn einer Frau oft rot. Rot ist eine so wichtige Farbe, dass eine junge Frau nicht in weiß heiratet wie bei uns in Deutschland. Eine indische Braut trägt ein rotes Hochzeitskleid.
Genau aufs dritte Auge
Auch die Stelle, auf die das Bindi geklebt oder gemalt wird, ist wichtig: genau auf die Stirn zwischen die zwei Augenbrauen. Die Menschen in Indien glauben nämlich, dass hier das dritte unsichtbare Auge jedes Menschen sitzt. Dieser Punkt soll wichtig für die Konzentration sein. Außerdem glauben die Inder, dass das der direkte Weg zum Herzen eines Menschen ist. Deshalb ist es gut, wenn man an diese Stelle ein rotes Glückspünktchen klebt.
 |
 |
 |
|
|
Haben jetzt ganz viel Glück: radioMikro-Reporterin Franziska und ihre Freundin mit Bindis.
|
 |
 |
 |
Sogar Männer und Kinder sieht man manchmal mit einem Bindi auf der Stirn. Das hat vor allem religiöse Gründe. Das Zeichen wird dem Gläubigen von einem Priester im Tempel auf die Stirn gemalt. Daran kann man erkennen, zu welchem Gott er betet. In Indien gibt es viele verschiedene Götter, an die die Menschen glauben. Es sollen mehr als dreihundert sein. Aber wie viele es wirklich sind, weiß keiner so genau. Ihre Namen klingen für deine Ohren sehr phantasievoll: Vishnu, Krishna oder Shiva. Und je nachdem an welchen Gott jemand glaubt, wird das Zeichen anders gemalt, aber es kommt immer an die gleiche Stelle.
Franziska Schönenberger
|
 |
|
|