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Füller - Schreiben ohne zu klecksen

Stand: 18.02.2009


Federn für Füller (c) dpa
Welche Tintenfarbe magst du am liebsten? Heutzutage hast du die große Auswahl: blau, grün, rot, schwarz oder lila, türkisblau und sogar weiße Tinte - für schwarzes Papier. Damit du mit der Tinte schreiben kannst, muss sie in einen Füllfederhalter, also in einen Füller. Für Schulfüller gibt es Tintenpatronen, die sich leicht auswechseln lassen. In sogenannten Kolbenfüllern zieht man die Tinte auf wie der Arzt eine Spritze.

Tinte gibt es schon seit fünftausend Jahren: Damals wurde sie mit Kohle oder Ruß gemacht und war schwarz. Oder man hat die Rinde eines Strauches eingeweicht und stundenlang gekocht, das gab braune Tinte. Auch die Tinte von Tintenfischen war braun.

Achtung! Klecksgefahr!

Schreibfeder (c) Getty Images
Einige der alten Tintensorten werden noch immer hergestellt, aber eher für die Kalligraphie. Das ist die Kunst des Schönschreibens mit besonderen Federn. Für unsere modernen Füller sind die alten Tintensorten aber nicht zu gebrauchen, weil darin kleine Ruß- oder Rindenteilchen schwimmen, die sie verstopfen würden. Bis vor 150 Jahren gab es ja auch noch keine Füller: Geschrieben hat man mit Vogelfedern von Gänsen, Schwänen oder Raben oder mit Federn aus Metall. Alle musste man vor dem Schreiben in Tinte eintauchen. Beim Schreiben mit einer Feder musste man sehr aufpassen, um nicht mit der Tinte zu spritzen oder zu klecksen. Denn ein Tintenklecks bedeutete: Alles noch mal ganz von vorne abschreiben!

Vertrag versaut!

Ein solcher Tintenklecks hat vor 130 Jahren das Leben von Lewis Edson Waterman aus New York komplett verändert. Waterman verdiente er sein Geld mit Versicherungen: Sobald ein Kunde einen Vertrag für eine Versicherung unterschrieben hatte, hatte Waterman ein Geschäft gemacht. Aber eines Tages wurde ein solcher Vertrag so richtig versaut: durch einen riesigen Tintenklecks! So hässlich unleserlich war der Vertrag nicht mehr zu gebrauchen. Aber während Waterman einen neuen besorgte, entschied sich sein Kunde anders: Er unterschrieb den Vertrag doch nicht und Waterman ging das Geschäft durch die Lappen. Er war so sauer, dass er unbedingt ein besseres Schreibgerät erfinden wollte:
  • Eine Feder, die nicht mehr kleckste!
  • Eine Feder, bei der automatisch immer die richtige Menge Tinte nachfließen sollte!
  • Eine Feder, die man gar nicht mehr in Tinte einzutauchen brauchte: eine Feder mit "Tintentank"!
Das Geheimnis der nicht klecksenden Feder

Dieser Füller ist nicht zum Schreiben gedacht ...
In dem Stück Hartgummi direkt unter der Feder sind ganz feine Kanälchen. Wenn man auf Papier schreibt, wird durch diese Kanälchen aus der Patrone Tinte zur Feder gesaugt, und zwar immer genau soviel, wie das Papier kurz zuvor aufgesaugt hat. Wird an der Federspitze keine Tinte aufgesaugt, fließt auch keine aus der Patrone nach. Das Geheimnis der nicht klecksenden Feder ist also: Es ist gar keine überschüssige Tinte da, mit der man klecksen könnte!

Weil Glas zum Beispiel überhaupt keine Tinte aufsaugt, kann man mit einem Füller auf Glas auch nicht schreiben. Dafür werden die Buchstaben auf Löschpapier besonders dick! Auch Schönschreibfüller schreiben dicker, weil ihre Feder vorne breiter ist. So kann man schöne runde Schwünge machen - und das sieht meist besser aus. Am allerbesten natürlich, wenn man auch eine schöne Schrift hat!

Dein Füller gehört nur dir!

Alter Füller (c) Getty Images
Verleihen sollte man Füller besser nicht: Ein Füller gewöhnt sich an seinen Benutzer, an dessen persönliche Art zu schreiben. Wenn ein anderer diesen Füller benutzt, kann er ihn sogar kaputtmachen: Manchmal bricht die Feder dann einfach ab.


Simone Wichert

 
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