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Bügeleisen - Wie macht es die Falten glatt?

Stand: 28.01.2009


Dampfbügeleisen (c) Getty Images
Schauen wir zunächst mal das "Tatwerkzeug" an: Jedes Bügeleisen hat einen Griff, einen Regler, den man je nach Stoffart auf eine bestimmte Temperatur einstellen kann, und eine heizbare Platte. Außerdem ist so ein Bügeleisen ganz schön schwer: gut eineinhalb Kilogramm. Da wachsen beim Bügeln auch die Muskeln! Um aus einem Stoff die Falten raus zu bringen, braucht es also erstens Wärme und zweitens Gewicht – also Druck.

Nun geht es dem Hemd an den Kragen. Nehmen wir jetzt den Knitterstoff genauer unter die Lupe - und zwar wortwörtlich. Unter dem Vergrößerungsglas erkennt man: Der Stoff ist aus Fäden gewebt. Gehen wir noch näher ran und legen so eine Falte unters Mikroskop, dann sieht man: Jeder einzelne Faden besteht wieder aus vielen winzig kleinen Fasern. An einer Falte sind all diese Fasern abgeknickt. Beim Bügeln müssen sie wieder in Form gebracht werden.

Um unseren Fall zu lösen, hilft jetzt ein Blick ins Etikett. Steht hier "100 Prozent Polyester" heißt das: Der Stoff ist aus so genannten "Kunstfasern" gewebt. "Polyester" ist im Grunde nichts anderes als Plastik. Eine einzelne Faser kann man sich vielleicht so vorstellen wie einen Plastikstrohhalm. Bei normaler Raumtemperatur ist so eine Plastikfaser zwar biegsam, aber sie kehrt immer wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Falte bleibt Falte. Um so ein winzig kleines Plastikrohr wieder gerade zu biegen, muss man es erwärmen, ohne dass es schmilzt. Deswegen braucht das Bügeleisen auch den Temperaturregler. Die richtige Menge an Wärme macht einen Stoff aus Kunstfasern so weich, dass sich die einzelnen Fasern wieder gerade biegen lassen. Kühlt der Stoff ab, verhärten sich die Fasern wieder – und der Stoff ist glatt!

Achtung, Brandgefahr!

Brandfleck (c) Stockbyte
Hoppla, ein Brandfleck! Da war das Bügeleisen wohl zu heiß!
Etwas kniffliger wird es, wenn der Stoff aus Baumwolle ist. Damit sich eine einzelne Baumwollfaser wieder in Form bringen lässt, muss man ihr nämlich richtig einheizen. Und dann ist die Gefahr groß, dass der Stoff bei hoher Temperatur anfängt zu brennen und das T-Shirt versengt ist ...

Hier braucht es ein Hilfsmittel: Wasser. Egal ob man die Wäsche nun einsprüht oder ein Dampfbügeleisen verwendet: Bügelt man einen leicht feuchten Baumwollstoff, so schützt der Wasserdampf den Stoff. Gleichzeitig weicht das Wasser die Fasern ein, so dass sie sich schon bei viel niedrigerer Temperatur glätten lassen. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Bügeln von Kunststoff: Die Faser wird bei hoher Temperatur gerade gebogen und verfestigt sich beim Abkühlen wieder: Die Falte ist weg!


Veronika Baum


 
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