Mumien - Bereit fürs Jenseits
Eine recht unappetitliche Kunst
Das Mumifizieren war eine Kunst im Alten Ägypten. Ein ganzer Handwerkszweig war damit befasst: Es gab Werkstätten, in den die Mumienmeister ihr unappetitliches Handwerk ausübten. Das Mumifizieren ging so: Zunächst wurde der Körper des Verstorbenen an der Seite aufgeschnitten und die inneren Organe entfernt. Die wurden extra mumifiziert und in Krügen, den so genannten
Kanopen zur Mumie ins Grab gegeben. Der Leichnam wurde entwässert und 40 Tage in
Salz gelegt, damit er austrocknete. Dann wurde er mit Tüchern ausgestopft und mit Leinenbinden umwickelt. Manche dieser Binden waren über 100 Meter lang. Rund
70 Tage dauerte die Mumifizierung. Viele Mumien bekamen noch eine goldene Maske, so wie der Pharao Tut Anch Amun. Sein Gesicht sieht auf dieser Maske jung, schön und glücklich aus. So sollte er im Jenseits sein.
Landkarte fürs Jenseits
Wenn die Mumie fertig war, kamen die Kunsthandwerker an die Reihe. Sie zimmerten einen Sarg, der genau die Körperform der Mumie hatte. Dieser wurde mit bunten Bildern und Symbolen bemalt. Manche Särge haben Landkarten an die Innenseite gemalt – sie sollten dem Toten als
Wegweiser in die jenseitige Welt dienen. Dort, im Jenseits, sollte es der Verstorbene genauso gut haben wie auf Erden. Deshalb gab man ihm alles mit, was er für das ewige Leben brauchte: Körbe mit Essen und Wein, Möbel, Schmuckstücke, Waffen – ja sogar Musikinstrumente und Spiele, damit er sich im Jenseits nicht langweilte. Die reichen Ägypter – denn nur sie konnten sich eine so aufwendige Bestattung – bekamen kleine Dienerfiguren mit ins Grab. Diese so genannten
Uscheptis sollten dem Verstorbenen im Jenseits die Arbeit abnehmen, als kleine
Heinzelmännchen sozusagen.