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Radieren – Mit Ratzefummel und Tintenkiller

Stand: 06.05.2016


Radiergummi (c) Getty Images
Nach dem Radieren bleiben vom Fehler nur viele Krümel übrig ...
Mist, falsch geschrieben! – Oh, das sieht aber nicht schön aus – Hilfe, ein Klecks!

Gut, wenn dir das mit Bleistift oder Füller passiert ist, dann geht’s nämlich wieder weg! Bei Kugelschreiber ist das schon schwieriger.

Radiergummi – so funktioniert er:

Im Bleistift ist eine Mine aus Graphit. Wenn man mit der über Papier reibt, bleiben kleine grau-schwarze Kristalle an der Oberfläche des Papiers kleben. Das Papier zieht die Graphit-Kristalle nämlich ganz leicht an. Auch ein Radiergummi zieht Graphit an – an ihm kleben die Kristalle sogar noch besser als am Papier! Rubbelt man also mit dem Radierer über den Bleistiftstrich, zieht der das Graphit vom Papier an sich – und weg ist der Bleistiftstrich!

Besondere Anziehungskraft: Adhäsion
Die Anziehungskraft zwischen Graphit und Papier nennt man Adhäsionskraft. Adhäsion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet das Aneinanderhaften von Stoffen und Körpern. Diese Kraft ist je nach Stoff unterschiedlich stark, aber sie wirkt zwischen allen festen Stoffen: Klebstoff kann zum Beispiel nur kleben, weil es diese Kraft gibt. Und ohne Adhäsionskraft würden Fliegen nicht an der Zimmerdecke laufen können.


Woraus ist ein Radiergummi?

Radiergummis wurden früher meist aus Kautschuk gemacht: Das ist die Flüssigkeit, die aus Gummibäumen herauskommt, wenn man sie anritzt. Zusammen mit Schwefel wird diese Flüssigkeit stark erhitzt. Das nennt man Vulkanisieren. Heraus kommt die elastische Masse, aus der unsere Radiergummis sind. Je nach dem, ob man einen weichen oder harten Radiergummi herstellen will, kommen noch ein paar "Zutaten" dazu. Unter anderem Quarzmehl und Kreide. Und damit er schöner ausschaut wird er mit Farbstoff eingefärbt.

Brot (c) Creative Collection
Ein leckeres Brot - damit kann man anscheinend auch Fehler wegradieren!
Die meisten Radiergummis werden heute allerdings aus dem Kunststoff PVC hergestellt und mit Weichmachern gummiartig gemacht. Wie andere Kunststoffe auch, wird PVC in aufwendigen Verfahren aus Erdöl hergestellt.

Mit Brotkrümeln radieren?

Zum Radieren braucht man übrigens gar nicht unbedingt einen Radiergummi. Radieren kann man auch mit anderen Dingen, einzige Bedingung: Ihre Adhäsionskraft muss stärker sein als die vom Papier. Vor 400 Jahren haben Maler sogar mit dem inneren weichen Teil von Brot radiert!

Stifte mit Radiergummi (c) Getty Images
Praktisch! Oft ist am Bleistift gleich ein Radiergummi mit dran.
Weiche Radiergummis

Vielleicht kennst du diese weichen, kaugummiartigen, häufig blauen Radiergummis aus dem Kunstunterricht. Wenn man mit ihnen radiert, entstehen keine Brösel, sondern sie ziehen das Graphit oder die Kohle, die sie wegradieren sollen, an. Dadurch werden sie mit der Zeit immer schwärzer und färben irgendwann wieder ab. Spätestens dann braucht man einen Neuen.

Das tolle an diesen weichen Radiergummis ist, dass sie sehr, sehr gut vor allem Kohle vom Zeichenpapier "wegzaubern". Deshalb werden sie vor allem für Zeichnungen verwendet.


Harte Radiergummis

Manche Radiergummis sind dagegen so hart, dass man Bleistift gar nicht richtig damit wegbekommt. Häufig sind sie an "normalen" Radiergummis auf einen Seite mit dran. Sie sind nicht für Bleistift, sondern für Tinte oder Zeichentusche gedacht. Denn Tinte oder Tusche haften so fest am Papier und dringen sogar ins Papier ein, dass sie nicht mit einem normalen Radiergummi weggehen. Der harte Radiergummi funktioniert deshalb auch so ähnlich, wie ein Schmirgelpapier: Er schabt die Tusche richtig ab. Dabei geht zwar die oberste Schicht vom Papier mit ab, aber beim Zeichnen mit Tinte oder Tusche auf einem dicken Papier, ist das nicht so schlimm. Hauptsache, der Fehler oder Fleck ist wieder weg!

Tintenkiller – so funktioniert er:

Tinte ist mit blauen Farbstoffen gefärbtes Wasser. In Tintenkillern sind chemische Stoffe, die diese blauen Farbstoffe für uns unsichtbar machen. Aber: Die Farbstoffe bleiben trotzdem auf dem Papier. Nach einiger Zeit werden sie wieder sichtbar, weil die chemischen Stoffe in Tintenkillern nicht sonderlich lang haltbar sind und ihre Wirkung dann immer schwächer wird. Nach und nach kommt so wieder die blaue Tinte zum Vorschein. "Tintenkiller" ist also eigentlich das falsche Wort!

Und Kugelschreibertinte?

Tintenklecks (c) Getty Images
Oh weia - ob da der Tintenkiller noch helfen kann?!
Mit Kugelschreiber Geschriebenes ist "dokumentenecht", es geht nicht mehr weg. Kugelschreibertinte ist eine ganz besondere Tinte, eine andere als die für Füller: Sie besteht aus festen und flüssigen Teilen. Die flüssigen werden beim Schreiben gleich vom Papier aufgesaugt. Die festen bleiben oben drauf auf dem Papier und trocknen schon, während man schreibt. Vom Papier lässt sich Kugelschreibertinte, einmal fest geworden, dann höchstens noch runterkratzen. Dann wird aber das Papier an der Stelle dünner und kann natürlich auch kaputtgehen.

Inzwischen gibt es auch Kugelschreiber mit spezieller Tinte: Die trocknet nicht ganz so schnell, man kann sie noch bis zu 24 Stunden nach dem Schreiben wegradieren. Erst dann wird die Tinte fest und bleibt für immer.


Annabelle Hauk und Simone Wichert

 
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