Warum haben so viele Menschen Angst vor Blut?

Mädchen mit Verletzung (c) Digital Vision
Autsch! Das tat weh!
Viele Menschen haben vor irgendwas Angst. Man kann zum Beispiel Angst davor haben, im Schwimmbad vom Zehn-Meter-Brett zu springen oder davor, dass einen alle anstarren, wenn man vor einer großen Gruppe sprechen muss. Einige Menschen haben auch Angst vorm Fahrstuhl fahren oder vorm Fliegen! Am häufigsten ist die Angst vor Tieren: zum Beispiel vor Spinnen oder Schlangen. Es gibt aber auch Leute, die haben panische Angst vor harmlosen Schnecken oder Fröschen! Und ziemlich viele Leute haben Angst vor Blut.

Ärzte erklären das so: Blut sieht man immer dann, wenn man selbst oder jemand anderes verletzt ist. Und Verletzungen tun weh. Im Kopf verbinden sich dann die beiden Dinge miteinander: Blut = Schmerzen. Und weil natürlich niemand gern Schmerzen hat, gehen die Leute allem aus dem Weg, was mit Blut zu tun hat.

Dabei ist es eigentlich prima, dass wir nach einer Verletzung bluten! Denn das Bluten ist der erste Schritt zur Heilung. Zuerst reinigt das Blut die Wunde: Es spült den Schmutz, der vielleicht durch die kaputte Haut in den Körper eingedrungen ist, einfach wieder heraus.


Schon gewusst?
Blut riecht! Es hat einen süßlichen Geruch. Wenn man ein richtig blutiges Steak grillt, kann man das Blut riechen, wenn es heiß wird. Und schmecken tut es nach Eisen!
Dann beginnen die Reparaturarbeiten: Im Blut schwimmen ja verschiedene Sachen herum: Nährstoffe, Abfall, Medizin gegen Krankheiten ... und eben auch Baumaterial zum Reparieren von kaputten Blutgefäßen oder der Haut. Das Material wird von innen vor die Wunde gelegt und bildet erst mal eine Kruste. Darunter wird dann in Ruhe die Haut neu gebaut. Wir sollten also froh sein, wenn wir Blut sehen!

Es gibt aber Leute, die sind total empfindlich beim Anblick von Blut. Manche kippen sogar um, wenn sie Blut sehen! Sogar große starke Männer können beim Blutabnehmen ohnmächtig werden. Kinder haben selten so richtig Angst vor Blut. Sie finden es höchstens ein bisschen eklig.


Rote Blutkörperchen (c) Getty Images
Blick ins Blut:
Rote Blutkörperchen.
Grundsätzlich ist es übrigens gar nicht schlecht, Angst vor Blut zu haben. Dadurch vermeiden die Menschen nämlich Verletzungen. Die Angst ist ein Schutz! Wenn die Menschen vor nichts Angst hätten, würden sie lauter gefährliche Sachen machen und sich immerzu verletzen.

Bei manchen Menschen wird die Angst allerdings zu stark. Sie ist dann wie eine Krankheit und bestimmt darüber, was jemand tut oder eben nicht. Wer zum Beispiel Höhenangst hat, wird wahrscheinlich niemals auf den Eiffelturm in Paris steigen. Er klettert nicht auf Bergspitzen und Kranführer kann er auch nicht werden!

Angst vor Blut ist eigentlich nicht so schlimm - volle Konzentration beim Gemüseschneiden und falls das Messer doch mal den Finger statt die Karotte erwischt: Einfach wegschaun! Wen seine Angst vor Blut allerdings stört: Genau hingucken! Dann gewöhnt man sich dran und die Angst geht weg.


Julie Metzdorf