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Klebstoff – Zäh, aber (k)lebenswichtig
Stand: 15.03.2011
Dass Kleben zum Leben gehört, seit es Menschen und sogar Urmenschen gibt, dafür gibt es Beweise. Schon vor über 45.000 Jahren wurde geklebt, und zwar bei den Neandertalern. Ihren Kleber machten sie aus Birkenpech, also so einer Art schwarzem dickflüssigen Baumharz. Den Kleber brauchten sie für ihre Waffen und Werkzeuge. Sie verklebten damit ihre Pfeilspitzen, Messerklingen und andere Werkzeuge mit Birkenpech in den Holzschäften.
Birkenpech wurde mit Hilfe eines Lagerfeuers aus Birkenrinde gewonnen. Die Feuerstelle hatte unten eine Mulde, die von einem flachen Stein abgedeckt war. Darüber wurde die Birkenrinde gestapelt und ganz mit Glut umgeben. Dann wurde die Feuerstelle mit Lehm luftdicht abgedeckt und die Hitze in der Glut ließ das Birkenpech aus der Rinde laufen. Es sammelte sich in der Mulde unter dem flachen Stein.
Kleber aus Asphalt, Tierhäuten, Blut und Käse
Vor ungefähr 6.000 Jahren wurden dann die Klebearbeiten immer größer. Im Orient beispielsweise wurden ganze Tempel geklebt – mit Asphalt, dem Material, das heute viele Straßen bedeckt. Das Bedürfnis nach Kleben, also dem Verbinden von verschiedenen Materialien, hat die Menschen erfinderisch gemacht. Und mit der Zeit gab es immer mehr Klebstoffrezepte: zum Beispiel für Leim durch das Auskochen von Tierhäuten. Dass diese alten Rezepte funktioniert haben, zeigen Funde von 3.500 Jahre alten ägyptischen Schreinerarbeiten. Die sind noch heute stabil verleimt. Auch die alten Griechen und Römer beschäftigten sich mit dem Kleben. Sie kamen darauf, dass aus Mehl, Blut und Käse Kleister und Leime hergestellt werden können.
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Lange Zeit verleimte ein Buchbinder die einzelnen Buchseiten mit Knochenleim.
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Vom Mittelalter bis heute wurde dann die Liste mit den möglichen Zutaten zur Kleberherstellung immer noch länger und interessanter. Hervorragend zur Herstellung von besonders elastischem Leim eignen sich Knochen und Haut von Hasen, Kaninchen und anderen Kleintieren.
Knochenleim gewinnt man aus blanken, also sauberen Knochen. Die Knochen werden solange gekocht, bis ein Stoff namens "Glutin" austritt. Dieses Glutin ist der Rohleim, der erst getrocknet und später wieder mit Wasser zu einer zähflüssigen Masse verarbeitet wird.
Früher Hexenküche, heute Chemie
Aufwendig, aber für spezielle Klebearbeiten wertvoll war Leim aus der Blase des Hausen, einer speziellen Fischart. Außerdem Leime aus Holz und Leder, Kleister aus Kartoffelstärke und Mehl, Kleber aus Harz und Gummi ...
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Hier wird "chemisch geklebt" ...
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In den meisten Klebestiften und Tubenklebern, die wir heute benutzen, steckt viel Chemie. Zum Beispiel der Zwei-Komponenten- Kleber: Dieser Kleber besteht zum größten Teil aus Kunstharz. Das macht man aus Baumharz, aus Pflanzenölen oder auch aus Fett, dazu werden dann in der Fabrik Chemikalien gemischt. Leider sind viele von ihnen nicht gerade umweltfreundlich. Manche Klebstoffe schaden sogar der Gesundheit, wenn man sie beim Benutzen einatmet. Beim Zwei-Komponenten-Kleber wird der Klebstoff fest, wenn zum Kunstharz noch ein Härter dazu kommt. Der Härter besteht aus Chemikalien und sobald die zwei Stoffe gemischt sind, muss man schnell kleben, denn schon nach ein paar Minuten wird die klebrige Masse hart.
Ohne Kleber wäre unser Leben unmöglich und vieles würde einfach auseinanderfallen: Tische, Stühle, Schränke, Schuhe, Autos, Spielzeug ohne Kleber - undenkbar.
Ab in die Kleberküche!
Nur weil es heutzutage üblich ist, fast alles künstlich herzustellen, heißt das nicht, dass die alten Kleberrezepte aus natürlichen Dingen wie Mehl, Eiweiß und Tierhäuten nicht mehr funktionieren.
Möchtest du selbst Kleber herstellen? Dann ab in unsere Kleberküche! Klick den Pfeil!
Ursel Böhm und Börni Schulz
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