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Ampel – Eiserner Schutzmann

Stand: 25.01.2016


Ampel (c) Getty Images
Rot: Stopp! Anhalten! Gelb: Achtung! Gleich geht’s weiter! Grün: Los! Weiterfahren! Was die einzelnen Farben bedeuten, weiß heutzutage jeder. Aber Ampeln gibt es ja auch schon seit fast hundert Jahren.

Ganz früher, als nur Pferdekutschen und Ochsenkarren auf den Straßen herumfuhren, brauchte man den Verkehr noch nicht zu regeln. Aber als Anfang 1900 immer mehr Kutschen, Karren, Fahrräder, Autos und sogar LKWs auf den Straßen unterwegs waren, konnte es an Kreuzungen schon mal zum Chaos kommen. Deswegen standen dort Verkehrspolizisten, die "Schutzmänner" und zeigten mit Handzeichen, wer fahren darf und wer stehen bleiben muss.

Schon gewusst?
Im Jahr 1914 gab es in Deutschland schon 55.000 Autos und 9.000 LKWs!
Stundenlanger Dienst mitten auf der Kreuzung bei Wind und Wetter war wirklich kein Vergnügen und deshalb wollte man dafür eine Maschine erfinden, die diesen Dienst übernimmt.


Ampel mit Gas

Die allererste Ampel war ein Gaslicht. Sie wurde 1868 in London aufgestellt. Leider ist die schon kurze Zeit später explodiert und man hat keine weiteren Ampeln mit Gas mehr gebaut.

In München wurde 1927 am Odeonsplatz der "Eiserne Schutzmann" aufgestellt. Das war eine Figur aus Blech, die wie ein Verkehrspolizist aussah und die Arme ausgebreitet hatte. Sie wurde immer in die entsprechende Richtung gedreht. Auch sie musste von einem Verkehrspolizisten bedient werden, der stand aber nun an der Seite der Kreuzung in einer kleinen Kabine und hatte so wenigstens ein Dach überm Kopf. Von dort aus hat er über Hebel den Eisernen Schutzmann mechanisch gesteuert.


Elektrische Ampeln

In verschiedenen Städten gab es aber schon die moderneren Ampeln mit elektrischem Licht: Die erste mit rotem und grünen Licht leuchtete seit 1914 in der amerikanischen Stadt Cleveland, Ampeln mit drei Lichtern gab es seit 1920 in New York und Detroit. Und 1922 wurden solche Ampeln auch in Europa aufgestellt: in Paris und in Hamburg.

1927 bekommt München die erste elektrische Ampel: Sie hängt über der Kreuzung am Bahnhofvorplatz und funktioniert mit Farbplatten, die angestrahlt werden. Und damit die Menschen auch wissen sollten, was das Kästchen mit den verschiedenen Farben über der Kreuzung eigentlich bedeutet, wurde in der Zeitung ein Merkvers abgedruckt.

Lies hier den Merkvers aus der Zeitung von 1927!

Mehrere Fußgängerampeln (c) BR
So viele Ampeln auf einmal steuert ein Computer.
Die moderne Ampel denkt mit

Moderne Ampeln heutzutage können viel mehr als nur in drei Farben leuchten: Es sind oft ganze Ampelanlagen, die über unterirdische Kabel miteinander und mit Computern verbunden sind. Diese Computer sind in kleinen grauen Kästen irgendwo an der Seite der Kreuzung versteckt. Sie steuern die einzelnen Ampeln über Kabel in den Masten direkt an und schalten die Lichter ein oder aus. Ampeln können auch miteinander "sprechen". Falls eine Ampel kaputt ist, weil zum Beispiel jemand dagegengefahren ist, schaltet der Computer an dieser Kreuzung die ganze Ampelanlage aus oder lässt das gelbe Warnlicht blinken, so dass kein Verkehrsteilnehmer gefährdet ist.

Ampeln können berechnen, dass ein Fußgänger gerade den Knopf an der Ampel gedrückt und damit signalisiert hat, dass er über die Straße möchte, oder dass sich ein Bus oder eine Straßenbahn an der Ampel per Funk angemeldet hat. Die Ampel kann dann früher auf grün schalten. Und Ampeln liefern auch Daten aus dem Verkehr: Wie viele Autos fahren gerade über die Kreuzung oder entsteht irgendwo ein Stau ... Diese Daten gehen an Verkehrszentralen, von wo aus man die Ampeln direkt steuern kann.

Rot, gelb, grün - Wer steuert die Ampel?

Das erzählt dir hier radioMikro-Reporterin Christina Hertel - klick den Startknopf!

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Simone Wichert

 
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