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Heilig - Wie wird man das?

Stand: 02.05.2014


Johannes Paul II. - im April 2014 wurde er heilig gesprochen.
Heilige sind Menschen, die eine ganz besondere Beziehung zu Gott haben. Sie können für alle anderen ein Vorbild sein. Deshalb werden sie von der Kirche offiziell heilig gesprochen und dürfen dann verehrt werden. Es gibt Bilder und Statuen und Kirchen werden nach ihnen benannt.

15.000 katholische Heilige gibt es ungefähr auf der Welt. Aber die Chance, dass man vom Papst heilig gesprochen wird, ist ziemlich gering.

Padre Pio (c) dpa
2002 heilig gesprochen von Johannes Paul II.: der italienische Padre Pio.
Heilig wird man im Gericht!

Erste Bedingung: Man muss katholisch sein. In anderen Religionen gibt es zwar auch Heilige, aber dafür ist nicht der Papst zuständig. Bedingung Nummer zwei: Man muss tot sein. Das bedeutet natürlich, dass man sich nicht selbst vorschlagen kann. Jemand anderes müsste einen Antrag beim Bischof einreichen. Aber wer den Vorschlag macht, muss auch bezahlen: Weit über 50.000 Euro kann eine Heiligsprechung kosten! Der Bischof richtet dann eine Art Arbeitsgruppe aus vielen Leuten ein. Und die bereiten alles vor, damit der Mensch erst einmal selig gesprochen werden kann.

Selig sprechen heißt, dass dann die Verehrung dieses Menschen in einem bestimmten Umfeld erlaubt wird. So eine Seligsprechung funktioniert wie eine Gerichtsverhandlung: Es gibt Anwälte und Verteidiger, Zeugen, Beweise und einen Richter. Der Prozess beginnt mit der Beweisaufnahme, das heißt, alle Informationen über den Toten werden gesammelt: sein Lebenslauf, Bücher, die er vielleicht geschrieben hat. Sogar die private Post wird gelesen!

Gottgewollte Heiligsprechung

Es wird geprüft, ob der Mensch wirklich ein christliches Leben geführt hat. Hat einer zum Beispiel ein Krankenhaus gegründet? Oder einen Orden? Außerdem werden Zeugen angehört, also Personen, die den Toten gekannt haben. Und dann kommt einer, der ist wirklich streng: Früher hieß er "advocatus diaboli" – der Anwalt des Teufels! Heute sagt man "Förderer der Gerechtigkeit". Er sucht nach schlechten Eigenschaften des Toten. Wenn da viel Böses zusammenkommt, wird der Seligsprechungsprozess abgebrochen.

Und auch Gott spricht mit: Man kann nämlich erst selig gesprochen werden, wenn Gott ein Zeichen geschickt hat - ein Wunder. Ein Wunder ist etwas, das nach den Gesetzen der Natur eigentlich gar nicht passieren kann, dann aber doch geschieht:

Das Wunder der Heiligen Elisabeth
Statue der Heiligen Elisabeth (c) dpa Die Heilige Elisabeth hat einmal Brot in einem Korb von ihrer Burg geschmuggelt, um es den Armen zu geben. Ihr geiziger Schwiegervater hat sie dabei erwischt. Aber als er in den Korb geschaut hat, waren plötzlich lauter rote Rosen drin - ein Wunder! Heute gelten als Wunder fast nur noch Heilungen.


Der Heilige als Vermittler

Heilige sind Fürbitter, das ist so eine Art Vermittler zwischen Mensch und Gott. Man kann zu ihnen beten und sie bitten, bei Gott ein gutes Wort für einen einzulegen. Wenn zum Beispiel jemand eine schwere Krankheit hat und in seinen Gebeten sagt "Lieber Johannes Paul, sprich mit Gott, damit er mich heilt" und dann diese Heilung passiert, dann gilt das als Zeichen, dass dieser Mensch bei Gott für einen gesprochen hat und selig ist. Die Wunder werden heute streng von Wissenschaftlern oder Ärzten geprüft. Erst wenn alle sagen, dass es keine natürliche Erklärung gibt, gilt etwas als Wunder.

Bischöfe bei einer Heiligsprechung (c) dpa
Bei Heiligsprechungen tragen die Bischöfe ihre goldene Mitra.
Nachdem die Arbeitsgruppe des Bischofs Lebenslauf, Schriften, Zeugenaussagen und das Wunder zusammen hat, schickt sie die ganzen Akten in den Vatikan nach Rom. Dort sitzt die sogenannte "sacra congregatio pro causis sanctorum". Das ist eine Versammlung von über einhundert Bischöfen, Kardinälen und Beratern, die für Selig- und Heiligsprechungsprozesse verantwortlich sind. Die prüfen wieder alles.

Am Ende wird aus den ganzen Papieren ein dickes Buch gedruckt und es gibt eine Abstimmung. Wenn die meisten der Abstimmenden dafür sind, dann wird das Arbeitsergebnis dem Papst übergeben. Er hat das letzte Wort und prüft noch mal alles. Wenn auch er einverstanden ist, spricht er den Menschen selig.

Wenn ein Seliger auch noch heilig gesprochen werden soll, so dass er weltweit verehrt werden kann, dann geht alles wieder von vorne los: Anträge stellen, Leben überprüfen, Schriften lesen, Zeugen anhören, Gegenargumente widerlegen - und: Es braucht ein neues Wunder.


Julie Metzdorf


 
  LUPE: Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II.
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