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Ebbe und Flut – Wie enstehen die Gezeiten?

Stand: 12.04.2011


Isaac Newton (c) dpa
Newton unterm Baum.
Als dem berühmten Wissenschaftler Isaac Newton um das Jahr 1660 ein Apfel auf den Kopf fiel, fiel bei ihm auch der Groschen. Er erkannte, dass zwei Körper sich immer gegenseitig anziehen. Je schwerer die Körper sind und je näher die Körper beieinander sind, desto stärker ist diese Anziehungskraft. Die Erde ist ungeheuer groß. Aber Der Mond ist ja auch ganz schön groß. Also hat auch der Mond eine Anziehungskraft: kleiner als die der Erde, aber trotzdem da. Also muss auch der Mond Sachen zu sich herziehen. Isaac Newton musste nicht lange nachdenken und nur ein bisschen rechnen, dann wusste er, was der Mond zum Beispiel anzog: Der Mond zieht das Meer an und daher kommen Ebbe und Flut! Das Wasser der Ozeane schwappt zwischen den Kontinenten hin und her, immer der Anziehungskraft des Mondes folgend.

Ebbe und Flut im Badesee?

Wattwanderung (c) dpa
Ebbe in der Nordsee - nichts wie los zum Wattwandern!
Es blieb allerdings die Frage, warum es Ebbe und Flut nur in den großen Meeren gibt und nicht auch im kleinen Badeweiher. Auch hier ist die Antwort einfach: Im Badeweiher gibt es Ebbe und Flut ebenso wie im Ozean, nur merkt es niemand. Um bei einer Flut so richtig viel Wasser heranrauschen zu lassen, muss auch richtig viel Wasser da sein.

Ein Ozean zum Beispiel, da ist richtig viel Wasser drin. Wenn jetzt der Mond von Europa aus gesehen gerade über beziehungsweise hinter Amerika steht, dann rauscht das viele Wasser des Atlantiks hinterher, rüber nach Amerika, und an der europäischen Küste ist Ebbe – das Wasser fehlt hier. Das Meer zieht sich mehrere Meter zurück, weil so viel Wasser rüber nach Amerika gerauscht ist. Beim Badeweiher ist gar nicht so viel Wasser da. Bei Ebbe am einen Ufer steht der Wasserspiegel vielleicht einen halben Millimeter tiefer als auf der anderen Seite, wo gerade Flut ist. Jeder Windhauch macht Wellen, die höher sind.

Vollmond (c) dpa
Dass Ebbe und Flut vom Mond abhängen, das hatten die Seefahrer schon lange vermutet. Aber Newton ging es auch nicht um die Seefahrt, und Ebbe und Flut waren ihm ziemlich schnurz. Newton erklärte mit seiner Lehre von den Anziehungskräften die ganze Welt und das Weltall und noch mehr, und er wurde damit einer der berühmtesten Gelehrten aller Zeiten.


Börni Schulz

 
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