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Buch - Aus Papyrus, Pergament oder Papier

Stand: 23.04.2008


Bücherstapel (c) Getty Images
Ob dick oder dünn, klein oder groß, Bilderbuch oder spannende Detektivgeschichte – die Form eines Buches ist heutzutage immer gleich: Zwischen zwei festen Deckeln aus Karton kann man durch viele Seiten aus Papier blättern, die am Buchrücken gebunden oder zusammengeklebt sind.

Das war nicht immer so, weil es Papier noch nicht so lange gibt: In Deutschland kann man es erst seit dem 14. Jahrhundert herstellen, also seit etwas mehr als 600 Jahren. Davor hat man wesentlich wertvollere Schreibmaterialien verwendet.


Schreiben auf Sumpfpflanzen?

Papyrus (c) dpa
Auf dieses Papyrus-Stück hat Kleopatra einen Befehl geschrieben.
Vor ungefähr 6.000 Jahren hat man auf Papyrusrollen geschrieben: lange Bahnen von papierähnlichem Material aus den gestampften und getrockneten Fasern einer Sumpfpflanze, die zusammengerollt aufbewahrt wurden und zum Lesen entrollt werden mussten.

Schreiben auf Tierhaut?
Ein weiteres sehr kostbares Schreibmaterial war Pergament. Das ist die Haut von Tieren, von Schafen, Ziegen oder Kälbern, die man von Fell und Fleisch befreit. Dann wurden sie getrocknet, aufgespannt, geglättet und auch noch mit Kreide behandelt. Die Häute von Tieren sind natürlich nicht so groß, dass man da viel draufschreiben kann! Wollte man eine ganze Bibel aufschreiben, mussten dafür zum Beispiel ungefähr 500 Schafe ihr Leben lassen.

Gewusst?
Pergament-Herstellung (c) dpa Übrigens, das Sprichwort Das geht auf keine Kuhhaut kommt von der Pergament-Herstellung. Im Mittelalter dachte man nämlich, der Teufel würde alle Sünden eines Menschen auf Pergament festhalten. Waren es viele, gingen sie nicht einmal auf ein großes Stück Pergament, also auf keine Kuhhaut.


Bücher waren Luxus
Bücher waren früher sehr teuer und nur sehr wenige Menschen besaßen überhaupt eines. Klick auf den roten Pfeil und lies nach warum das so war.

Blättern oder rollen?

Schriftrolle (c) dpa
Hier wird noch gerollt. Heute wird fast immer geblättert.
Unsere heutige praktische Buchform, durch die man blättern kann, hat man früher Codex genannt. Das Wort bedeutet so viel wie "Schreibtafel aus gespaltenem Holz" und war bei den Römern auch eine Sammlung von Gesetzen. Codizes – so heißt die Mehrzahl von Codex – gibt es schon seit etwa 2.000 Jahren.

Warum sich schließlich die Buchform des Codex gegenüber der Schreibrolle durchgesetzt hat, warum man heute also in einem Buch blättert und es nicht entrollt, weiß man nicht so genau. Vermutlich deshalb, weil diese Form praktischer ist und noch etwas mehr hineinpasst.

Simone Wichert

 
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