Humboldtpinguine – Großgezogen mit der Flasche

Im Tierpark Hellabrunn in München leben verschiedenen Pinguinarten, auch Humboldtpinguine. Manchmal klappt es, dass die erwachsenen Pinguine ihre Eier selbst ausbrüten und ihren Nachwuchs großziehen. 2006 jedoch gab es bei den Humboldtpinguinen einen Virus und das haben die Babies nicht überlebt. Deswegen ziehen die Pfleger die Tiere nun per Hand auf.

Warmer Fischbrei aus der Spritze (c) BR/Schmaus
Man nimmt den Eltern vorsichtig ihr Ei weg und schiebt ihnen ein anderes unter. Die Pfleger beobachten, wie lange die Eier schon liegen und wissen so sehr genau, wann sie reif sind. Manchmal muss man den kleinen Pinguinen dann richtig aus dem Ei helfen.

Ist das dann geschafft, verbringen sie erst mal einige Zeit in einem Brutschrank – noch sind sie nur wenige Zentimeter groß. Im Brutschrank ist die perfekte Luftfeuchtigkeit und Temperatur für die Kleinen.

Warmer Fischbrei aus der Spritze

Sie bekommen nun vier bis fünf Mal am Tag wenige Milliliter von einem warmen Futterbrei. Da sind Vitamine, Fischfilet und Lebertran drin. Die Pfleger legen Zeige- und Mittelfinger über das Köpfchen der kleinen Tiere und helfen ihnen, den Schnabel aufzusperren. Das machen in der Natur auch die Mütter und Väter. Dann spritzen sie mit einer winzigen Spritze nach und nach den Futterbrei in den piepsenden Schnabel. Ein paar Tage später bekommen sie dann schon feine Fischfilets.


Pinguin auf der Waage (c) BR/Schmaus
Brutschrank und Rotlicht - die Kleinen brauchen Wärme

Ungefähr drei Wochen sollten die Kleinen im Brutschrank bleiben, dann ziehen sie in eine Kiste um, die aber noch mit warmem Rotlicht bestrahlt wird. Man muss ziemlich aufpassen, dass die Pinguine bei der Aufzucht durch Menschen nicht ihr tierisches Verhalten verlieren oder aggressiv werden.

Wenn die Tiere dann größer sind, kommen sie mit Geschwistern und Artgenossen zusammen in einen Käfig. Sie dürfen jetzt schon an die frische Luft, sie wiegen schon fast drei Kilo. Jetzt bekommen sie auch schon keinen Futterbrei mehr, sondern Sprotten, 200 Gramm pro Tag.



Pfleger mit kleinen Humboldtpinguinen (c) BR/Schmaus
Unter der Obhut des Pflegers

Pfleger Frank Staatsmann setzt sich zu jeder Fütterung zu den Tieren und achtet darauf, dass alle genug Fische bekommen. Humboldtpinguine sind sehr verspielt und knabbern alles an, was ihnen zwischen die Schnäbel kommt.

Aber Vorsicht: So nett sie auch aussehen, sie können mit ihren Schnäbeln schon ganz schön kräftig zuhauen!


Geli Schmaus