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Bäume im Winter

Stand: 21.03.2011


Birken im Winter (c) Getty Images
Winterliches Birkenwäldchen.
Eigentlich sehen Bäume im Winter ja ziemlich leblos aus: Kahle Äste ragen in den kalten Himmel, das Laub liegt nun matschig auf dem Boden rund um den Baum ...

Dabei ist all das ein geschickter Plan, gut über den Winter zu kommen, um im Frühjahr wieder neu austreiben, wachsen und blühen zu können – auch Bäume halten nämlich eine Art Winterschlaf.

Und so sieht ihr Plan aus:


Ahorn (c) Getty Images
Im Herbst: Der Ahorn hat schon die ersten Blätter abgeworfen.
1. Laub abwerfen!

Blätter sind eigentlich dazu da, mit der Hilfe von Sonnenlicht Nährstoffe für den ganzen Baum herzustellen. Im Winter scheint die Sonne aber kaum, also wird diese Arbeit für die Blätter schwierig. Der Baum könnte "verhungern", würde er so weiterleben wie in den wärmeren sonnigen Monaten.

Deswegen stellt er sich in der kalten Jahreszeit um: er speichert Nährstoffe aus den Blättern für den Winter und verbraucht diese Nährstoffe dann wesentlich sparsamer.

Schau dir die spitzen Eiskristalle näher an!
Blätter haben an ihren Unterseiten viele kleine Poren, über die sie Wasser verdunsten. Das ist wichtig im Sommer, es kühlt den Baum nämlich wie einen Menschen das Schwitzen.

Im Winter kann das aber sogar gefährlich sein, denn Wasser gefriert bei eisigen Temperaturen zu kleinen spitzen Eiskristallen, die sogar die Zweige kaputt machen könnten.

Auf Zweigen mit Blättern kann auch viel mehr Schnee liegen bleiben und so könnten ganze Äste unter der Schneelast einfach abbrechen. Also lieber gleich weg mit den Blättern!

Im Winter sind die sowieso viel besser geeignet als Decke für die Wurzeln im Boden. Und wenn es schneit, schützt die Extra-Decke aus Schnee sogar noch ein bisschen besser vor Kälte!

2. Frostschutzmittel bilden!

Schon die Rinde eines Baumes schützt ihn vor der Kälte: Sie ist dick und hat viele Luftkammern, die wirken so ähnlich wie eine gefütterte Jacke beim Menschen. Manche Bäume produzieren zusätzlich sogar richtige "Frostschutzmittel": Zucker-Eiweiß-Mischungen, zuckrige Säfte also, die nicht so schnell gefrieren wie Wasser, so dass sich in den Wasseradern keine Eiskristalle bilden.

Übrigens:
Aus einem solchen Frostschutzmittel gewinnt man den Ahornsirup.
In Nordamerika und Kanada ritzt man dafür bei eisigen Temperaturen die Rinde von bestimmten Ahornbäumen vorsichtig an. Heraus läuft Ahornsaft. Der muss dann noch eingekocht werden, dass er ein wenig dickflüssiger wird - und fertig ist der leckere Sirup!


3. Winterknospen entwickeln!

Bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr beginnt der Baum sofort wieder mit dem Wachsen und Blühen. Damit das auch richtig schnell geht, haben die meisten Bäume schon im Herbst so genannte Winterknospen angelegt. Da ist alles drin, was im Frühjahr schnell wachsen soll: in den einen kleine Blüten, sogar ganze Blütenzweige, in den anderen kleine Blätter.

Knospe 1 (c) dpa Knospe 2 (c) dpa Knospe 3 (c) dpa Knospe 4 (c) dpa Knospe 5 (c) dpa
 
Und zum Schutz vor Kälte ist eine schmierige harzige Schuppenschicht drumrum. Die wärmt und lässt Wasser abperlen - also wie Pelzmantel und Regenjacke gleichzeitig.


Simone Wichert


 
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