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Eichhörnchen - Flink, scheu und vergesslich

Stand: 26.05.2013


Eichhörnchen (c) BR
Eigentlich sind sie von Natur aus eher scheu und meiden die Menschen, trotzdem kann man sie immer häufiger in Gärten oder Parks sehen: Eichhörnchen.

Sie haben nämlich gemerkt, dass es sich auch in der Nähe von Menschen gut leben lässt. Dafür brauchen sie zunächst einmal vor allem viele Bäume.

Und die gibt es in Gärten und Parks genauso. Außerdem ist es dort oft sicherer, weil die Feinde der Eichhörnchen wie Habichte oder Sperber nicht so gerne in die Nähe der Menschen kommen.


Eichhörnchen (c) BR
Hier bei uns lebt das Europäische Eichhörnchen. Sein Fell ist meist rotbraun, es kann aber auch dunkler sein, bis hin zu schwarzbraun.

Die Europäischen Eichhörnchen können viermal im Jahr Junge bekommen: zweimal im Frühjahr und zweimal im Spätsommer. Jeweils zwei bis höchstens fünf Junge können es werden.


Fressen, fressen und nochmals fressen ...

Eichhörnchen (c) BR
Eichhörnchen sind ziemlich verfressen: Etwa fünf Stunden am Tag knabbern sie Nüsse, Eicheln, Bucheckern und auch Baumrinde. Die ist nämlich besonders vitaminreich. Sie müssen so viel fressen, denn vor allem die Männchen müssen möglichst schnell an Gewicht zulegen, um für Kämpfe gegen ihre Rivalen gerüstet zu sein. Wer schwerer ist, ist auch kräftiger. Und der Kräftigste gewinnt.


Eichhörnchen (c) BR
Wo ist denn bloß die Nuss geblieben?!
Was sie nicht gleich fressen, verbuddeln sie für Zeiten, in denen es in der Natur zu wenig oder gar keine Nahrung mehr für sie gibt. Leider sind Eichhörnchen ein bisschen vergesslich und so sind sie später ständig auf der Suche nach ihren Verstecken. Viele davon finden sie auch gar nicht mehr wieder. Dabei können sie so gut riechen, dass sie vergrabene Nüsse sogar noch bis zu 30 Zentimetern tief im Boden aufspüren können!

Aber es ist gar nicht so schlimm, dass sie manche Nüsse und Samen in der Erde vergessen: daraus wächst ja vielleicht ein Baum. Und wenn der groß ist, werden seine Samen später viele, viele Eichhörnchen ernähren ...

Eichhörnchen (c) BR

Eichhörnchen sind gute Kletterer. Dafür sind sie schon von Natur aus sehr gut ausgerüstet: Ihr Schwanz ist eine Art Steuerruder. Das ist besonders wichtig bei Sprüngen von Ast zu Ast.





Mmmh! Was kriegt das Eichhörnchen? Klick die Lupe!
Eichhörnchen – leider keine Haustiere

Auch wenn es noch so verlockend scheint, ein kleines zahmes Eichhörnchen zu füttern, zu streicheln und als Haustier zu halten, für Eichhörnchen wäre es auf Dauer eine Qual, in einem Käfig eingesperrt zu leben. Denn das Schönste, was es für sie gibt, sind hohe Bäume, in denen sie von Ast zu Ast springen können – und auf denen sie sich sicher und geborgen fühlen.



Eichhörnchen wollen hoch hinaus

Eichhörnchenauffangstation
Es gibt einige tierliebe Menschen, die Eichhörnchen in Not helfen. Oft handelt es sich hier um Eichhörnchen, die viel zu klein aus dem Nest gefallen oder verletzt sind. Zu Hause bei ihren "Rettern" werden die kleinen Nager bis zur Auswilderung gepflegt. Dort werden sie mit gefüttert und aufgepäppelt und leben einige Wochen in Käfigen und Volieren. Aber nur bis sie groß genug, gesund und stark sind, um wieder in die freie Natur entlassen zu werden.
Eichhörnchenpfleger erzählen, dass ihnen die ganz Kleinen sogar schon auf die Schulter klettern, weil sie nach oben wollen. Wenn man sie dann auswildert, sieht man, wie sie sofort an den Bäume hochklettern und dass sie nichts lieber mögen als hoch hinaus zu kommen. Jedes gesunde Eichhörnchen wird wieder ausgewildert, auch wenn es weh tut. Die Eichhörnchen sehen die Menschen, die sie aufgezogen oder aufgepäppelt haben, als Ersatzmutter. Aber spätestens wenn sie geschlechtsreif und erwachsen werden, würden sie drinnen im Haus oder in einem Käfig sehr unglücklich und schlimmstenfalls sogar bissig werden. Denn am Ende ist den Eichhörnchen die Freiheit hoch oben in den Bäumen am wichtigsten!

Gefahr von der Verwandtschaft

Grauhörnchen (c) BR
Unsere Europäischen Eichhörnchen haben Feinde bekommen, und das ausgerechnet von ihrer eigenen Verwandtschaft: dem Grauhörnchen und dem Schönhörnchen. Tierliebhaber haben sie als exotische Mitbringsel aus Nordamerika oder Südostasien mitgebracht und hier in Europa ausgesetzt.

So wohnen die asiatischen Schönhörnchen nun auch in Italien, vor allem in der Gegend um Turin, und die amerikanischen Grauhörnchen haben sich in Italien in der Nähe von Genua und auch in England angesiedelt.

Beide zugereisten Hörnchenarten sind schlauer, größer und kräftiger - und leider auch noch gefräßiger. Sie fressen auch die zarten Keimlinge junger Bäume oder graben deren Wurzeln aus. Manche dieser Bäume sterben ab oder werden bei Sturm gefällt. Die Grauhörnchen fressen auch Käfer oder Larven - und nicht einmal die Eier von Singvögeln sind vor ihnen sicher. Noch dazu bekommen die Grauhörnchen mehr Junge als unsere einheimischen roten Eichhörnchen, nämlich bis zu sieben bei jedem Wurf im Winter und im Frühsommer.

Schönhörnchen (c) BR
Du, sag mal ...
Schönhörnchen (c) BR
... hat der da ...
Baumschaden (c) BR
den Baum so zugerichtet?!
 
Die Grauhörnchen haben leider auch einen Virus mitgebracht, der ihnen selbst zwar nicht schadet, aber unsere einheimischen roten Eichhörnchen so krank macht, dass sie daran sogar sterben können. Noch bieten die hohen Berge der Alpen unseren Eichhörnchen einen gewissen Schutz. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Grauhörnchen sich über diese Berge zu uns vorarbeiten und zu einer Bedrohung für unser einheimisches Eichhörnchen werden ...


Simone Wichert und Ursel Böhm
 
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