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Virus – Winziger heimtückischer Krankheitserreger

Stand: 20.11.2007


Sicherlich hast du schon mal einen Schnupfen gehabt, eine Erkältung oder eine Grippe? Vielleicht auch Windpocken, Mumps, Röteln oder Masern? All das sind Krankheiten, die man durch krankmachende Viren bekommen kann. Auch die Vogelgrippe oder AIDS gehören dazu.

Übrigens:
Das Wort "Virus" ist lateinisch und heißt Gift oder Schleim.
Natürlich sind an all diesen Krankheiten immer andere Viren schuld, sie sehen auch unterschiedlich aus und werden auf verschiedene Arten übertragen.

Virus – ein Lebewesen?

Virus (c) Getty Images
Viren unter dem Mikroskop.
Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob sie Viren überhaupt als Lebewesen bezeichnen sollen, denn vieles, was für andere Lebewesen ganz normal ist, tun Viren nicht: sie können sich nicht von selbst bewegen und atmen nicht, sie essen oder trinken nicht und wachsen deswegen auch nicht. Und sie brauchen sogar ein anderes Lebewesen, um sich vermehren zu können.

Viren sind sehr klein, sehen kann man sie nur unter einem sehr guten Mikroskop. Viren sind auch sehr einfach gebaut, sie bestehen nur aus einer Hülle aus Eiweiß mit ihren Erbanlagen drin, sozusagen ihrem "Viren-Bauplan".

Vermehren durch Teilen

Normalerweise vermehren sich kleinste einfachste Lebewesen, indem sie sich immer wieder teilen. Auch unsere Körperzellen, also die winzigen Bausteine unseres Körpers, teilen sich ständig, weil ständig abgestorbene Zellen durch neue ersetzt werden müssen. Ein Virus kann sich nicht auf diese Art teilen. Aber es kann Zellen von anderen Lebewesen dazu bringen, dies für ihn zu erledigen.

Per Anhalter durch den Körper

Niesen (c) digital vision
Hatschi! Gleich fliegen jede Menge Viren durch die Luft!
Dazu muss es aber erst einmal zu einer solchen Zelle kommen: Viren sind meist "per Anhalter" unterwegs – in einer Flüssigkeit. Wenn jemand niest oder hustet, fliegen viele winzige Wassertröpfchen durch die Luft und nehmen die Viren dabei mit.

Atmet man diese Wassertröpfchen ein, können die Viren so durch die feuchten Schleimhäute von Nase oder Mund in den Körper kommen und mit dem Blut durch den Körper fließen.

Ist das Virus schließlich bei der richtigen Körperzelle angekommen, heftet es sich an sie an und spritzt oder bohrt seine Erbanlagen in sie hinein.



Virus (c) dpa
Eine Zeichnung von einem Virus - mit seinem Bauplan innen drin.
Damit zwingt es die Zelle dazu, nach seinem eigenen Viren-Bauplan viele neue Viren herzustellen - anstatt sich selbst zu teilen und zu vermehren.

Aber das Virus ist auch schlau genug, die Zelle nicht ganz kaputt zu machen, dann würde sie ja keine Viren mehr produzieren können!

Irgendwann platzt die Zelle dann auf und lässt so viele neue Viren frei. Und die lassen sich wieder mit Blut oder Schleim zur nächsten Zelle tragen und vermehren sich so immer weiter und weiter.


Schon gewusst?
Viren sind Parasiten, Schmarotzer. Lebewesen, die sich auf Kosten anderer ernähren oder vermehren. Die Zellen, die von ihnen befallen werden, die die Viren sozusagen bedienen müssen, nennt man Wirtszellen.
Zum Glück hat jedes Lebewesen aber eine Körperpolizei, die unerwünschte Eindringlinge aufspürt und versucht, sie unschädlich zu machen: das Immunsystem. Deswegen bekommen wir zum Beispiel manchmal Fieber. Unser Körper wird heiß, zu heiß für die Einweißhülle mancher Viren. Das Fieber soll nämlich die Viren "kaputtkochen".

Und Schleim kann Eindringlinge zum Beispiel aus der Nase spülen. Leider klappt all das nicht immer, deswegen werden wir manchmal trotzdem krank.


Simone Wichert

 
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