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Oktoberfest - Die Wiesn mit Geschichte

Stand: 06.10.2013


Lebkuchenherz (c) BR/Schmaus
In München gibt es ein Fest, das in der ganzen Welt bekannt ist. Es beginnt jedes Jahr Mitte September und dauert etwa zwei Wochen. Wieder Schluss mit Feiern ist am ersten Oktoberwochenende. Und daher hat das Fest auch seinen Namen: Oktoberfest. Immer findet es am gleichen Platz statt - und zwar auf der Theresienwiese, südlich des Münchener Hauptbahnhofs. Im Jahr 2010 konnte das Oktoberfest einen runden Geburtstag feiern: zweihundert Jahre "Wiesn"!

Inzwischen ist die Theresienwiese zwar gar keine Wiese mehr, sondern ein großer planierter Platz mit Asphaltstrassen. Aber alle Bayern nennen sie immer noch liebevoll die "Wiesn".

Eine Riesen-Sause

Das Oktoberfest, als es noch ein Pferderennen war (c) BR
Angefangen hat alles im Jahr 1810 mit einer Hochzeit: Ludwig und Therese haben geheiratet und ihnen zu Ehren wurde ein großes Pferderennen veranstaltet. Therese war nämlich eine Prinzessin von Sachsen-Hilburghausen und Ludwig ein Prinz, der später König Ludwig I. von Bayern wurde. Fünf Tage lang wurde gefeiert und die Gäste waren in verschiedene Gasthäuser in München zum Festmahl geladen worden. Äuch das Volk bekam in einer öffentlichen Speisung eine gute Brotzeit mit Schaffleisch, Schweizerkäse, Semmeln, Würsten, Bier und Weißwein.

Das Pferderennen

Am letzten Festtag organisierte das Bürgermilitär aus eigener Tasche zu Ehren des Prinzenpaars spontan ein Pferderennen. Drei Mal mussten die Pferde das königliche Zelt umrunden. Die Rennstrecke war so lang wie 11.565 bayerische Schuhe, umgerechnet waren das dreieinhalb Kilometer. Nach exakt achtzehn Minuten und vierzehn Sekunden raste das Pferd des bürgerlichen Lohnkutschers Franz Baumgartner als erstes ins Ziel. Zwanzig Dukaten soll der Kutscher gewonnen haben. Und weil das bayerische Volk so großen Gefallen an diesem Spektakel fand, beschlossen sie, dass es als Volksfest von da ab jedes Jahr veranstaltet werden sollte.

Festliche Bierkutsche eines Wiesnwirts (c) dpa Blaskapelle (c) dpa Festliche Bierkutsche eines Wiesnwirts (c) dpa
 
Am ersten Tag des Oktoberfests ziehen die Wiesenwirte feierlich auf dem Gelände ein. Am zweiten Tag findet in München immer ein riesiger Trachtenumzug statt. Er ist einer der größten der Welt. Und wohin geht dieser Umzug? Natürlich auf die Wiesn – die Theresienwiese.


Das Dirndl
Ein Mädchen mit Dirndl (c) BR Ursprünglich war das Dirndl mal die Arbeitskleidung von bayerischen und österreichischen Bauernmädchen. Die trugen lange Baumwollröcke mit angenähtem Leibchen. Darunter eine einfache Bluse und darüber eine Schürze gegen den Schmutz. Entstanden ist das Dirndl vor einhundertfünfzig Jahren. Damals begannen die Stadtbewohner, zur Erholung aufs Land und in die Berge zu fahren. Ihnen gefielen die schlichten Kleider der Landbewohner so gut, dass sie sie einfach nachmachten – nur viel schicker. Seitdem wird das Dirndl auch in der Stadt getragen, meistens zu besonderen Anlässen wie Volksfesten.


Vom Freiluftbier zum Bierzelt

Beim Pferderennen 1810 wurde noch kein Bier ausgeschenkt und es gab auch noch keine Bierzelte so wie heute. Zunächst aßen und tranken die Wiesnbesucher im Freien. Später zimmerten die Münchner kleine Bretterbuden, in denen Bier verkauft werden durfte. Die Zahl der Bierbuden wuchs und wuchs. Ende des 19. Jahrhunderts wurden aus den Buden dann Bierhallen, in denen Musikkapellen spielten.

Achterbahn (c) BR/Schmaus
Heutzutage gibt es neben den Bierzelten jede Menge Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest, Geisterbahn, Riesenrad und Achterbahn zum Beispiel. Zuckerwatte und gebrannte Mandeln. Lebkuchenherzen und Oktoberfesthüte.

Baumklettern statt Achterbahn

Achterbahnen gab es aber nicht immer, weil es ja früher noch keinen Strom gab. Früher veranstalteten die Wirte zum Beispiel Wettbewerbe im Baumklettern. Dabei mussten die jungen Männer sich an einem glatt geschälten Baum hinaufhangeln. An der Spitze des Stammes konnten sie sich dann ihren Preis aussuchen. Schubkarrenlaufen, Sackhüpfen und Wettessen waren außerdem beliebte Spiele. Der Erlös aus dem Verkauf von Losen kam ursprünglich armen Menschen zugute.


Die Lederhose
Lederhosen (c) BR Die Lederhose kommt auch aus dem Alpenland. Sie war ursprünglich die Arbeitskleidung von Jägern und Forstarbeitern. Als sich aber vor einhundertfünfzig Jahren der österreichische Kaiser Franz Joseph, der bayerische Herzog Max und andere Adlige in Lederhosen fotografieren ließen, da wurde diese Gebirgstracht zum Symbol ihrer Volksverbundenheit. Der Kaiser war ein begeisterter Jäger und die Lederhose fand er einfach sehr praktisch zum Jagen. Sie fand viele Nachahmer.


Olga-Louise Dommel, Annabelle Hauk und Barbara Weiß

 
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