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Mistel – Glücksbringer und Parasit

Stand: 17.11.2011


Baum mit Misteln (c) dpa
Druidenfuß, Hexenkraut, Donnerbesen, Bocksfutter, Geißkraut, Hexenbesen, Wintergrün, Hexennest, Heil aller Schäden, heiliges Kreuzholz, Vogelkraut, Immergrün, Wintersamen ... Die Mistel hat viele Namen.

Lange Zeit konnte man sich nicht erklären, wie diese geheimnisvolle Pflanze überhaupt wächst. Kugelartige Gewächse von bis zu einem Meter Durchmesser hoch oben in den Bäumen, scheinbar ohne Wurzeln und auch im Winter grün. Die mussten von den Göttern gesandt sein – und natürlich auch selbst Zauberkräfte oder wenigstens Heilkräfte haben, glaubte man. Die Menschen hängten sie zum Schutz vor Hexen und bösen Geistern an die Hauswand. Man glaubte, daß Misteln vor Feuer schützen und steckte sie auch gegen Blitze als "Donner- oder Hexenbesen" unters Dach.

Eine alte Heilpflanze

Schon der griechische Arzt Hippokrates hat Misteln vor über 2.300 Jahren als Heilpflanze eingesetzt. Auch bei den Germanen und den Kelten galt sie als heilig. Die Priester der Kelten, die Druiden, brauten daraus Zaubertränke, Allheilmittel, die angeblich gegen alles halfen und die außerdem Kraft, Mut und Unbesiegbarkeit verliehen.

Auch die Kräuterkundler des Mittelalters nutzten die Mistel als Heilkraut: gegen erfrorene Gliedmaßen oder zum Blutstillen. Und als Pflanze, die hoch oben wächst und niemals zu Boden fällt, sollte sie sogar gegen Epilepsie, die Fallsucht, helfen.

Mistelzweig (c) Getty Images Mistel mit Beeren (c) Digital Vision Mistelzweig (c) Getty Images
 


Mistel-Medizin gibt es auch noch heute

Auch heute noch wird die Pflanze in der Medizin verwendet: zum Beispiel gegen Entzündungen, Krämpfe und auch in der Krebstherapie. Im Jahr 2003 wurde sie zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Jede Menge Mistelarten

In Deutschland kennt man vor allem die "Weißbeerige Mistel" – Viscum album. Davon gibt es drei Unterarten: Tannen-, Kiefern- und Laubholz-Mistel. Letztere wächst auf allen Laubbaumarten, auf Eichen allerdings nur äußerst selten. (Es gibt auch eine sogenannte Eichenmistel, die gehört aber zu den Riemenblumengewächsen und verliert im Herbst ihre Blätter.)

Achtung:
Die Mistel ist eine Giftpflanze. Außer den Beeren ist alles giftig und darf nicht einfach so gegessen werden. Wenn es doch passiert, hilft es, viel zu trinken. Im Zweifel am besten zum Arzt gehen.
Die Mistel blüht von März bis April, die Beeren sind im Dezember reif und werden besonders gern von der Misteldrossel gefressen. Durch deren Mist verbreiten sich ihre Samen – daher auch der Name "Mistel". Die Samen sind unverdaulich und umgeben von einem klebrigen Schleim. So bleiben sie auf den Ästen kleben und können dort keimen. Sie treiben dann ihre Wurzel ("Senker") in den Wirtsbaum und ernähren sich fortan von dessen Wasser und Mineralstoffen.

Erst im April des folgenden Jahres treibt die kleine Mistel die ersten beiden Blätter und erst im Frühling des fünften Jahres blüht sie zum ersten Mal.

Misteln wachsen sehr langsam, ein Zweig wächst in einem Jahr ungefähr einen Zentimeter. Die Mistelsträucher, die zu Weihnachten aufhängt werden, sind also schon acht bis zehn Jahre alt. Misteln können bis zu siebzig Jahre alt werden.

Simone Wichert


 
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