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Piraten und Freibeuter - Nicht immer Männer!

Stand: 05.06.2014


Piraten trieben zu allen Zeiten auf allen Meeren ihr Unwesen. Schon in der Antike gab es Seeräuber. Die alten Griechen nannten sie "Peirates". Daraus entstand unser Wort "Piraten". Das Bild des Seeräubers als verwegener, raubeiniger Abenteurer mit Augenklappe, Holzprothese und wildem Bart ist mehr Dichtung als Wahrheit!

Mehr über Piraten: Klick den roten Pfeil!

Anne Bonny

Eine Piratin (c) dpa
Schauspieler verkleidet als Piraten.
"Es tut mir leid, dich in dieser Situation zu sehen, aber wenn du wie ein Mann gekämpft hättest, müsstest du jetzt nicht sterben wie ein Hund."

Diesen Satz sagt Anne Bonny zu ihrem ehemals Geliebten, dem großen Piraten Calico Jack Rackham, kurz bevor dieser gehängt wird. Sie selbst hat ihr Leben lang gekämpft wie ein Mann und den atlantischen Ozean in Angst und Schrecken versetzt.

Geboren wird Anne Bonny ungefähr im Jahr 1690 in Irland. Ihre Eltern gehen dann mit ihr nach Nord-Amerika. Schon als kleines Kind zieht ihr der Vater Hosen an, damit sie aussieht wie ein Junge. Später verkleidet sie sich freiwillig als Mann, weil sie Pirat sein will und Frauen an Bord nicht gern gesehen werden. Ihren letzten Kampf besteht sie nur zusammen mit der ebenfalls als Pirat verkleideten Mary Read gegen die Besatzung eines Kriegsschiffs. Calico Jack liegt währenddessen mit seinen Kumpanen besoffen unter Deck. Die Piraten werden geschnappt und zum Tode verurteilt. Nur Anne und Mary werden begnadigt, weil sie angeblich schwanger sind.

Cheng I Sao

Die Chinesin Cheng I Sao war eine der erfolgreichsten Plünderinnen. Sie führte zu ihrer stärksten Zeit mehr als 50.000 Piraten an. Das war vor etwa 200 Jahren.

Piratin wurde Cheng I Sao, weil sie einen Piratenführer heiratete: Cheng I. Ihr Name bedeutet eigentlich auch nicht mehr als "Frau des Cheng I". Aber schon während der Ehe teilte er seine Macht mit ihr. Und nachdem Cheng I starb, übernahm seine Frau die Führung.

Die Seeräuber enterten Fischerboote und Handelsschiffe. Manchmal überfielen sie aber auch Fischerdörfer an der Küste Südchinas. Dabei herrschten strenge Regeln. Wer Beute versteckte, wurde ausgepeitscht. Wer sich einem Befehl widersetzte, dem wurde der Kopf abgeschlagen. Und auch bei ihren Plünderungen waren sie skrupellos - vor allem, wenn jemand versuchte, sich ihnen in den Weg zu stellen.

Die chinesische Regierung hatte sogar so viel Angst vor Cheng I Sao und ihren Seeräubern, dass sie ihnen ein Angebot machten: Gebt uns eure Schiffe und Waffen, dafür könnt ihr ohne Strafe bei uns leben und arbeiten - und die ganze Beute behalten. Cheng I Sao nahm das Angebot an und damit endete ihre erfolgreiche Piraten-Karriere.

Sir Francis Drake

Sir Francis Drake (c) dpa
Ohne Sir Francis Drake gäbe es heute vielleicht keine Pommes - er war es, der die erste Kartoffelpflanze aus Amerika nach Europa brachte. Dabei hat er einmal ganz klein angefangen: als Matrose.

Doch bald war er ein gefürchteter Pirat: Er und seine Kollegen überfielen spanische Schiffe, die mit Schätzen aus Amerika kamen. Als er 1577 zu einer großen Entdeckungsreise startete, wusste er noch nicht, dass er der erste englische Weltumsegler werden sollte und der erste Mensch, der lebendig von einer Weltumsegelung zurückkommt. Fast drei Jahre dauerte die Fahrt.

Anschließend schlug die englische Königin Elisabeth I. den Piraten zum Ritter: Von nun an hieß er Sir Francis Drake und kämpfte im Auftrag Englands gegen die spanische Flotte - deshalb nennt man ihn auch den "Pirat der Königin".

Schwarzbart

Pirat Schwarzbart im Film "Pirates of the Caribbean" (c) picture-alliance
Auch im Film "Fluch der Karibik" gibt's einen Schwarzbart.
Einer der berüchtigtsten Piraten war der Engländer "Blackbeard", zu Deutsch "Schwarzbart". Sein richtiger Name war eigentlich Edward Teach und geboren wurde er 1680 in Bristol. Als junger Mann hat er als einfacher Matrose auf englischen Militärschiffen gearbeitet. Mit diesen Militärschiffen war er dann in der Karibik unterwegs, wo sie während eines Krieges für England feindliche Schiffe plünderten. Dabei hat Schwarzbart gelernt, wie man andere Schiffe ausraubt.

Eines Tages hatte Schwarzbart dann keine Lust mehr, für das englische Militär zu arbeiten und heuerte auf einem richtigen Piratenschiff an. Es war ein jamaikanisches Piratenschiff unter dem Befehl des Piraten Benjamin Hornigold. Kurze Zeit später gelang es diesen Piraten dann ein berühmtes französisches Handelsschiff, die "Concorde" zu kapern. Zur Belohnung wurde Schwarzbart zum Kapitän des erbeuteten Schiffes ernannt, und er nannte es um in "Queen Annes Revenge".

Von da an machte Blackbeard einen Beutezug nach dem anderen! Das Besondere an Blackbeard war, dass er bei seinen Beutezügen immer besonders grausam aussah: Er hatte nämlich immer mehrere Messer und Pistolen an seinem Körper hängen, und band sich an die Enden seines langen, schwarzen Bartes brennende Lunten, die glühten und rauchten! Blackbeard muss dabei wirklich ausgesehen haben, wie der Teufel persönlich, so dass sich die Leute auf den überfallenen Schiffen oft von selbst ergaben.

Ein paar Jahre ging für Blackbeard alles glatt, aber dann wurde er von dem Kapitän Robert Maynard gefangen und getötet. Blackbeard wurde erstochen und erschossen und am Ende wurde sein Kopf vom Körper abgetrennt und vorne am Schiff aufgehängt – zur Warnung an alle anderen Piraten.

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker (c) dpa
Der Kopf von Klaus Störtebeker wurde auf einen Pfahl genagelt und auf einem Deich an der Hamburger Elbe zur Schau gestellt. Zusammen mit den 70 Köpfen seiner Kumpane. Bis dahin war Klaus Störtebeker einer der gefürchtetsten Piraten in der Nord- und Ostsee gewesen. Wann immer ihm danach war, hat er die Schiffe der Kaufleute oder andere prall mit Waren gefüllte Schiffe überfallen.

Aber ein paar Jahre vorher wurden Störtebeker und seine Männer auch mal sehr gefeiert. Zum Beispiel in der Stadt Stockholm. Vitalienbrüder haben die Stockholmer die Piraten um Störtebeker genannt, weil sie Viktualien, also Lebensmittel, in die belagerte Stadt gebracht haben.

Im 14. Jahrhundert hatten viele Männer mit Schiffen ganz offiziell Kaperbriefe ausgestellt bekommen: eine Erlaubnis, Schiffe zu überfallen und auszuräubern - zu kapern eben. Natürlich nur die von den Feinden. Weil Klaus Störtebeker und seine Leute aber immer noch weitergemacht haben mit dem Kapern, waren sie dann nicht länger Freibeuter, sondern wurden zu gewöhnlichen Piraten. Und die wurden immer, wenn man sie fassen konnte einen Kopf kürzer gemacht. Störtebekers letzter Wunsch ist ganz berühmt: Jeder seiner Männer, an dem er ohne Kopf noch vorbeilaufen kann, sollte verschont werden. Angeblich lief er kopflos noch an 11 Männern vorbei. Da wurde es dem Henker zu bunt und er stellte ihm ein Bein. Das war am 21. Oktober 1401.

Wild, waghalsig, weiblich

radioMikro-Reporterin Sonja Esmailzadeh erzählt dir hier mehr über Piratinnen - klick den kleinen Startknopf!

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Julia Autolny, Veronika Baum, Anja Mösing, Judith Pulg, Barbara Weiß, Silke Wolfrum

 
  Piraten gibt's auch heute noch!
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