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Krötenwanderung - Immer wieder an denselben Ort

Stand: 23.03.2016


Bufo Bufo unterwegs

Wer im Frühjahr abends mit einer Taschenlampe am Waldrand unterwegs ist, könnte ihr begegnen – Bufo Bufo, der Erdkröte.

Kröten beim Wandern (c) dpa
Langsam und behäbig wagen sich die Kröten im Dunkeln aus ihrem Winterquartier im Wald und kriechen in Richtung von Tümpeln und Teichen. Bei mild-feuchtem Klima fühlen sie sich am wohlsten. Wenn die Temperaturen auch nachts nicht unter 7 Grad fallen und es viel regnet, ist das Wetter ideal für sie. Dann wollen sie laichen, also ihre Eier ablegen, aus denen erst Kaulquappen und dann nach drei bis vier Monaten wieder Kröten werden.


Schon gewusst?
Während die Krötenweibchen teilweise bis zu fünf Kilometer Weg zum Tümpel auf sich nehmen, lassen sich die Krötenmännchen einfach tragen – huckepack. Es kann sogar passieren, dass eine Erdkrötendame bis zu zehn Männchen auf dem Rücken spazieren trägt. Auf dem Weg zu den Laichgewässern lauern viele Gefahren für die Erdkröten – die größte davon ist der Mensch. Und zwar im Auto. Es kommt nämlich häufiger vor, dass genau zwischen Wald und Tümpel eine Straße liegt, über die die Kröten wandern müssen.


Prima Zäune

Damit nicht jedes Jahr Tausende von Erdkröten überfahren werden, bauen Naturschützer an besonders kritischen Stellen Krötenschutzzäune auf. Das sind etwa kniehohe Zäune aus Plastik, über die die Kröten nicht drüber hüpfen können. Sie hüpfen immer weiter am Plastikzaun entlang und versuchen, über den Zaun zu springen.

Freiwillige Helfer bauen einen Krötenzaun (c) dpa
Kröten im Eimer

Alle paar Meter sind am Zaun Eimer in den Boden eingegraben. Früher oder später fallen die Kröten in so einen hinein. In diesen Eimern können die Kröten ganz einfach von Menschen über die Straße getragen werden. Zweimal am Tag werden die Eimer geleert, nämlich in der Früh und am Abend, da ist die Chance am größten, dass sich Kröten in den Eimern befinden.

Eier in Schnüren

Wenn die Erdkröten den beschwerlichen Weg zum Tümpel hinter sich gebracht haben, legen sie ihre Eier in langen Schnüren in das Wasser – mehr als Tausend Eier pro Weibchen. Wenn das erledigt ist, ziehen sich die erwachsenen Kröten wieder in den Wald zurück, wo es angenehm kühl und feucht ist. Ihre Kinder folgen ihnen dann nach etwa drei bis vier Monaten nach – vorausgesetzt sie bleiben alle am Leben ...

Wundersame Wandlung: Von der Quappe zur Kröte

Kaulquappen (c) dpa
Anfangs fressen die kleinen Kaulquappen die Hülle von dem Ei, aus dem sie selber herausgekommen sind. Wenn dieser Vorrat aufgebraucht ist, gehen sie dazu über, kleine Pflanzenreste im Wasser zu fressen und Algen abzugrasen. Erst wenn sie größer sind und aus dem Wasser heraus steigen beginnen sie, sich von Spinnen, Käfern und Würmern zu ernähren. Die Jungkröten wandern von ihrem Tümpel dann in das Sommerbiotop. Diese Wanderung fällt vielen Menschen gar nicht auf, weil die Tiere so klein sind. Aber manchmal sieht man plötzlich hunderte von kleinen Kröten und Fröschen - kaum größer als ein halber Daumen - über die Straße laufen, durchs Gras hüpfen und kriechen. Deshalb spricht man auch vom Froschregen, weil die Tiere wie vom Himmel gefallen plötzlich da sind.

radioMikro-Reporterin Anne Buchholz hat sich gemeinsam mit der 10-jährigen Anna in den Münchner Isarauen auf die Suche nach Kaulquappen gemacht. Ihre Fragen beantwortet Martin Hänsel vom Bund Naturschutz.

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Anna beim Beobachten von Kaulquappen (c) BR/Buchholz
Gibt's hier Kaulquappen?
Als Amphibien können Kröten und Frösche sowohl im Wasser als auch an Land leben. Ihr Name kommt von dem griechischen Wort "amphibios", das bedeutet "doppellebig". Das Besondere ist, dass Amphibien wenn sie im Wasser ausschlüpfen, Kiemen haben, durch die sie atmen können. Nach ein paar Wochen bilden sich diese Kiemen wieder zurück und die Kaulquappen bilden eine Lungenatmung aus, so dass sie auch an Land leben können.



Immer wieder an denselben Ort zurück
Die Erdkröten versuchen zum Laichen, zum Ablegen ihrer Eier, immer wieder zu dem Gewässer zurück zu kehren, in dem sie selbst geschlüpft sind. Denn sie wollen ihren Nachwuchs dort in die Welt setzen, wo sie selbst schon (als kleine Kröte) gute Lebensbedingungen hatten. Erdkröten gehören deshalb zu den ortsgebundenen Amphibien.

Um zu ihren ursprünglichen Laichgewässern zurück zu finden, haben die Erdkröten in ihrem Gehirn ein besonderes Organ. Damit können sie die verschiedenen Himmelsrichtungen feststellen. Außerdem können sie sich sehr gut an Waldwegen und Waldrändern orientieren. Und wenn sie in der Nähe ihres Gewässers angekommen sind, erkennen sie es sogar am Geruch.

Oft gibt es aber die Teiche, in denen die Erdkröten aufgewachsen sind, gar nicht mehr. Entweder sind sie vertrocknet, oder durch Straßen verbaut. Dann machen sich die Erdkröten auf die Suche nach neuen Gewässern zum Ablaichen.

Wenn Erdkröten im Frühling kein geeignetes Gewässer zum Ablaichen finden, dann können sie in Notfällen sogar ihren Laich im Körper wieder zurückbilden und aufs nächste Jahr warten.

Ursel Böhm


Die Goldfisch-Gefahr

Natürliche Feinde haben Erdkröten viele: Igel, Reiher und Storch zum Beispiel. Aber auch Goldfische können eine Gefahr für die werdenden Kröten sein. Manche Menschen setzen solche Tiere achtlos in Biotopen aus und bedenken dabei nicht, dass Goldfische Fleischfresser sind und sich liebend gern von Krötenlaich ernähren.

Brücke oder Tunnel – So kommen Tiere über die Straße

Nicht nur Kröten, auch andere Tiere wandern. Wie ihnen an gefährlichen Straßen dabei geholfen wird, erfährst du hier!


Anne Buchholz, Manuel Hoffmann und Kerstin Öchsner



 
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