|
|
Ameisenbären - Zahnlose Gesellen
Eigentlich haben sie ja einen ganz falschen Namen, denn Ameisenbären sind gar keine Bären, sondern zahnlose Faul- und Gürteltiere. Und sie sehen ganz schön ulkig aus mit ihrer langen Nase und den schwarz-weißen Streifen im Fell. Sie haben einen buschigen Schwanz und lange spitzen Krallen. Die benutzen sie auch, um an Nahrung zu gelangen.
Anstrengende Nahrungssuche
Viel Auswahl haben die Ameisenbären nicht in den weiteren Savannen und Steppen in Südamerika, wo sie leben. Sie marschieren täglich mehrere Kilometer, um an ihre Nahrung zu gelangen, und das sind Termiten, Ameisen und Käferlarven. Der Großteil ihrer Nahrung sind die Termiten, die zwar aussehen wie Ameisen, aber keine sind. Sie leben in so genannten "Termitenbauten", die ein bisschen aussehen wie übergroße Maulwurfshügel.
 |
 |
 |
|
|
Übergroße Maulwurfshügel? Nein, Termitenbauten in der Savanne.
|
 |
 |
 |
Der Ameisenbär knackt mit seinen spitzen Krallen die Termitenbauten auf und scharrt darin herum. Dafür braucht er ganz schön viel Kraft, denn die Hügel können hart wie Beton sein. Hat er ein kleines Loch in den Bau gekratzt, schleudert er seine lange Zunge hinein und hofft, dass möglichst viele Termiten hängen bleiben. Seine Zunge ist nämlich äußerst klebrig.
Da der Ameisenbär den ganzen Tag über mächtigen Hunger hat, muss seine lange und dünne Zunge besonders schnell sein. In einer Minute schleudert er sie fast 160 Mal in die verzweigten Termitengänge hinein. Wenn er besonderes Jagdglück hat, erbeutet er so 30 000 bis 40 000 Termiten am Tag. Er frisst ein Nest jedoch nie völlig leer: Er lässt immer ein paar Insekten übrig, die sich dann wieder vermehren können. So kann er sicher sein, dass er auch in Zukunft noch Nahrung findet.
Schonende Fortbewegung
Der Ameisenbär hat seine ganz eigene Art sich fortzubewegen: Er schlägt seine Krallen beim Gehen ein und geht sozusagen nur auf seinen "Fäusten": Das tut er um seine Krallen zu schonen. Würden die sich nämlich auf dem harten Steppenboden abwetzen und stumpf werden, käme er nicht mehr an seine Nahrung ran.
Leider gibt es immer weniger Ameisenbären, denn sie werden immer noch gejagt. Meistens geht es den Jägern nicht um das Fleisch, sondern um die dicke und widerstandsfähige Haut. Sie wird dann als Leder zu Schuhen verarbeitet. Aus den borstigen Schwanzhaaren macht man an vielen Orten Besen und Fliegenwedel. Und das obwohl der Ameisenbär eigentlich ein geschütztes Tier ist.
Susanne Michael
|
 |
|
|