Brieftaube - Fliegen ohne Briefe
Stand: 31.07.2011
Früher waren Brieftauben sehr wichtig. Wenn man unterwegs war und Briefe nach Hause schicken wollte, dann ging das am schnellsten mit Brieftauben. Vor allem Soldaten nahmen Tauben auf ihre Feldzüge mit. Heute haben Brieftauben schon lange nichts mehr mit Briefen: Sie tragen keine Kurznachrichten oder geheime Botschaften mehr in ihrem Schnabel.
Heute sind Brieftauben aus verschiedenen Haustaubenrassen gezüchtete Sporttauben, die für Wettkämpfe eingesetzt werden. Sie fliegen ungefähr einen Kilometer pro Minute.
Je nachdem, wie fit und alt die Tauben sind, können sie zwischen 100 und 1000 Kilometer am Stück fliegen. Für 550 Kilometer beispielsweise brauchen sie ungefähr 10 Stunden. Sie können aber immer nur in eine Richtung fliegen: immer von einem bestimmten Ort zu ihrem Taubenschlag zurück. Umgekehrt, dass sie von ihrem Heimatort woanders hinfliegen, das funktioniert nicht.
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So sieht ein typischer Taubenschlag aus.
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Ein Tauben-Pärchen wärmt gemeinsam seine Eier.
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Gerade erst geschlüpft ist dieses Brieftauben-Küken.
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Wie finden Tauben den richtigen Weg?
Wie die Tauben über Hunderte von Kilometern wissen, wo sie hinfliegen müssen, ist immer noch nicht ganz erforscht. Wahrscheinlich richten sie sich nach dem Sonnenstand. Außerdem haben sie so eine Art inneren Kompass, mit dem sie die Magnetfelder der Erde spüren können. Wenn sie nicht mehr als 50 Kilometer von zu Hause weg sind, fliegen sie auf Sicht.
Wenn Tauben um die Wette fliegen
Bei Wettflügen holt sie ein großer Tiertransporter an ihrem Heimatort ab und fährt sie beispielsweise nach Berlin. Dort werden sie freigelassen und fliegen so schnell sie können nach Hause. Von Berlin wären sie, um beispielsweise nach München zu kommen, dann 10 Stunden unterwegs - ohne Pause!
Jede Taube hat um ihr rechtes Bein einen Ring mit einer Nummer drauf. Beim "Auflassen", so nennen die Züchter den Abflug der Tauben an irgendeinem Ort, wird die genaue Zeit jeder Taube mit einem Gerät elektronisch registriert. Beim Ankommen im Heimat-Taubenschlag fliegen sie wieder über so ein Gerät, dass die Ankunftszeit mit Hilfe des Ringes misst. Die Preise, Pokale und Urkunden, für den gewonnen Wettflug bekommen natürlich die Züchter. Die Tauben werden mit Körnern zum Fressen belohnt.
Isabelle Auerbach und Astrid Halder
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