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Barock - Eine Epoche als Perle

Stand: 21.04.2013


Petersdom (c) dpa



Im Petersdom, eigentlich "Sankt Peter im Vatikan", haben 20.000 Menschen Platz. Er ist mit einer überbauten Fläche von über 15.000 Quadratmetern eines der größten Kirchengebäude der Welt.

Die Asamkirche in München ist eine berühmte Barockkirche (c) BR/Weiß
Barock - das war die Zeit der Musketiere und Piraten, der dickbäuchigen, die Weltmeere durchkreuzenden Segelschiffe und der mächtigen Herrscher, deren Prachtbauten uns noch heute den Atem stocken lassen. Barock nennt man die Zeit, in der eure Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-Urgroßeltern noch Kinder waren. Auch wenn sich die Experten nicht ganz sicher sind, so glauben sie dennoch, dass der Ausdruck "Barock" auf das portugiesische Wort "barroco" zurückgeht - und das bedeutet so viel wie "unregelmäßige und schiefe Perle". Klingt nicht gerade schmeichelhaft für eine Zeit, die damit begann, dass eine riesengroße Kirche erbaut wurde, nämlich der Petersdom in Rom. Und wer einmal darin war, der merkt: Da ist kein Stein schief gebaut, vielmehr ist die Kirche so monumental und so prächtig ausgeschmückt, dass man sich darin vorkommt wie eine kleine Maus.

Woher kommt also dieser Name? Im Barock liebte man in der Architektur, also den Gebäuden, in den Gemälden und Skulpturen und in der Musik alles, was voller Verzierungen war. Man schätzte den Glanz, die Schnörkel und das Prächtige. Und vielen war das zu kitschig, schwülstig, albern, eben "schief". Darum hat man diese Kunstform abfällig als "barock" bezeichnet.

Verzierung in einer Barockkirche (c) BR/Weiß)
Irgendwann wurde dann aus diesem Schimpfwort der Name für eine Zeit, die 170 Jahre andauerte. Im Zeitalter des Barock wurden nicht nur großartige Schlösser erbaut, sondern auch die Oper erfunden - von einem Italiener mit dem Namen Claudio Monteverdi. Von Italien aus hat der Barock ganz Europa erobert. Berühmte Maler sind zum Beispiel Peter Paul Rubens, berühmte Komponisten heißen Johann Sebastian Bach in Deutschland, Antonio Vivaldi in Italien, Henry Purcell in England oder Marc Antoine Charpentier in Frankreich.

Aus heutiger Sicht war die Barockzeit (1600- 1750) wirklich ein "schiefes Schmuckstück", das einerseits faszinierend schillert, dessen Schönheit andererseits nicht makellos ist. Denn das Barock war eine Zeit der großen Gegensätze. Zum einen war es eine prunkvolle, lebensfrohe Epoche mit bunten Sahnetorten-Kirchen und Fürsten-Schlössern, die bis heute an Pracht und Größe unerreicht sind. Zum anderen gab es in dieser Zeit verheerende Seuchen und schreckliche Kriege, wie den 30-jährigen Krieg, der weite Teile Deutschlands entvölkerte.

In historischen Kostümen einer Kammerdame und eines Kavaliers (c) dpa



Der Widerspruch dieser Zeit zeigt sich auch in der damals üblichen Körperpflege. Zwar verwendeten die Barock-Menschen, unvorstellbar viel Geld für aufwendige, mit Goldborten, Brokat und Rüschen verzierte Kleidung - die Männer trugen gepuderte Lockenperücken, die Frauen Reifröcke - trotz aller Eitelkeit haben sich diese Leute jedoch so gut wie nie gewaschen. Im Barock muss es also höllisch gestunken haben.

Leben wie ein Gott in Frankreich: Besuch im Schloss Versailles

Das Schloss Versailles in Frankreich (c) pandora
Der Sonnenkönig lebte vor über dreihundert Jahren in Frankreich, genauer im Schloss Versailles. Auf der ganzen Welt ist er bekannt, denn der Sonnenkönig war einer der mächtigsten Könige zur damaligen Zeit. Ludwig der XIV., der der Sonnenkönig genannt wurde, war sehr geschickt, denn er wollte seine Macht dem Volk, den Adeligen und anderen Königen auf der Welt zeigen. Wie er das gemacht hat? Er ließ sich das unglaublichste Schloss der Welt erbauen, so dass jeder Besucher nur staunen konnte. Das Schloss war so riesig groß, dass Hunderte von Arbeitern mit dem Bau beschäftigt waren. Der Gartenarchitekt Le Notre sollte den größten und schönsten Garten und Park der Welt bauen.

Du willst wissen, wie der Sonnenkönig lebte? Dann reihe dich ein in die Besucherschlage: Klick den roten Pfeil und mach einen kleinen Rundgang durch die riesige Schlossanlage!

Die Erfindung der Oper

Szene aus der Oper Orpheus von Claudio Monteverdi (c) dpa



Musikalisch beginnt das Barock mit einem "Paukenschlag": Um 1600 entsteht in Italien die Oper. Bis dahin waren Gesangskompositionen meist ein Geflecht aus Stimmen. Die Idee, eine einzelne, herausgehobene Stimme von einem Instrument begleiten zu lassen, verändert die Musik von Grund auf. Dabei bleibt die Musik nicht nur Begleitung des gesungenen Textes, sie trägt auch wesentlich dazu bei, zu beschreiben, wie es der Opernfigur geht (lustig, traurig oder wütend ...) oder wie ihr Charakter ist (gut oder böse ...).

Außerdem ist das Barock musikgeschichtlich von großer Bedeutung, weil in dieser Epoche viele Dinge erdacht und erfunden wurden, die noch heute ihre Gültigkeit haben. Neben der Oper und dem Opernhaus sind dies Musizierformen wie das Solo-Konzert, aber auch damals neu entwickelte Instrumente wie die Geige oder das Cembalo, das der Ahnherr unserer Tasteninstrumente ist.

Das Barock-Zeitalter, das um 1750 endet, wird auch Generalbass-Zeitalter genannt, denn der sogenannte Generalbass ist das "Fundament" fast aller Musikstücke. Dieser Generalbass besteht aus einem Akkordinstrument (meist ein Cembalo) und einem Bassinstrument (meist ein Cello). Deshalb ist in allen Opern und Orchesterstücken des Barock ständig ein Cembalo zu hören. Berühmte Barock-Komponisten sind die Deutschen Johan Sebastian Bach und Georg Friederich Händel, der Franzose Jean Baptiste Lilly, der am Hof des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. lebte, oder die Italiener Antonio Vivaldi und Domenico Scarlatti.


Syliva Schreiber, Markus Vanhoefer, Kristina Dumas

 
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