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Barock - Was ist das?
Stand: 03.07.2011
Barock nennt man die Zeit, in der eure Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-Urgroßeltern noch Kinder waren. Das Wort "Barock" bedeutet eigentlich "unregelmäßig und schief". Klingt nicht gerade schmeichelhaft für eine Zeit, die damit begann, dass eine riesengroße Kirche erbaut wurde, nämlich der Petersdom in Rom. Und wer einmal darin war, der merkt: Da ist kein Stein schief gebaut, vielmehr ist die Kirche so monumental und so prächtig ausgeschmückt, dass man sich darin vorkommt wie eine Maus.
Woher kommt also dieser Name? Im Barock liebte man in der Architektur, also den Gebäuden, in den Gemälden und Skulpturen und in der Musik alles, was voller Verzierungen war. Man schätzte den Glanz, die Schnörkel und das Prächtige. Und vielen war das zu kitschig, schwülstig, albern, eben "schief". Darum hat man diese Kunstform abfällig als "barock" bezeichnet.
Irgendwann wurde dann aus diesem Schimpfwort der Name für eine Zeit, die 170 Jahre andauerte. Im Zeitalter des Barock wurden nicht nur großartige Schlösser erbaut, sondern auch die Oper erfunden - von einem Italiener mit dem Namen Claudio Monteverdi. Von Italien aus hat der Barock ganz Europa erobert. Berühmte Maler sind zum Beispiel Peter Paul Rubens, berühmte Komponisten heißen Johann Sebastian Bach in Deutschland, Antonio Vivaldi in Italien, Henry Purcell in England oder Marc Antoine Charpentier in Frankreich.
Besuch im Schloss Versailles
Der Sonnenkönig lebte vor über dreihundert Jahren in Frankreich, genauer im Schloss Versailles. Auf der ganzen Welt ist er bekannt, denn der Sonnenkönig war einer der mächtigsten Könige zur damaligen Zeit. Ludwig der XIV., der der Sonnenkönig genannt wurde, war sehr geschickt, denn er wollte seine Macht dem Volk, den Adeligen und anderen Königen auf der Welt zeigen. Wie er das gemacht hat? Er ließ sich das unglaublichste Schloss der Welt erbauen, so dass jeder Besucher nur staunen konnte. Das Schloss war so riesig groß, dass Hunderte von Arbeitern mit dem Bau beschäftigt waren. Der Gartenarchitekt Le Notre sollte den größten und schönsten Garten und Park der Welt bauen.
Heute kommen Hunderttausende Besucher aus aller Herren Länder nach Versailles und schauen sich diese riesig große Schlossanlage an. Der königliche Garten besteht aus einem Gemüsegarten und Ziergarten. Im Gemüsegarten stehen Palmen, Orangen und Zitronenbäume. Obst aß der König besonders gerne und auch eine Unmenge davon. Melonen, Orangen, Äpfel und Pflaumen, das war nur die Nachspeise. Zuvor verschlang er bei einem Festessen zum Beispiel vier Teller Suppe, dann einen Fasan, ein Rebhuhn, eine Schüssel Salat, ein Stück Hammel in Knoblauchsoße und dann zur Nachspeise gab es schließlich eine üppige Obstschale. Danach ging er sicherlich eine Runde im Ziergarten spazieren. 5.000 Brunnen stehen im Schlosspark. Da konnte er in Ruhe dem Wasser lauschen.
In diesem riesigen Park ging der Sonnenkönig also spazieren, natürlich - ganz modisch gekleidet. Damals war es besonders schick, das Gesicht weiß zu pudern. Auf dem Kopf trug man eine graulockige Perücke und die Hosen bei Männern gingen bis zum Knie.
Ständig war jemand an seiner Seite, selten war der Sonnenkönig allein, immer war eine Gefolgschaft hinter ihm. Es war eine ganz besondere Ehre, dem Sonnenkönig zum Beispiel ein Glas Wasser zu bringen oder seinen Nachttopf zu leeren. Da gab es richtige Streitereien darum, wer was machen durfte. Und keiner der adeligen Diener hat sich wirklich an seinem üblen Mundgeruch gestört. Ein Graf hat sich dann aber doch die Mühe gemacht, diesen üblen Gestank in seinem Tagebuch zu beschreiben. Des Königs Zähne waren verfault, heißt es da.
Wer das riesige Schloss des Sonnenkönigs besuchen und im Park spazieren möchte, sollte unbedingt mal nach Versailles fahren. Es lohnt sich!
Sylvia Schreiber und Kristina Dumas
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