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Spinnen - Feine Netze großer Achtbeiner

Stand: 11.07.2016


Spinnennetz mit Tautropfen (c) colourbox



Spinnen ernähren sich von lebenden Tieren, meist Insekten. Sie jagen ihre Beute oder stellen ihr Fallen. Spinnennetze sind solche Fallen. Es gibt Tausende von Netzspinnenarten und jede webt ein anderes Spinnennetz. Besonders schön sieht das Radnetz aus, das man oft am frühen Morgen zwischen Ästen und Blumen sehen kann. Wenn die Sonne darauf scheint, funkelt es besonders schön.

Kreuzspinne (c) dpa
Kreuzspinnen töten ihre Beute durch einen giftigen Biss: Er ist für Menschen aber ungefährlich!
Der Spinnfaden ist meist ein verdrillter, stabiler Faden, den die Spinne aus ihrer Spinndrüse (die sitzt am Hinterleib) spinnt. Wenn ein Windstoss kommt, weht der Faden durch die Luft und landet zum Beispiel auf einem Ast, einem Blumenstängel oder einem Holzstöckchen. Dort macht die Spinne ihn fest. Dann hüpft sie weiter, sucht Ecken, an denen sie den Faden noch fest machen kann. Nun steht das grobe Gerüst. Jetzt muss die Spinne das Netz noch schön dicht ausweben, damit die Beute sich im Netz verwickelt und nicht mehr abhauen kann.

Sie selbst bleibt aber nie im Netz hängen, denn die Spinne hat spezielle Beine, die am Ende drei Klauen haben. Wie auf Stelzen läuft sie auf den Netzfäden und verwickelt sich selbst nie. Wenn das Netz fertig ist, heißt es abwarten. Die Spinne versteckt sich. Einen langen Signalfaden behält sie bei sich. Spinnen haben einen ausgezeichneten Tastsinn: Wenn sich der Signalfaden bewegt, dann weiß die Spinne: "Aha, eine Fliege ist im Netz gefangen." Blitzschnell kommt sie aus ihrem Versteck heraus und spuckt eine Flüssigkeit auf das Beutetier, damit sie es besser verdauen kann. Dann bohrt sie in den Mückenpanzer ein Loch und schlürft die Weichteile der Mücke aus.

Wie Spinnen ihre Netze bauen und darin ihre Beute fangen, hat sich radioMikro-Reporterin Katja Görg von Spinnenexperte Thomas Widl vom Münchner Tierpark Hellabrunn erklären lassen! Hör dir's an!

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Schon gewusst?
Spinnen bauen ihre Netze nicht, weil sie zu faul sind, selber nach ihrer Beute zu jagen, sondern weil sie so gut wie blind sind. Die meisten Spinnenarten haben acht Augen, können damit aber nicht gut sehen. Die Spinnennetze sind für die Spinnen also eine lebenswichtige Hilfe, um Essen zu fangen.

Wenn das Spinnennetz kurz kaputt geht, weil es zum Beispiel Löcher bekommt, dann stopft die Spinne diese so schnell wie möglich wieder. Die Spinne behält aber nicht ewig das gleiche Netz: Wenn sie genug Insekten gefangen hat und ihr Hunger für eine Zeit gestillt ist, dann frisst die Spinne ihr Netz auf – und erhält dadurch wichtiges Eiweiß, das sie für ein neues Netz benötigt. Das geschieht etwa alle ein bis zwei Tage.


Achtung! Spinnen mit Giftklauen und Behaarung

Vogelspinne (c) colourbox
Ihren Name hat die Vogelspinne, weil die Menschen früher glaubten, dass sie hauptsächlich Vögel fressen. Vogelspinnen leben zwar auf Bäumen, aber ihre Lieblingsspeise sind nicht Vögel, sondern Insekten: zum Beispiel Schaben und Heuschrecken.

Ihre Beute töten Vogelspinnen mit ihren kräftigen Beißklauen. Mit diesen spritzen sie Gift in ihre Opfer. Die werden dadurch gelähmt und sterben dann. Wie alle Spinnen zersetzen die Vogelspinnen ihre Beute mit Verdauungssaft und schlabbern dann den dadurch entstandenen Insektenbrei auf.

Bei Vogelspinnen ist vieles anders als bei gewöhnlichen Spinnen. Sie spinnen zum Beispiel keine Fangnetze, sondern nur Spinnpolster. Auf die legen sie sich dann, strecken gemütlich ihre acht Beine in die Luft und häuten sich. Solange sie noch wachsen, häuten sie sich oft. Später, als ausgewachsene Vogelspinne, dann nur noch etwa einmal pro Jahr.

Sind Vogelspinnen die größten Spinnen? Klick den roten Pfeil!

Wissenswertes über Spinnen
Spinnennetz (dpa) - Spinnen haben acht Beine.
- Spinnen sind keine Insekten, sondern sie gehören zu den Spinnentieren, zu denen auch Skorpione, Weberknechte, Milben und Zecken gehören.
- Weltweit sind über 40.000 Spinnenarten bekannt.


Spinnst du, Spinne?

Die Spinne ist keine Spinnerin ...
Spinnen krabbeln herum und sie spinnen mit ihrem Faden Netze, in denen sich Insekten verfangen sollen. Mit dieser Art Spinnerei hat der Ausdruck "Du spinnst wohl!" aber nichts zu tun. Der Ausdruck bezieht sich vielmehr auf eine handwerkliche Arbeit, die früher vor allem von den Frauen geleistet wurde. Früher wurde das Garn, das für Leintücher und andere Stoffe gebraucht wurde, zu Hause auf dem Spinnrad gesponnen.


Eine Spinnerin auf einem Mittelaltermarkt.
Dazu wurde aus lauter feinen dünnen Fasern oder Haaren, wie zum Beispiel Leinen- und Hanffasern oder auch geschorenen Schafshaaren, ein gleichmäßiger Faden gemacht. Die sich drehende Spindel wickelte die Fasern auf und drehte sie fest zusammen. So wurde aus lauter dünnen Härchen, die ein Windhauch leicht in der Luft verbläst, festes Garn, also ein stabiler Faden, mit dem man dann entweder ein Tuch weben kann oder einen Pullover stricken, je nachdem.

Und daher kommt auch der Ausdruck "du spinnst". Denn derjenige, der da ganz offensichtlichen Blödsinn quasselt, hat sich aus lauter Quatsch, den er sich ausgedacht hat, eine Geschichte zusammengesponnen, die womöglich sogar geglaubt wird, obwohl sie an sich aus leicht zu durchschauendem Blödsinn besteht.


Kristina Dumas, Ursel Böhm, Katja Görg und Börni Schulz

 
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