Fasching - Konfetti und Luftschlangen
Stand: 02.02.2012
Um es gleich am Anfang zu sagen: Keiner kann eindeutig sagen, warum wir Fasching - oder Fastnacht, wie man in Franken sagt - feiern.
Manche meinen ja, dass man mit den Masken und dem ganzen Faschingstrubel den Winter vertreiben will. Und viele glauben auch, dass das ein ganz uralter heidnischer Brauch ist, also ein Brauch, der schon vor tausenden von Jahren da war, bevor die Leute Christen waren. Tatsächlich glaubten die Forscher vor 100 Jahren, dass der Fasching wohl so ein uralter Brauch sein muss, um den Winter zu vertreiben, und dass die Leute, als sie Christen wurden, diesen alten heidnischen Brauch einfach nur übernommen haben.
Bei den Christen beginnt nämlich nach dem Fasching eine lange Fastenzeit. Und vor dieser Fastenzeit wollte man sich mit dem Faschingfeiern noch mal so richtig austoben.
Ob das Faschingfeiern aber wirklich von einem uralten heidnischen Brauch abstammt, kann man gar nicht nachweisen. Die modernen Brauchforscher haben nämlich gemerkt, dass es keine Texte oder Bilder aus dieser Zeit gibt, in denen etwas über das "Winteraustreiben" drinsteht.
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Willi mit einem Narr in Villingen im Schwarzwald.
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Die ersten schriftliche Quellen, die wir über das Faschingfeiern haben, stammen erst aus dem Mittelalter.
Über den Münchner Fasching gibt es zum Beispiel eine alte Handschrift aus dem Jahr 1295, in der der Fasching zum ersten Mal erwähnt wird. Und da waren die Leute schon Christen.
Man kann deshalb nur eines mit Sicherheit sagen: Die Leute haben Fasching gefeiert, um sich vor der langen Fastenzeit noch mal so richtig auszutoben. Und mit den Faschingsmasken wollten sie eher die anderen Leute erschrecken als den Winter.
Warum gibt es ein Prinzenpaar?
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Düsseldorf ist eine Hochburg des "Karnevals" - wie hier der Fasching heißt. Viele Vereine haben ein eigenes Kinder-Prinzenpaar.
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Faschingsprinzen sind als Kritik an den echten Prinzen entstanden. Die Idee entstand vor fast 200 Jahren im Rheinland, als überall noch Könige und Adelige regierten. Das einfache Volk hatte damals kaum Möglichkeiten, an Entscheidungen mitzuwirken.
An Fasching konnte jeder Prinz sein. Und deshalb wählten die Leute an Fasching einen Prinzen aus ihren eigenen Reihen. Später wurde dem Faschingsprinzen auch eine Faschingsprinzessin zur Seite gestellt.
In München bestieg der erste Faschingsprinz 1894 den Thron: August Humpelmayr, genannt Prinz Gustl I. Heute hat fast jeder Faschingsverein ein Prinzenpaar, und in vielen Vereinen gibt es auch ein Kinderprinzenpaar.
radioMikro-Reporterin Beate Brehm hat das Kinder-Prinzenpaar Melina I. und David I. aus München begleitet. Hör dir an, was sie über ihre Auftritte erzählen.
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Luftschlangen und Konfetti
Zu einer echt lustigen Faschingsfeier gehören echte Luftschlangen. Und Luftschlangen werden heute wie Autos, Pullis oder Kugelschreiber in einer Fabrik hergestellt. Für die Leute in der Fabrik sind Luftschlangen und Konfetti genau so ernsthafte Waren, wie alles andere auch.
Für Konfetti gibt es große Stanzmaschinen, die aber nicht nur kreisrunde Papierstückchen ausstanzen. Sonst würden viel zu viele Reste bleiben. In der Fabrik wird der ganze Papierbogen ausgenutzt. Stapel von Papierbögen werden da gestanzt. Mal legt der, der die Maschine bedient, nur blaue Bögen hinein, mal grüne, mal rote, in allen Farben, aber immer hintereinander. Die ausgestanzten Konfettis laufen dann über eine kleines Laufband in eine Mischmaschine hinein. Ein bisschen erinnert sie an eine Betonmischmaschine. Wenn sie da wieder herauskommen, dann ist das Konfetti genau so bunt gemixt wie wir es brauchen.
Für Luftschlangen kaufen die Luftschlangenfabriken riesige Rollen von weißem Papier. Über 10 Kilometer sind auf so einer Rolle drauf. Zuerst müssen sie mal farbig bedruckt werden. Dazu spannt man die Riesen-Rolle in eine Maschine ein, in der das Papier über unglaublich viele Rollen und Farb-Walzen läuft bis es am Schluss auf beiden Seiten bunt ist - streifig zum Beispiel - und dann wieder aufgewickelt werden kann. Danach wickelt eine andere Maschine das bunte Papier zu kleinen Rollen - wie Geschenkpapier. Diese dünnen langen Papierrollen schneidet die selbe Maschine mit kreisrunden Messern zu kleinen Luftschlangenportionen ab.
Julia Autolny, Beate Brehm und Anja Mösing
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