|
|
Körpergeräusche - Schluckauf, Pupsen und mehr
Stand: 17.10.2011
Schlucken
Dass Essen in der Speiseröhre landet und Luft in der Luftröhre, dafür sorgt der Schluckreflex.
Reflexe nennt man Mechanismen, die man nicht oder kaum beeinflussen kann. Sie laufen automatisch ab. Wenn etwas zum Essen in den hinteren Teil des Mundes kommt, dann wird der Schluckreflex ausgelöst.
Schluckauf
Der Schluckauf war wichtig, als wir noch winzig klein waren und im Bauch unserer Mutter im Fruchtwasser lebten. Da mussten wir üben, wie es ist, an der Luft zu atmen. Der Schluckauf war das Training dafür. Heute ist der Schluckauf nur noch lustig, und manchmal auch lästig.
Hickser sagen manche, Hüpfer, Hetscher, Schnappauf, Gluckser ... es gibt viele Namen für den Schluckauf und genauso viele Gelegenheiten, wann man ihn bekommt. Wenn man etwas kaltes trinkt oder sich erschreckt zum Beispiel. Dann sind die Nerven verwirrt, die mit dem Atemmuskel in Verbindung stehen. Die sagen normalerweise diesem Muskel, dem Zwerchfell, dass er sich beim Einatmen zusammenziehen soll. Sind sie verwirrt, also im Stress, dann geben sie den Befehl viel zu schnell. Das Zwerchfell zieht sich dann ruckartig zusammen und wir bekommen Schluckauf.
Die Luft zieht sich beim Atmen dann über die Luftröhre hinein in die Lunge. Weil das in diesem Fall so ruckartig geschieht, werden die Stimmbänder, die sonst eigentlich ganz locker aneinander liegen, dabei kräftig zusammengezogen – und die Luft gerät ploppartig in die Lunge. Das zusammen macht das bekannte "Hicks"-Geräusch.
Im Normalfall ist ein Schluckauf schon nach wenigen Minuten wieder vorbei. Bei Entzündungen der Speiseröhre oder der Luftröhre kann es aber auch passieren, dass ein Schluckauf zum Beispiel mal zwei Wochen anhält. Das ist dann vor allem beim Schlafen besonders nervig, wie sich jeder vorstellen kann. Gefährlich ist ein Schluckauf selbst aber nie.
Klick auf den Lautsprecher - dann erzählt dir eine Ärzin, was beim Schluckauf im Körper passiert.
Tipps gegen Schluckauf: von Trinken bis Kopfstand. Klick den Lautsprecher!
Rülpsen
Ein Rülpser als Zeichen, dass das Essen besonders lecker war? Undenkbar! Nur Babys dürfen rülpsen, sooft sie wollen. Wenn Säuglinge nach dem Stillen endlich ihr "Bäuerchen" machen, werden sie sogar noch gelobt. Später ist das nicht mehr so: Es gilt eher als peinlich oder sogar ungehobelt, wenn wir nach dem Essen – satt und zufrieden – rülpsen.
Der laute Rülpser entsteht ähnlich wie bei einer Flöte: Normalerweise verschließt ein Muskel den Zugang zum Magen. Wenn wir sehr viel gegessen haben und sehr viel Luft verschluckt haben, dann geht dieser Schließmuskel auf und die aufsteigende Luft rauscht durch die Speiseröhre. Gleichzeitig öffnet sich auch der Muskel, der im Mund den Zugang zur Speiseröhre verschließt – der Luftstrom bricht sich an einem Hindernis im Hals oder Rachen – zum Beispiel den Mandeln – und: öörrp ...
Besonders laut ist das Geräusch, wenn wir beim Rülpsen den Mund gerade offen haben.
Ob Baby, Kind oder Erwachsener: Beim Essen und Trinken schlucken wir automatisch ganz viel Luft. Mit jedem Bissen wandert ein bisschen Luft in den Magen. Diese Luft müssen wir wieder ablassen, ob wir wollen oder nicht: Entweder sie weicht nach oben über die Speiseröhre wieder aus – in Form dieses Bäuerchens oder Rülpsens – oder sie muss den Weg nach unten antreten ...
Magenknurren
 |
 |
 |
|
Klick die Lupe für eine Magen-Vergrößerung.
|
 |
 |
 |
Wenn du starken Hunger hast und Essen riechst oder auch nur an Essen denkst, dann kommen komische Geräusche aus deinem Magen: das Magenknurren.
Dabei passiert folgendes: Dein Magen ist leer, weil du schon lange nichts mehr gegessen hast. Trotzdem hast du immer eine Flüssigkeit – den Magensaft – und verschluckte Luft in deinem Bauch. Und dieses Gemisch aus Flüssigkeit und Luft kann ganz schön Lärm machen. Das ist ungefähr so, wie wenn man mit einem Strohhalm in ein Glas mit Wasser pustet.
"Borborygmus" heißt das Magenknurren in der Fachsprache und ist völlig normal, denn es bedeutet, dass das Verdauungssystem in Ordnung ist und richtig funktioniert.
Früher haben die Menschen in der Kirche übrigens immer Fenchelsamen dabei gehabt: Während der stundenlangen Predigten knurrte vielen Kirchgängern der Magen – die Fenchelsamen halfen dagegen.
Pupsen
Peinlicher wird es, wenn die geschluckte Luft die weite Reise durch unseren Körper antritt, dann müssen wir sie nämlich abpupsen: Im Durchschnitt entfährt uns zwanzig bis fünfundzwanzig Mal am Tag ein Pups. Ob bayerischer "Schoaß", ob Furz oder Pfurz, ob laut oder leise – ein Pups besteht meist nicht nur aus der geschluckten Luft: Während die vielen Millionen Bakterien des Dickdarms unsere Essensreste verarbeiten, entstehen übelriechende Gase. Dieses Gas-Luft-Gemisch sammelt sich am Ende des Dickdarms, bis es der Schließmuskel am Po nicht mehr zurückhalten kann:
Mit lauten Donnerkrachen entfährt uns ein Furz oder – ein leiser Pups schleicht sich davon ...
Isabelle Auerbach, Anja Scheifinger, Elvira Paulus, Veronika Baum, Mischa Drautz
|
 |
|
|