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Geheimnis - Nicht für jeden bestimmt

Stand: 24.11.2010


Flüsternde Mädchen (c) Image Source
Pst! Die beiden haben ein Geheimnis!
Vielleicht hast du auch ein Geheimnis, das keiner erfahren darf? Bist du in jemanden verliebt oder hast du einen tollen, geheimen Ort entdeckt, an dem du deine Ruhe hast und von dem niemand erfahren soll

So ein Geheimnis muss gut verwahrt werden. Zum Beispiel in einem Tagebuch. Oder man schreibt es sich irgendwo auf und verschließt den Zettel dann in einer Truhe. Die muss aber so gut versteckt werden, dass sie keiner findet. Aber merk dir, wohin du sie gelegt hast, nicht dass du sie selbst nicht mehr wieder findest!

Du hast ein Geheimnis. Und jetzt?

Bastel dir hier ein Schatzkästchen für deine Geheimnisse!

Geheimsprachen

Sich ganz öffentlich über die geheimsten Herzenswünsche unterhalten und dabei nur von "Eingeweihten" verstanden werden, das geht: mit einer Geheimsprache.

Klick den Pfeil

Geheime Botschaften

Um geheime Botschaften zu schreiben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Text kann zum Beispiel mit einer unsichtbaren Tinte geschrieben werden. Niemand bemerkt, dass auf dem leeren Papier eine Nachricht steht. Dafür können verschiedene Flüssigkeiten verwendet werden: Zitronensaft, Milch, Zwiebelsaft oder Spucke. (Ach ja, auch mit Urin geht es.) Eine Schreibfeder kannst du aus einer Vogelfeder basteln oder aus einem Holz-Stöckchen, das du vorne gut anspitzt. Ein schräg angeschnittener Strohhalm geht auch. Sichtbar wird die unsichtbare Schrift, wenn das Blatt Papier erhitzt wird, also am einfachsten mit dem Bügeleisen oder mit einer Kerze. Aber Vorsicht, Papier brennt sehr schnell.


Die "Enigma"
Enigma (dpa) Im Zweiten Weltkrieg benutze das deutsche Militär diese Verschlüsselungsmaschine. "Enigma" wurde sie genannt. Das ist Griechisch und bedeutet "Rätsel".

Die "Enigma" ähnelte einer Schreibmaschine. Tippte man eine Nachricht auf ihr, wies sie jedem Buchstaben einen anderen Buchstaben zu. Und das immer wieder nach neuen Regeln. Nur wer das gleiche Enigma-Modell mit denselben Einstellungen hatte, konnte die Nachrichten entschlüsseln.


Eine andere Möglichkeit, geheime Botschaften zu versenden, ist die Verschlüsselung der Nachricht. Das heißt, jeder kann sehen, dass etwas auf dem Papier steht, aber niemand kann es verstehen. Die alten Griechen haben das zum Beispiel so gemacht:

Ein Stock als Schlüssel

Sie nahmen einen langen Papierstreifen und wickelten ihn um einen dicken Holzstock, etwa so wie ein Nudelholz. Der Streifen wurde aber nicht gerade darumgewickelt, sonst würde er sich ja selbst zudecken. Sie wickelten den Papierstreifen schief um das Holz, so wie einen Verband um den Arm. Jetzt schrieben sie die geheime Nachricht quer auf den Papierverband drauf. Wurde der Papierstreifen abgewickelt, dann standen lauter sinnlose Buchstaben hintereinander. Erst wenn der Streifen wieder über das Holz gewickelt wurde, waren die richtigen Buchstaben wieder nebeneinander und das Ganze gab einen Sinn. Hatte der Empfänger der Nachricht kein Nudelholz, dann konnte er sie nicht lesen.

Der Alphabet-Trick

Wem das alles zu kompliziert ist, der kann es einfacher machen. Dann gilt einfach nur jeder zweite Buchstabe, und der Buchstabe dazwischen bedeutet gar nichts.
M t a g x r p w e r t i z k t heißt dann: Max petzt.


Morsen - Total bekannte Geheimschrift

Schreibtelegraph aus einem alten Film © dpa
Eine verschlüsselte Sprache ist auch die Morsesprache.

Die Morsesprache ist aber schon lange keine Geheimsprache mehr, weil die Regeln, nach der sie verschlüsselt ist, überall auf der Welt bekannt sind. Jeder kann sie lernen, auch wenn es nicht ganz einfach ist ...



Die Morsesprache besteht aus Punkten und Strichen. Wenn du sehen willst, wie man sie schreibt, klick auf den roten Pfeil.

Meistens werden die Morsezeichen gefunkt. Dann werden die Striche und Punkte in Signale umgewandelt: Ein Strich wird ein langes Signal, ein Punkt ein kurzes Signal.

So hört sich "radioMikro" in der Morsesprache an.

Regel gegen Morse-Salat

Die Pause zwischen zwei Buchstaben muss drei, die zwischen zwei Wörtern sogar sieben Punkte lang sein. Sonst würde ja kein Mensch mehr die einzelnen "Buchstaben" erkennen.

Kleine Morse-Übung

Du könntest versuchen, mit einer Taschenlampe zu morsen: Für die Striche lässt du die Taschenlampe länger an, für die Punkte blinkst du nur ganz kurz.


Erfinder Samuel Morse
Dass die Morsesprache aus Punkten und Strichen bzw. kurzen und langen Signalen besteht, liegt an ihrem Erfinder, Samuel Morse. Vor mehr als 150 Jahren baute Morse einen besonderen Apparat: den Schreibtelegraphen. Dieser allererste Morse-Apparat bestand eigentlich aus zwei Teilen, die weit voneinander entfernt waren. Der eine stand in Washington und schickte Stromstöße über eine Drahtleitung ins 64 Kilometer entfernte Baltimore. An dem Apparat in Baltimore war eine Papierrolle befestigt, über der ein Bleistift hing. Je nachdem, ob man über eine Taste mit dem Apparat in Washington einen langen oder kurzen Stromstoß gab, zog der Bleistift in Baltimore einen Strich oder machte einen Punkt.


Morsen für Matrosen

Ein paar Jahre später wurde das Morse-Alphabet noch verbessert, von dem Deutschen Friedrich Gerke. Und vor ungefähr 100 Jahren begannen Seefahrer, die verschlüsselten Buchstaben zu funken. Das war für die Schifffahrt praktisch, weil man dafür keine Stromleitungen brauchte.

Auch wenn man auf See heute nicht mehr morst, kennt noch jeder Kapitän das wichtigste Morsezeichen: nämlich das SOS-Signal. Es besteht aus drei kurzen, drei langen und wieder drei kurzen Signalen.


SOS - Das berühmteste Morse-Signal der Welt.
Wenn du hier klickst, kannst du es hören.



Jolyne Klützmann, Bernhard Schulz und Astrid Halder

 
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