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Lachen - Eine ganz ernste Sache

Stand: 26.10.2015


Lachender Junge (c) colourbox



Auch wenn es sich so leicht und lustig anfühlt, Lachen ist für den Körper vor allem schwere Arbeit. Denn zum Lachen braucht er sehr viele Muskeln. Die ganze Atemmuskulatur, die Gesichtsmuskeln sowieso und auch die Schultern und der Oberkörper machen mit. Und auch der Bauch bewegt sich. Bis zu achtzig Muskeln sind da im Einsatz! Hättest du das gedacht?

Warum lachen wir, wenn wir gekitzelt werden?

Wer gekitzelt wird, muss lachen, ob er will oder nicht! radioMikro-Reporterin Anja Scheifinger hat herausgefunden, warum unser Körper so reagiert und welchen uralten Schutzmechanismus das Kitzeln bei uns wach ruft.

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Welche Muskeln bewegen sich beim Lachen? Klick den Pfeil!

Und warum der ganze Stress? Klar, weil's eben so zum Lachen ist, wenn was lustig ist. Dann kann man ja eigentlich auch gar nicht anders, dann muss man einfach lachen. Natürlich findet jeder etwas anderes lustig, aber die meisten von uns können über Witze, Grimassen, Scherzfragen oder lustige Filme lachen. Wer kitzlig ist, lacht auch dabei laut los. Und manchmal sind wir auch ein bisschen schadenfroh, wenn anderen etwas Dummes passiert und finden das zum Lachen.

Lachen ohne Ende

Lachen (c) Stockbyte
Es muss gar nicht direkt etwas Lustiges passieren, damit man anfängt zu lachen. Oft reicht schon eine peinliche, traurige oder zumindest besonders ernste Situation. Allein der Gedanke, dass es jetzt verboten wäre, reizt zum Lachen und je mehr man es zu unterdrücken versucht, desto stärker wird der Lachreiz. Dann hilft nur alles rauszulassen, bis man sich wieder beruhigt hat. Das finden vor allem Erwachsene oft unangebracht und kindisch, es hilft aber dabei, Traurigkeit oder Anspannung loszulassen und so mit einer vielleicht komplizierten Situation umzugehen.

Besonders schwierig zu unterdrücken ist ein Lachanfall auch dann, wenn andere mitlachen. Dann stecken sich alle Beteiligten immer wieder gegenseitig mit dem Lachen an. Schon die Steinzeitmenschen haben miteinander gelacht und sich so mitgeteilt, dass es ihnen gut geht.

Wenn man gemeinsam lacht, fühlen sich alle als Teil einer Gruppe und zusammengehörig. Deshalb reagiert unser Gehirn auch heute noch darauf und verursacht gleich das Bedürfnis mitzulachen – auch wenn wir den Grund für die Heiterkeit gar nicht kennen.

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Lachen vor Glück

Immer wenn wir was lustig finden, dann ist unser Körper glücklich. Dann nämlich werden von ganz vielen Stellen im Körper Glückshormone losgeschickt. Und je lustiger was ist, desto glücklicher sind wir. Bis es kaum noch auszuhalten ist! Wissenschaftler glauben, dass wir lachen, um uns von diesem riesigen Glücksgefühl zu befreien. Deshalb platzen wir ja auch manchmal regelrecht vor Lachen. Lachen ist eine besondere Form vom Atmen. Man atmet ein und presst die Luft gegen den Widerstand der fast geschlossenen Stimmritze stoßweise wieder raus. Dabei muss die Luft dann an der Stimmritze vorbei und es entsteht ein Lachton. Probier es doch mal aus!

Lachende Kinder in Äthiopien (c) dpa
Überall auf der Welt wird gelacht!
Du kannst dafür aber auch einen Luftballon nehmen. Blase ihn auf und zieh dann das Ansatzstück leicht auseinander. Dann gibt es diesen quietschigen Ton. Wenn du das Ansatzstück zu stark auseinander ziehst, dann kommt keine Luft durch und der Ton hört auf. Wenn du das jetzt abwechselnd ganz schnell machst, kannst du deinen Luftballon lachen lassen. So entsteht auch bei uns das Lachen. Nur dass der Luftballon die Lunge und das Ansatzstück die Stimmritze ist.

Wie sich das Lachen anhört, hängt dann noch davon ab, ob da ein großer Mensch mit einem großen Brustkorb und einem dicken Bauch lacht - dann gibt's ein ganz dunkles "hohoho"-Lachen oder ob ein ganz dünner lacht, der sowieso schon eine helle Stimme hat, dann klingt's mehr nach "hihihi".

Hihi oder hoho - Lachtypen

Mehr über die verschiedenen Lachtypen erfährst du hier von radioMikro-Reporterin Silke Schmidt-Thrö. Lach doch mit, dann weißt du auch, was du für ein Lachtyp bist!

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Lachen ist gesund!

Beim Lachen massiert das Zwerchfell die inneren Organe. Und weil wir beim Lachen tiefer atmen, wird der ganze Körper besser mit Sauerstoff versorgt. Das stärkt das Immunsystem, die Körperpolizei, die unseren Körper gegen Eindringlinge wie Bakterien und Viren schützt. Lachen macht also gesund und lässt uns sogar auch besser denken. Denn auch das Gehirn freut sich über eine Extraportion Sauerstoff!

Können Tiere lachen?

Lachen ist für uns ganz einfach und natürlich: Wir lachen laut los, wenn wir uns einen Witz erzählen. Es ist aber eine Menge Intelligenz erforderlich, um so einen Witz zu verstehen und sich darüber zu amüsieren. Den meisten Tieren fehlt diese Art von Intelligenz. Über Witze können sie also nicht lachen.

Delfin (c) dpa
Wenn wir Menschen lachen, ist das nicht zu überhören. Ein schnelles "hihihi" oder "hahahah" kann man nicht verbergen. Es gibt auch Tierlaute, die sich wie Lachen anhören. "Der lachende Hans" ist ein Vogel, der besonders in Australien verbreitet ist. Seine Laute hören sich wie ein nervöses Lachen an. Doch mit Lachen hat das nichts zu tun. "Der lachende Hans" klingt einfach so, als würde er lachen.

Wenn wir Menschen lachen, dann kann man das auch sehen. Die Mundwinkel sind nach oben gezogen, der eine oder andere reißt den Mund weit auf und oft kann man dabei die Zähne blitzen sehen. Delfine haben ein Maul, das auch nach oben gezogen ist. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Delfin ständig lacht. Der Delfin sieht einfach nur so aus.

Echtes Lachen ist im Tierreich also nicht besonders verbreitet. Entdeckt wurde aber, dass sehr wahrscheinlich Menschenaffen lachen können. Affeneltern kitzeln ihre Affenkinder gerne. Dabei kichern die Jungtiere.
Tierforscher haben das Kichern der Affenbabys näher untersucht. Sie wollten wissen, ob das Lachen der Affen ein echtes Lachen ist oder nur ein Geräusch, das wir Menschen als Lachen wahrnehmen. Herausgefunden haben die Wissenschaftler, dass bei den lachenden Affenkindern die gleichen Gehirnteile aktiv sind wie bei einem lachenden Menschen. Affen können also sehr wahrscheinlich lachen. Das können sie, weil sie sehr hoch entwickelte Tiere sind. Millionen andere Tierarten, die es auf der Welt gibt, können das nicht.

Krähen lachen zwar nicht, aber sie zeigen ihre Freude, indem sie Flugspiele machen, die eigentlich keinen Sinn haben. Sie spielen zusammen in der Luft, weil sie einfach Freude daran haben. Auch schön!

Die Wissenschaft vom Lachen

Ob du das lächerlich findest oder nicht: Es gibt sogar eine Wissenschaft vom Lachen, die Gelotologie. Der Begriff kommt vom griechischen Wort für Lachen: "gelos". Die Forscher meinen, Lachen ist angeboren und die Menschen haben schon gelacht, noch bevor sie überhaupt gesprochen haben. Lachen steckt an und verbindet die Menschen miteinander. Wer viel lacht, streitet weniger.

Witzig, witziger, am witzigsten?!

Wissenschaftler haben auch versucht zu erforschen, was für Witze besonders lustig sind. Dazu haben Witzforscher viele, viele Menschen auf der ganzen Welt befragt – und man ist tatsächlich zu ein paar Ergebnissen gekommen.

Klick den roten Pfeil!

Manchmal klappt's auch gar nicht mit dem Lachen: Lachen auf Befehl ist zum Beispiel sehr schwer. Kinder lachen übrigens mehr als Erwachsene. Warum, das wissen die Wissenschaftler (noch) nicht. Aber sie sagen, Kinder lachen bis zu vierhundert Mal am Tag, Erwachsene nur zwanzig Mal! Ganz schön wenig, oder?


Karen Zoller, Simone Wichert, Kerstin Öchsner, Kristina Dumas und Mischa Drautz

 
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