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Blindschleiche - Wirklich blind?
Wer schon einmal eine Blindschleiche gesehen hat, der weiß vielleicht, dass Blindschleichen kleine rote Augen haben. Und wer noch genauer hinschaut, der sieht vielleicht auch, dass Blindschleichen bewegliche Augenlider haben: Blindschleichen sind also weder blind, noch sind es Schlangen - und giftig sind sie schon gleich gar nicht.
Blindschleichen sind Eidechsen. Schlangen haben nämlich keine beweglichen Augenlider. Ihre Arme und Beine haben sie im Laufe der Jahrhunderte zurückgebildet und bewegen sich jetzt schlängelnd fort. Unter der Haut, am Skelett der Blindschleichen, kann man heute noch die Reste der Becken- und Schulterknochen erkennen.
Der Name Blindschleiche kommt von dem altdeutschen Wort „blenden“: Blindschleichen sind „wechselwarm“: Das heißt sie erzeugen selber keine Körperwärme. Deshalb liegen sie auch gerne in der Sonne. Und dann haben ihre Schuppen eine wunderschöne rötlich-braune Färbung, die aussieht wie glänzendes Blei oder blendendes Erz. Aus diesem „blendenden Schleicher“ wurde im Laufe der Zeit eben die Blindschleiche. Blindschleichen sind 20-30 cm lang und verkriechen sich gerne in Gestrüpp- oder Komposthaufen. Am liebsten fressen sie Insekten, Regenwürmer und Nacktschnecken.
Zwar ist die Blindschleiche ein relativ langsames Tier. Wer aber versucht, sie mit der bloßen Hand zu fangen, der wird leicht getäuscht: Wenn sie in Gefahr gerät, kann die Blindschleiche nämlich ihren Schwanz abwerfen. In der Mitte jedes Schwanzwirbels befindet sich so eine Sollbruchstelle. Der abgestoßene Schwanz zuckt sogar noch eine Weile wie lebendig weiter, während die Blindschleiche schon längst in Sicherheit ist. Doch die Rettung hat ihren Preis: Zwar verliert die Blindschleiche kaum Blut: Muskeln und Haut ziehen sich wie ein Verband über die Wunde. Aber später wächst nur ein knorpeliger Stummelschwanz nach. Früher nannte man die Blindschleiche wegen ihrer Zerbrechlichkeit auch „Glasschlange“. Na? Der Name passt doch!?
Veronika Baum
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